Ergebnisse liegen vor  Veterinäramt besucht Tierheim in Stapelmoor – Vorwürfe haltlos

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Von Vera Vogt
| 28.02.2023 14:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Iris Holzapfel leitet das Tierheim in Stapelmoor. Foto: Ortgies/Archiv
Iris Holzapfel leitet das Tierheim in Stapelmoor. Foto: Ortgies/Archiv
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Überfüllt, Tiere gehortet, zu wenig Pflege: Die Vorwürfe gegen das Tierheim in Stapelmoor waren schwer. Das Veterinäramt war dort und sieht es anders.

Weener - Die Freude war groß: Nach etlichen Jahren im Tierschutz sah es so aus, als bekäme Iris Holzapfel eine Nachfolgerin als Tierheimleiterin in Stapelmoor. Allerdings war die Freude schnell verflogen, als Anke Wilken schnell nach ihrem Start im Oktober 2022 schon wieder das Handtuch warf. Es folgten Vorwürfe gegen das Tierheim und die bisherige Leiterin. Auch im Internet kursierten Anschuldigungen. Es war die Rede von Überfüllung, teilweise gingen Vorwürfe so weit, dass Holzapfel und ihrem Team das Horten von Tieren unterstellt worden ist. „Das sind schon schlimme Behauptungen“, sagte Holzapfel dazu Ende vergangenen Jahres. An diesen ist nichts dran, wie jetzt bekannt wurde.

Was und warum

Darum geht es: Es gab einige Vorwürfe gegen das Tierheim Stapelmoor. Das Veterinäramt hat sich alles vor Ort angeschaut.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für Tierwohl interessieren

Deshalb berichten wir: Die Ergebnisse sind da.

Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de

„Unser Veterinäramt hat das Tierheim in der zweiten Januarwoche besucht“, erklärt Philipp Koenen, Sprecher des Landkreises Leer. Die Vorwürfe konnten dabei nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: „Der Eindruck war überwiegend positiv“, so Koenen. Es habe lediglich eine leichte Überbelegung bei den Katzen gegeben. Aber: „Deren Räumlichkeiten und der Freilauf waren gut strukturiert.“ Den Katzen gehe es gut: So vermittelten sie keinen gestressten Eindruck und wiesen keine Verhaltensstörungen auf. Auch in Sachen Pflege sei alles in Ordnung gewesen. „Verpflegung und Hygiene der Tiere waren nicht zu beanstanden“, formuliert es Koenen. „Hinsichtlich der Unterbringung der weiteren Tiere gab es keine Beanstandungen“, so Koenen.

Der Hintergrund

Das Veterinäramt besuchte das Tierheim, weil es eine Stellungnahme brauchte, um zu wissen, wie es weitergehen soll. Das ergab sich aus einem Gespräch zwischen dem Vorstand des Tierschutzvereines, dem Leiter des Ordnungsamtes Papenburg, Matthias Heyen, und seiner Kollegin aus Weener, Ordnungsamtsleiterin Xenia Nording Ende vergangenen Jahres. Im Vorstand war man uneins, ob nun zu viele Tiere im Tierheim untergebracht waren oder nicht. Im Anschluss an das Gespräch betonte Ordnungsamtsleiter Heyen, dass die Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Rheiderland in den vergangenen 18 Jahren sehr gut gewesen sei und weitergeführt werden solle. Als Grundlage dafür sollte allerdings eben die Stellungnahme des Kreisveterinäramtes eingeholt werden. Dies ist nun im Januar passiert.

Gerade bezüglich der Menge der Tiere hatte es nämlich unterschiedliche Auffassungen bei den Tierschützern gegeben: Anke Wilken, die eigentlich die Leitung hätte übernehmen sollen, kündigte nach eigenen Angaben gerade wegen der Überbelegung so schnell wieder. „Selbstverständlich finde ich es schade, dass ich nicht mehr im Tierheim arbeite“, sagte sie damals auf Nachfrage der Redaktion. Mitarbeiter müssten Zeit haben, um die Hunde zu beschäftigen, das sei nicht der Fall, sagte sie. Leider könne man als Verein nicht immer allen Tieren aus verschiedenen Kommunen helfen, auch wenn man möchte. Die Personaldecke sei außerdem viel zu dünn. „Trotz der Dringlichkeit wurde ein Aufnahmestopp durch die erste Vorsitzende abgelehnt.“

Zusammenarbeiten zum Wohl der Tiere

Holzapfel, die wegen Wilkens Rückzug also in der Verantwortung für das Tierheim blieb, sagte: „Die letzten beiden Privatabgaben an Hunden, die ich abgelehnt habe, sind dann als Fundhunde hergekommen. Man kann die Tiere ja nicht draußen sitzen lassen. Einen Stopp in der Form haben wir nie gemacht.“ Dass das Tierheim überbelegt und unterbesetzt sei, war auch die Meinung des zweiten Vorsitzenden Dennis Olker, Lebensgefährte von Wilken.

Personen, die Katzen mit der Flasche aufziehen wollen, werden gesucht. Foto: Pixabay
Personen, die Katzen mit der Flasche aufziehen wollen, werden gesucht. Foto: Pixabay

Holzapfel und Olker sind nun vom Veterinäramt angeschrieben worden mit der Aufforderung, ein Konzept zu entwickeln, um die leichte Überbelegung durch Katzen sukzessive abzubauen, erklärt Sprecher Koenen. Der Austausch mit beiden sei aus Sicht des Veterinäramtes konstruktiv und zielführend gewesen. „Die Vermittlung von Katzen läuft derzeit sehr gut“, sagt Holzapfel. Auch Hunde wurden immer und würden auch derzeit vermittelt. „Diese Woche werden weitere in ein neues Zuhause ziehen“, sagt sie.

Nichtsdestotrotz suche das Tierheim dringend Personal: „Tierpfleger, aber gern auch Personen aus verwandten Berufen“, so Holzapfel. Quereinsteiger könnten sich ebenfalls melden. Dass die Vermittlung der Katzen gut laufe, sei auch nötig, „denn bald kommt die neue Welle Katzennachwuchs“, sagt sie. Insbesondere Pflegestellen, die die Kätzchen aufziehen wollen, seien gesucht. Sie übernimmt diese Aufgabe seit Jahren selbst. „Es macht sehr viel Spaß. Ich würde auch unterstützen. Ich muss aber etwas kürzer treten“, so Holzapfel.

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