Schimmel und Nachwuchsmangel  Wie geht es weiter mit der Pewsumer Mühle – und dem Heimatverein?

| | 23.02.2023 06:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Seit vergangenem Jahr ist das Museum in der Pewsumer Mühle geschlossen. Das wird auch noch so bleiben. Foto: Wagenaar/Archiv
Seit vergangenem Jahr ist das Museum in der Pewsumer Mühle geschlossen. Das wird auch noch so bleiben. Foto: Wagenaar/Archiv
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Das von Schimmel und Feuchtigkeit befallene Mühlenmuseum in Pewsum wird auch weiterhin geschlossen bleiben. Den Heimatverein Krummhörn plagen aber noch andere Sorgen.

Es könnte zu einer unendlichen Geschichte werden: Im März vergangenen Jahres wurden in der Pewsumer Mühle, die vom Heimatverein Krummhörn als Museum betrieben wird, ein starker Schimmelbefall sowie ein großer Riss im Mauerwerk festgestellt. Seitdem ist die Mühle geschlossen – und eine Wiedereröffnung ist noch nicht in Sicht. Das sind aber nicht die einzigen Probleme, die den Heimatverein gerade umtreiben.

Was und warum

Darum geht es: Den Heimatverein Krummhörn plagen Nachwuchssorgen. Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die museale Landschaft in der Krummhörn interessieren.

Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie der Heimatverein Krummhörn angesichts der weiterhin geschlossenen Mühle aufs Jahr blickt.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Aktuell steht der Heimatverein, der das Mühlenmuseum und die Manninga-burg betreut, nämlich auch vor personellen Herausforderungen, wie Vorsitzender Detlef Rongelraths im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigt. „Wir werden dieses Jahr etwas kürzertreten müssen“, sagt er.

Veranstaltungen müssen abgesagt werden

Der Grund: Viele der Heimatverein-Urgesteine sind in einem höheren Alter und wollen kürzertreten. „Wir werden auf der Jahreshauptversammlung im März mindestens zwei Posten neu besetzen müssen“, so Rongelraths. Das könnte schon eine Herausforderung werden, obwohl der Heimatverein bereits eine Verjüngung angestoßen hat.

Aber auch unterhalb der Vorstandsebene gebe es „Nachwuchssorgen“. So sei die Volkstanzgruppe an sich nicht mehr vorhanden, weil es auch hier an jüngeren Tanzpaaren mangele. Die „Lollipops“, die Kindertanzgruppe des Heimatvereins, sei hingegen noch gut aufgestellt.

Detlef Rongelraths ist seit Mitte vergangenen Jahres Vorsitzender des Heimatvereins Krummhörn. Foto: Hock/Archiv
Detlef Rongelraths ist seit Mitte vergangenen Jahres Vorsitzender des Heimatvereins Krummhörn. Foto: Hock/Archiv

Die Entwicklungen haben Konsequenzen. „Wir müssen mehrere Veranstaltungen schon jetzt absagen“, so Rongelraths. So können, nach aktuellem Stand, weder das Mühlen- noch das Burggartenfest stattfinden. Am Anleuchtfest der Mühle, am Besuch des Nikolaus sowie am plattdeutschen Gottesdienst im Sommer halte man aber zunächst fest.

Wiedereröffnung steht noch in den Sternen

„Ich hätte mir einen angenehmeren Einstieg vorstellen können“, sagt Rongelraths, der erst seit Mitte vergangenen Jahres dem Heimatverein vorsteht. Während der Verein die Nachwuchssorgen selbst noch zumindest zum Teil beeinflussen kann, ist man in Sachen Mühle aber auf andere angewiesen. Nachdem das bei einem Sturm beschädigte Mühlendach jüngst ausgebessert wurde, ist von einer Wiedereröffnung des Museums aber noch nicht die Rede. „Wir müssen erst das Gesamtgutachten zum Zustand des Gebäudes abwarten“, so Rongelraths. Der große Riss im ersten Stock der Mühle, durch den man auf den Außenbereich gucken kann, soll aber „in den nächsten drei bis vier Wochen ausgebessert werden“, so Rongelraths. Zumindest sei das der aktuelle Stand. Aber auch das Dach des Packhauses der Mühle sei weiter undicht.Eine weitere Baustelle, die abgearbeitet werden muss.

So sah es im vergangenen Jahr in der Pewsumer Mühle aus. Schimmel und Feuchtigkeit haben das historische Gebäude befallen. Foto: Hock/Archiv
So sah es im vergangenen Jahr in der Pewsumer Mühle aus. Schimmel und Feuchtigkeit haben das historische Gebäude befallen. Foto: Hock/Archiv

„Die Mühle bleibt also erstmal weiterhin geschlossen“, so der Vorsitzende. Unter bestimmten Voraussetzungen könne man aber nach Anmeldung für Gruppen vielleicht etwas möglich machen. Durch die andauernden Schließung der Mühle gehen dem Heimatverein auch Eintrittsgelder verlorgen, wobei dieser Betrag nach Abzügen – ein Teil geht zum Beispiel an die Gemeinde als Eigentümerin sowohl der Mühle als auch der Manningaburg – nicht so hoch sei. Das Mühlenmuseum registriere in normalen Jahren bis zu 500 Besucher. Ein Teil davon geht nun alternativ in die Manningaburg, so dass es kein kompletter Verlust sei.

Ungelöst ist zudem die Frage, was mit den Exponaten in der Mühle passiert, die dem Schimmel und der Feuchtigkeit ausgesetzt waren und sind. „Wir wissen nicht, wohin damit“, so Rongelraths. Viel mehr als immer wieder zu lüften, könne man nicht tun. Eigentlich hatte man den ehemaligen Schuhladen am Rande des leerstehenden vormaligen Edeka-Geländes als Zwischenlager in den Blick genommen. Die Räume wurden aber von der Gemeinde Krummhörn anderweitig vermietet.

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