Bedarfsanalyse Krummhörn  Das sagt Biregio zum Zustand der Schulen

| | 13.03.2023 14:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An sich in einem guten Zustand, aber die Schließung wird dennoch empfohlen: die Grundschule Greetsiel. Foto: Wagenaar
An sich in einem guten Zustand, aber die Schließung wird dennoch empfohlen: die Grundschule Greetsiel. Foto: Wagenaar
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Die Firma Biregio hat sich die Grundschulen bezüglich des baulichen Zustandes angesehen. Bei zwei von vier Grundschulen gibt es erheblichen Sanierungsbedarf.

Krummhörn - Nicht nur die Kindergärten in der Gemeinde Krummhörn wurden von der Firma Biregio begangen und begutachtet. Auch die Grundschulen in der Gemeinde wurden besucht. Wir erklären, wie die Gutachter vor allem den baulichen Zustand der Grundschulen einschätzen und welche Empfehlungen sie geben.

Was und warum

Darum geht es: Die beiden Grundschulen, die in der Krummhörn im besten Zustand sind, droht die Schließung.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Bildungslandschaft in der Krummhörn interessieren.

Deshalb berichten wir: Wir erklären die öffentlich zugänglichen Teile der Krummhörner Bedarfsanalyse. Dies ist der letzte Erklärteil.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Grundlage der Betrachtung sind die Unterlagen, die die Gemeinde Krummhörn auf ihrer Internetseite öffentlich zur Verfügung stellt.

Grundschule Greetsiel

Für die einzügige Grundschule im Küstenort haben die Gutachter nur wenige Empfehlungen. „Das Schulgebäude ist in einem guten und gepflegten Zustand.“ Eine Mensa ist allerdings nicht vorhanden. Daher empfiehlt Biregio unter anderem zu prüfen, ob eine mobile Essensausgabe in der Aula möglich sei.

Grundschule Jennelt

Der „klassische Mehr-Flügel-Bau“ der Grundschule Jennelt ist laut Biregio in einem „mäßigen Zustand“. Und weiter: „Teilweise sind Räume wegen Schimmelbefalls aktuell ungenutzt, in den Südwesttrakt dringt Wasser ein, einige Wände sehen beeinträchtigt aus. Die Ausstattung der Klassen-, Fach- und Verwaltungsräume ist sichtlich überaltert.“

Der Grundriss der Schule wird von den Gutachtern eher kritisch gesehen. Der Bau böte nicht die Möglichkeit, die pädagogischen Konzepte grundlegend zu ändern. Vom Kollegium der Schule war unter der damaligen Schulleiterin Jutta Lerche-Schaudinn ein völlig neues Konzept für die Arbeit mit den Grundschulkindern ins Gespräch gebracht worden. So oder so: „Bei Weiternutzung des Gebäudes wäre eine zügige, grundlegende Sanierung dringend zu empfehlen. Dabei sollte das Raumprogramm vollständig neugestaltet werden.“, so Biregio.

Grundschule im Gulfhof Loquard

Auch hier hat Biregio wenig auszusetzen. Nur der Lärmpegel könnte aufgrund der Bauart des Gulfhofes, schnell störend wirken. „Optimierungspotenzial oder Veränderungsnotwendigkeiten werden nicht gesehen“, heißt es mit Bezug auf die baulichen Voraussetzungen.

Grundschule Pewsum

Die größte Grundschule der Krummhörn, und neben Jennelt die einzige mit mehr als einem Zug, besteht aus verschiedenen Gebäudeteilen unterschiedlichen Alters. „Der Zustand der älteren Gebäudeteile ist mäßig und offensichtlich sanierungsbedürftig. Die Ausstattung vieler Räume ist sichtlich überaltert“, so die Gutachter.

Insgesamt seien die Räume eher zu klein als in einer optimalen Größe. „Im Keller können 2 große Räume - eine Lehrküche und ein Werkraum mit insgesamt rund 120qm Fläche - nicht genutzt werden.“ Biregio empfiehlt bei Weiterbetrieb zumindest eine grundlegende Sanierung.

Was nicht zu den Schulen drin steht

Wie auch schon bei den Kindertagesstätten, hat die Gemeinde Krummhörn auch die Schlussfolgerungen für die Grundschulen, die Biregio aus der Bedarfsanalyse zieht, nicht öffentlich zugänglich gemacht.

Laut Unterlagen, die dieser Zeitung vorliegen, empfiehlt Biregio ein kombiniertes Vorgehen. Das bedeutet: Schulen und Kindertagesstätten sollen zusammen gedacht und ein entsprechendes Konzept für die Zukunft erarbeitet werden.

Von den von Biregio gemachten Vorschlägen sind noch drei im Rennen: Schließung der Grundschulen Greetsiel und Loquard, obwohl beide noch im guten Zustand sind. Die Standorte könnten dann zu Kitas umgebaut werden. Bei dieser Variante würden Jennelt und Pewsum erhalten bleiben. Bei beiden empfiehlt Biregio eine Sanierung oder gar eine Erweiterung beziehungsweise Neubau. Alternativ könnten Greetsiel, Loquard und Pewsum erhalten werden. Oder es bleibt alles, wie es ist.

Eine weitere Lösung für die Probleme soll von der Politik entwickelt worden sein. Offiziell ist nur bekannt, dass es sich dabei um „eine Mischung aus einer großen und einer kleinen Lösung“ handelt.

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