Zukunftsplanungen bei Germania Leer Watzema bleibt Leer-Trainer und sucht schon seinen Nachfolger
Der Bezirksligist äußerte sich auch zum aktuellen Kader, der zuletzt sehr klein war. Hilfe kommt von Kooperationspartner Kickers Leer. Die große Frage ist: Wie geht es im Sommer bei Germania weiter?
Leer - Wenige Tage vor dem Start in die zweite Saisonhälfte hat Fußball-Bezirksligist VfL Germania Leer nun offiziell bestätigt, was sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte: Nach dem Rücktritt von Frank Bajen wird Arndt Watzema die Mannschaft bis zum Saisonende trainieren.
Der Traditionsverein, der in der Winter-Vorbereitung offenkundig mit Personalsorgen zu kämpfen hatte, äußerte sich auch zu Spielerpersonalien und der Zukunftsplanung über den Sommer hinaus.
Die Trainerfrage
Der seit vergangenen Mai tätige Frank Bajen trat zu Beginn des Jahres aus persönlichen Gründen zurück. Der Verein bedankte sich in einer Pressemitteilung nun „für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und sein großes Engagement als Hauptverantwortlicher in der schweren Phase“. Mit einem nahezu komplett neuen Kader – bestehend aus vielen niederländischen und amerikanischen Spielern – sammelte er mit dem Team nach dem Landesliga-Abstieg 24 Punkte.
In den vergangenen Wochen hatte der frühere JFV-Jugendtrainer und B-Lizenz-Inhaber Arndt Watzema das Training geleitet, wurde dabei vom spielenden Co-Trainer George Goguadze unterstützt. Dieses Duo soll in diesen Rollen auch bis zum Sommer verantwortlich sein. Alles andere wäre wenige Tage vor dem Punktspielstart in Suurhusen auch eine Überraschung gewesen.
Das ist der Rückrunden-Kader
Mit dem irischen Akademie-Spieler Isaac Olaoluwa Akinsete (Optik Rathenow, Oberliga), dem Amerikaner Zion Ayodele (SpVg Aurich) und den beiden Niederländern Jayden Plassaer und David Goguadze (beide SV Wilhelmshaven, Landesliga) hatte ein Quartett den Verein schon vor dem Trainingsstart Mitte Januar verlassen. Akinsete, Plassaer und Goguadze waren Leistungsträger im VfL-Team. Nun hat sich auch der ebenfalls aus der Schüttorfer Akademie stammende Spieler Hamid Abdul Kamel in Leer verabschiedet, er spielte am Sonntag erstmals bei der SpVg Aurich beim 2:0-Testspielsieg in Heidemühle mit. In der Liga für Aurich spielberechtigt ist der Amerikaner wegen des verspäteten Wechsels erst ab Mitte April. Den fünf offiziellen Abgängen steht mit Mergim Krasniqi auch ein externer Neuzugang gegenüber, der vom Ligakonkurrenten SG Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel zu Germania zurückgekehrt ist.
„Des Weiteren verstärken Führungsspieler von Kickers Leer die 1. Mannschaft von Germania Leer“, erklärte der VfL-Vorstand in einer Mitteilung. Bereits am Ende der Hinserie hatten Spieler wie Adnan Zeneli oder Kassem Mdayhli, die auch das Potenzial für die Bezirksliga besitzen, ausgeholfen. Nun könnte dies mehr die Regel als die Ausnahme sein – auch wenn die Akteure dann wegen der Festspielregel nicht mehr für die SG Kickers Leer/Germania Leer II in der A-Klasse spielberechtigt wären beziehungsweise sich erst wieder durch zwei nicht absolvierte Spiele „freispielen“ müssten. „Ob sie ganz hochgezogen werden oder rotieren, das klären die Trainer untereinander“, erklärte Ferhat Özdemir auf schriftliche Nachfrage. Er ist Vorsitzender von Kickers Leer und 2. Vorsitzender von Germania Leer. Das Zusammenspiel zwischen erster und zweiter Mannschaft soll zudem durchlässiger werden. Die zuletzt in Holte eingesetzten drei amerikanischen Testspieler aus der Schüttorfer Akademie könnten den VfL verstärken. Eine Entscheidung über eine Verpflichtung ist aber noch nicht gefallen.
Die sportliche Aussicht bis Sommer
In der Vorbereitung konnte Germania nur zwei Testspiele bestreiten. Ende Januar beim Ostfrieslandligisten in Jemgum (2:2) und am Sonntag beim Ostfrieslandligisten in Holte (0:3). Eine angesetzte Heimpartie gegen die A-Junioren von Kickers Emden wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt, eine weitere in Borssum wegen Personalproblemen bei Leer In Anbetracht dessen und angesichts von Kaderveränderungen geht der VfL somit als „kleine Wundertüte“ in die Rückserie. „Das primäre kurzfristige Ziel ist es, möglichst schnell die erforderlichen Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln“, heißt es in der Mitteilung des VfL-Vorstandes. Momentan beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone bei einem weniger ausgetragenen Spiel sieben Punkte.
Was auffiel: Bei der 0:3-Niederlage in Holte mit einem Mix-Kader von Erste- und Zweite-Herren-Spielern sowie drei Testspielern stand mit Jarickson Shariff Saragoza nur einer von George Goguadze im Sommer vermittelten Niederländer im Kader, Goguadze fungierte „nur“ als Co-Trainer. Die weiteren fünf Niederländer seien verletzungs- und arbeitsbedingt nicht dabei gewesen, gehören aber weiter zum Team, so Özdemir auf Nachfrage.
Wie geht es ab dem Sommer weiter?
Um die Planungen für die neue Saison soll sich eine „Lenkungsgruppe“ kümmern. Ein solches Gremium hatte auch zum Ende der letzten Spielzeit die Arbeit aufgenommen, daraus sind einige Mitglieder aber schon nicht mehr dabei. Wer neben Arndt Watzema noch zur „Lenkungsgruppe“ gehört, ist nicht bekannt. „Es ist eine größere Gruppe, die ich im Moment namentlich öffentlich nicht bekanntgeben kann“, sagte Ferhat Özdemir auf Nachfrage.
Dieses Gremium hat nun viele große Aufgaben, wie der Vorstand mitteilte. „Im Zuge der Kaderplanung für die nächste Saison ab Sommer hat Germania Leer ein Team zusammengestellt, das die strategische Entwicklung der mittel- und langfristigen Zukunft des Vereins vorantreiben soll“, heißt es dort. „Aufgabe der Gruppe wird es auch sein, einen neuen hauptverantwortlichen Trainer für die 1. Herrenmannschaft ab der Saison 2023/24 zu finden und verstärkt junge Talente aus der Region in die neue Mannschaft zu integrieren.“ Ob das gelingt, ist eine von vielen spannenden Zukunftsfragen beim VfL Germania Leer. Eine ist auch die Nachwuchsarbeit. Der VfL Germania Leer geht anders als die anderen beiden Stammvereine Frisia Loga und Borussia Leer weiter fest davon aus, auch über den Sommer hinaus Mitglied des JFV Leer zu sein.
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