Wiesmoor-Connection Klagen um Hells-Angels-Bordell sind gescheitert
Das Verwaltungsgericht Bremen hat seine „Eros 69“-Akten geschlossen und die Verfahren um das Bremer Hells-Angels-Bordell eingestellt. Zuletzt hatte ein Profifußballer die Firma gekauft.
Bremen/Wiesmoor - Die beiden Klagen bezüglich des Hells-Angels-Bordells „Eros 69“ in Bremen sind Geschichte. Die Betreiberfirma Joy Company – bis vor kurzem Teil der Wiesmoor-Connection – hatte versucht, mit rechtlichen Mitteln eine Neueröffnung der von dem in Bremen verbotenen Rocker-Club kontrollierten Einrichtung zu erstreiten. Verena Korrell, Pressesprecherin des Verwaltungsgerichts Bremen teilte der Redaktion auf Nachfrage mit, dass das Unternehmen damit gescheitert sei. „Beide Verfahren sind eingestellt worden“, sagte die Vorsitzende Richterin.
Als Grund für die Einstellung nannte Korrell das sogenannte Nichtbetreiben des Verfahrens. Bedeutet: Die Joy Company hat auf Schreiben des Gerichts auch nach Fristsetzung nicht reagiert. „Behandelt wird das wie eine Rücknahme der Klage“, erklärte die Bremer Juristin. Das Gericht sei davon ausgegangen, dass die Joy Company kein Interesse mehr an der eigenen Klage habe. Damit muss das Unternehmen auch alle Gerichts- und Anwaltskosten bezahlen.
Neuer Käufer beteuerte, nichts von Prostitution zu wissen
Zuletzt hatte bei den Bremer Behörden auch eine Prostituierte aus dem Umfeld der Hells Angels einen Antrag auf Wiedereröffnung des Bordells gestellt – war damit aber nach einer ersten Prüfung der Wirtschaftsbehörde gescheitert. Dem Pressesprecher der Wirtschaftssenatorin, Christoph Sonnenberg, zufolge läuft aktuell noch eine Anhörungsfrist in der Sache. „Sofern eine Stellungnahme eingeht, wird diese (…) bewertet und fließt in die abschließende Entscheidung ein“, so der Pressesprecher.
Im Sommer hatten wir öffentlich gemacht, dass ein Luxemburger Profifußballer die Joy Company gekauft hat, der Christian Rademacher-Jelten, den mutmaßlichen Kopf der Wiesmoor-Connection, schon länger kennt. Wir haben Sonnenberg gefragt, ob dieser Mann Kontakt mit den Bremer Behörden aufgenommen hat. „Bestrebungen zur Wiedereröffnung sind hier nicht bekannt“, so der Pressesprecher. Im September hatte der Fußballer uns gegenüber beteuert, von Prostitution nichts zu wissen und den Kauf rückabwickeln zu wollen. Passiert ist das allerdings nicht.
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