Jufa aus Österreich  Pläne für neues 90-Betten-Hotel in Greetsiel

| | 21.02.2023 20:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bürgermeisterin Hilke Looden (Mitte, stehend) stellte zusammen mit Gerhard Wendl (auf dem Bildschirm, von links) und Claudia Oberhofer das geplante Hotelprojekt vor. Foto: Wagenaar
Bürgermeisterin Hilke Looden (Mitte, stehend) stellte zusammen mit Gerhard Wendl (auf dem Bildschirm, von links) und Claudia Oberhofer das geplante Hotelprojekt vor. Foto: Wagenaar
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Am Dienstagabend wurden erstmals konkretere Pläne für ein Jugend- und Familienhotel in Greetsiel vorgestellt. Eine wichtige Änderung gibt es nach dem Abend schon.

Greetsiel - Die touristische Entwicklung der Krummhörn und speziell von Greetsiel ist ein Thema, welches in der Gemeinde immer wieder diskutiert wird – und auch immer wieder für Emotionen sorgt. Das war am Dienstagabend nicht anders, als erstmals die Pläne für ein Jugend- und Familienhotel mit bis zu 90 Betten im Außenbereich des Fischerdorfes vorgestellt wurden.

Eingeladen hatte die Gemeinde, die Verantwortlichen der Hotelkette Jufa mit Hauptsitz in Österreich wurden per Videokonferenz in die Grundschule Greetsiel dazugeschaltet. Rund 100 Greetsieler und Krummhörner kamen zu dem Termin.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

Die Hotel-Kette Jufa würde gerne eine Hotelanlage auf dem ehemaligen Bauhofgelände errichten. Jufa hat schon 65 ähnliche Projekte in mehreren europäischen Ländern umgesetzt. Bei dem Greetsieler Projekt wolle man mit einem „regionalen Investor“ zusammenarbeiten, so Gerhard Wendl, Gründer und Chef von Jufa. Das Bauhofgelände war ganz ursprünglich mal für den Bau einer Jugendherberge vorgesehen, nachdem sich das nicht realisieren ließ, kam es zu den Gesprächen zwischen Gemeinde und Jufa. 2015/16 haben diese begonnen.

Was jetzt vorgestellt wurde, sei auch noch nicht endgültig, wurde am Dienstagabend betont. Jufa plant zwischen Deich und der Straße Zur Hauener Hoge eine Anlage mit mehreren Gebäuden, teilweise sollen die alten Bauhofsgebäude mitgenutzt werden. Neu gebaut werden sollen, im Aussehen an Gulfhöfe angelehnt, aber auch mehrere Gebäude. Darunter zwei Häuser mit den 75 bis 90 Betten, mit denen die Kette bislang rechnet.

Das ehemalige Bauhofgelände an der Straße Zur Hauener Hooge soll für das Hotel genutzt werden. Ursprünglich wollte die Gemeinde hier eine Jugendherberge haben. Foto: Wagenaar/Archiv
Das ehemalige Bauhofgelände an der Straße Zur Hauener Hooge soll für das Hotel genutzt werden. Ursprünglich wollte die Gemeinde hier eine Jugendherberge haben. Foto: Wagenaar/Archiv

Bebauungsplan wird zurückgestellt

Das Jufa-Hotel solle aber auch einen Mehrwert für die Einheimischen bieten. So soll es nicht nur Gastronomie geben, sondern auch beispielsweise eine Indoor-Spielanlage für Kinder und Jugendliche. „Wir werden sicher keine Halle für 3000 Kinder bauen“, so Wendl, also nicht so bauen, dass zeitgleich alle Hotelgäste und noch viel mehr Einheimische Kinder sich dort aufhalten können. Aber man habe mit dem Konzept, auch ein Ort für Einheimische zu sein, an den anderen Standorten gute Erfahrungen gemacht.

Während des Infoabends wurden erste Bedenken seitens der Zuhörer geäußert. Hier ging es unter anderem um die Sorge vor noch mehr Verkehr, Sorgen vor weiteren Versiegelungen, Sorgen um die Verträglichkeit zwischen Ort und Hotelanlage und so weiter.

Es gab allerdings auch Zuspruch und Offenheit. Auch mehrere Ratsvertreter, darunter SWK, Grüne und CDU, sprachen sich grundlegend positiv gegenüber des Projektes aus. Allerdings wird der Abend dennoch eine wichtige Folge haben: Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) kündigte gegenüber dieser Zeitung an, dass sie den Antrag zu Aufstellung des Bebauungsplanes für das Hotel erstmal zurückstellen wird. Eigentlich sollte bereits an diesem Donnerstag, 23. Februar, im Infrastrukturausschuss der Gemeinde Krummhörn über den Bebauungsplan abgestimmt werden. „Es gibt da sicher noch Gesprächsbedarf, auch mit den Greetsielern“, so Looden. Man habe ursprünglich signalisieren wollen, dass es mit dem Projekt jetzt vorangeht.

Einen ausführlichen Artikel zu den Plänen gibt es am Mittwoch auf oz-online.de.

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