Für Autoverkehr gesperrt Greetsieler wünschen sich Straße statt maroder Brücke
Seit zwei Jahren ist eine Brücke bei Greetsiel für den Autoverkehr gesperrt. Wie soll es da weitergehen?
Greetsiel - Zugegeben, die meisten Autofahrer werden die Brücke des Kloster-Appingen-Wegs in Greetsiel nur sehr selten benutzt haben. Dennoch: Genutzt wird die Brücke, auch vom landwirtschaftlichen Verkehr. Eigentlich – denn seit ziemlich genau zweieinhalb Jahren dürfen nur noch Fußgänger und Radfahrer über die Brücke. Zu marode ist sie für alles, was schwerer ist. Das ergab im August 2020 ein Gutachten.
Seitdem führt eine Umleitung über eine Straße, die eigentlich nur als Zuwegung zu einer Exxon-Mobil-Bohrstelle gedacht war, vom Kloster-Appingen-Weg direkt auf die Kreisstraße 233. Ein Provisorium, für das immer wieder eine Genehmigung beim Landkreis eingeholt werden muss. Wie lange soll das noch Bestand haben?
Provisorium bleibt erstmal bestehen
Darauf hat auch die Gemeinde Krummhörn keine endgültige Antwort. Möglich wäre entweder eine Sanierung der Brücke oder eine dauerhafte Anbindung direkt an die Kreisstraße. Dafür wären aber ebenfalls bauliche Maßnahmen nötig, die wiederum mit dem Landkreis Aurich koordiniert werden müssen.
„Der Landkreis Aurich und die Gemeinde Krummhörn befinden sich in der Sache weiter in Gesprächen. Die Sondernutzung der aktuellen Zufahrt wurde verlängert“, heißt es seitens der Gemeinde Krummhörn auf Anfrage dieser Zeitung. Die Brücke bleibe weiter für alles, was nicht Fußgänger oder Radfahrer ist, gesperrt.
Bürgermeisterin will lieber direkte Anbindung
Eine Reparatur der Brücke hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr durchrechnen lassen. „Die Kostenrechnung lag seinerzeit bei rund 870.000 Euro, aktuellere Berechnungen liegen nicht vor. Mit Blick auf die allgegenwärtigen Preissteigerungen ist allerdings von entsprechenden Kostenanpassungen auszugehen“, heißt es dazu.
Wie Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) im Gespräch mit dieser Zeitung sagt, würde die Gemeinde aber eine dauerhafte Anbindung direkt an die K233 bevorzugen. „Straße ist nachhaltiger als eine Brücke“, so Looden. Um eine Anbindung verkehrsrechtlich möglich zu machen, „müssten zunächst weitere Flächen angekauft werden“, gibt Gemeindesprecher Fritz Harders zu bedenken. Die Gemeinde befinde sich hier „weiter in Verhandlungen“.
Bis die Verhandlungen zu einem Ergebnis führen, ist also weiteres Abwarten angesagt. Zudem hat auch die Politik noch ein Wörtchen mitzureden, bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden.