Ortskern Greetsiel  Krummhörn muss 570.000 Euro ausgeben

| | 23.02.2023 06:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dringend sanierungsbedürftig: Die Brücke Pilsumer Weg/Mühlenstraße in Greetsiel. Foto: Wagenaar
Dringend sanierungsbedürftig: Die Brücke Pilsumer Weg/Mühlenstraße in Greetsiel. Foto: Wagenaar
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Da aus der Sanierung des Marktplatzes in Greetsiel nichts wird, steht die Gemeinde Krummhörn nun vor einem „Luxusproblem“. Sie muss 570.000 Euro ausgeben, die sonst verfallen.

Greetsiel - Eigentlich wollte die Gemeinde Krummhörn den Marktplatz von Greetsiel umgestalten. Aber der Plan sah vor, dass dafür unter anderem alte Bäume gefällt werden. Die werden nun nur beschnitten – und die Umgestaltung des Marktplatzes liegt auf Eis. Das bringt ein „Luxusproblem“ mit sich.

Und das sieht so aus: „Im Rahmen der Städtebauförderung sind im Jahr 2023 mindestens Ausgaben in Höhe von 570.000 Euro für investive Maßnahmen zu leisten. Ansonsten droht ein Verfall der bewilligten Mittel.“ Das erklärte die Verwaltung im Infrastrukturausschuss am Donnerstag. Das Geld soll nun für die Sanierung einer Brücke eingesetzt werden.

Ist der Marktplatz vom Tisch?

Das Geld, was jetzt dringend ausgegeben werden muss, war ursprünglich für die Sanierung des Greetsieler Marktplatzes gedacht gewesen. Ganz vom Tisch dürfte dies aber nicht sein. Seitdem die Gemeindeverwaltung, aus eigener Sicht „unerwartet“, Gegenwind aus dem Ort für die vorgestellten Pläne bekommen hat, ist es um das Vorhaben ruhig geworden.

Man wolle das Gespräch suchen, hieß es auf Nachfrage immer wieder. „Eine Planung, die den Erhalt der Kastanienbäume berücksichtigen soll, wird voraussichtlich bis zur nächsten Infrastrukturausschusssitzung vom Planungsbüro vorliegen. Somit steht fest, dass für diese Maßnahme in diesem Jahr keine Mittel zur Auszahlung kommen werden“, heißt es nun in der Sitzungsvorlage. Marion Niebergall (SPD) verwunderte im Ausschuss, dass der Marktplatz noch im Gespräch sei. Auf Hilke Loodens Hinweis, dass es ja im Kern nur darum gehe, dass die Kastanien nicht weggenommen werden sollen, die Kritik aber nicht generell gegen die Sanierung des Marktplatzes gerichtet sei, meinte Niebergall: „Greetsiel hat das klar gesagt.“

„Dringend sanierungsbedürftige“ Brücke im Ortskern

Statt nun die Fördergelder für den Marktplatz auszugeben, will die Verwaltung die Brücke Pilsumer Weg/Mühlenstraße sanieren. Diese sei „dringend sanierungsbedürftig“. Erforderlich seien unter anderem die Erneuerung der Widerlager, die Herstellung der Widerlagerwände und des Straßenbelags sowie die Erneuerung des Geländers.

Nach Rücksprache „mit der BauBeCon als Umsetzungsbegleitung zum Städtebauförderprogramm“ sei die Sanierung der Brücke förderfähig. Die Kosten werden auf rund 600.000 Euro geschätzt. Der Eigenanteil der Gemeinde betrage ein Drittel der Kosten, also rund 200.000 Euro. Entsprechende „Haushaltsmittel stehen zur Verfügung“. Die Verwaltung möchte kurzfristig die Planung für die Sanierung der Brücke in Auftrag geben, „um zu verhindern, dass Mittel aus dem Städtebauförderprogramm verfallen.“

Die Mitglieder des Infrastrukturausschusses stimmten dem Vorschlag der Verwaltung zu. Im Rat am 2. März muss die finale Entscheidung dazu getroffen werden.

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