Pläne der Politik Biogas und Gewerbegebiet für Hinte angeregt
Eigentlich hatte die Hinteraner Politik beschlossen, das neue Gewerbegebiet nahe der Autobahn ruhen zu lassen. Die CDU wagt nun einen neuen Vorstoß.
Hinte - Lange war es ruhig um das ursprünglich als interkommunales Projekt angelegte Gewerbegebiet Westerhuser Neuland. Die Hinteraner Politik hatte sich, dem Vernehmen nach, darauf geeinigt, das Thema erstmal ruhen zu lassen. Zu hoch seien die Kosten, selbst für die kleine Lösung, die am Ende übrig blieb. Die große Lösung, an der die Gemeinden Hinte und Krummhörn sowie die Stadt Emden gemeinsam arbeiten wollten, wurde schon Anfang 2020 zu den Akten gelegt.
Und gleiches galt eigentlich auch für die kleine Lösung mit weniger Fläche. Doch die CDU im Gemeinderat möchte das Thema jetzt wieder auf die politische Agenda heben. Erst im November vergangenen Jahres hieß es, auch von Seiten der CDU, dass man das Thema erstmal ruhen lasse. Aber die CDU behielt sich vor, das Gewerbegebiet bei „passender Gelegenheit“ wieder zum Thema zu machen. Das ist nun offenbar der Fall.
Erster Antrag: Westerhuser Neuland – mal wieder
Nach einer internen Klausurtagung haben die Christdemokraten jetzt den Antrag gestellt, dass die Verwaltung das Gewerbegebiet realisieren soll. Die Begründung fußt auf zwei Säulen: Einnahmen und Entwicklung Emdens.
Die Einnahmen-Seite: „Die Gemeinde Hinte braucht langfristig Einnahmen“, heißt es im Antrag der CDU. Die Gewerbesteuer ist ein wichtiger Faktor, um die Kasse der klammen Gemeinde, die weiterhin im Entschuldungsprozess ist. Zudem seien bislang bereits rund 370.000 Euro in das Projekt gesteckt. Aber auch die Entwicklung Emdens sei ein Grund: „Die Energiewende schreitet voran, in Emden wird eine Wasserstoffproduktionsanlage entstehen“, davon könne laut CDU auch Hinte profitieren. Auch andere Gemeinden würden aktuell in Gewerbegebiete investieren.
„Ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist?“
„Ursprünglich waren rund 30 Hektar geplant“, sagt Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) zum Gewerbegebiet auf Nachfrage. Übrig geblieben seien dann rund 4,8 Hektar, bei denen man überlegt hatte, ob man diese alleine realisieren könnte. „Natürlich könnte man mit sehr hohem finanziellen Aufwand da etwas machen“, so Redenius. Aber Konsens sei es gewesen, die Pläne zurückzustellen. Vor allem die notwendige Verkehrsanbindung hatte aufgrund der zu erwartenden Kosten den Enthusiasmus gebremst. Man werde den Punkt aber natürlich wieder im entsprechenden Ausschuss und gegebenenfalls im Rat diskutieren, so Redenius.
Ob die CDU dabei aber Unterstützung erfährt, bleibt erfahrungsgemäß abzuwarten. Denn: Ohne die SPD läuft in Hinte nichts, die Sozialdemokraten haben die absolute Mehrheit. „Wir werden das, wie jeden Antrag, in der Fraktion besprechen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Weerda auf Nachfrage. „Natürlich wäre ein Gewerbegebiet grundsätzlich toll“, sagt er. Auch die SPD habe Westerhuser Neuland weiterhin im Blick. „Aber ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist?“
Zweiter Antrag: Wie wäre es mit Biogas?
Grundsätzlich eher auf Interesse stößt ein Vorschlag, den die CDU in einem weiteren Antrag direkt mit Westerhuser Neuland verbindet: Bau und Betrieb einer Biogasanlage. Hierfür könnte man sich als Standort das bislang auf Eis gelegte Gewerbegebiet vorstellen.
Grundsätzlich solle, unabhängig vom Standort, aber zunächst durch die Verwaltung geprüft werden „ob, wo und wie, Energiegewinnung zum Beispiel durch eine Biogasanlage in Hinte möglich wäre“. Gegebenenfalls solle man entsprechende Experten einladen und auch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Die durch die Biogasanlage gewonnene Energie solle in der Gemeinde zum Beispiel für gemeindeeigene Gebäude genutzt werden.
„Über Biogas haben wir noch nicht gesprochen“
Das sei eine „neue Idee“, so Redenius. Als Gemeinde habe man schon viel in Windkraft investiert und profitiere davon auch, ebenfalls bewege man sich in Sachen Photovoltaik. „Über Biogas haben wir aber noch nicht gesprochen.“
Die SPD als Mehrheitspartei hält sich hier ebenfalls Möglichkeiten offen. „Das müssen wir besprechen“, so Weerda. Grundsätzlich sei man aber für regenerative und möglichst nachhaltige Energiegewinnung.