Zahlen und Fakten  Wie viele Krabben werden in Ostfriesland pro Jahr gefangen?

| | 28.03.2023 14:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Für viele eine Köstlichkeit mit drei unterschiedlichen Namen: Granat, Krabben oder Nordseegarnelen. Foto: DPA/Archiv
Für viele eine Köstlichkeit mit drei unterschiedlichen Namen: Granat, Krabben oder Nordseegarnelen. Foto: DPA/Archiv
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99 aktive Krabbenkutter Kutter entlang der Nordseeküste bis nach Cuxhaven gibt es aktuelll. In Ostfriesland werden vor allem Nordseegarnelen gefangen.

Ostfriesland - 99 Kutter gibt es in den 18 Häfen entlang der Nordseeküste zwischen Ditzum und Cuxhaven. Vor allem die ostfriesischen Kutter sind dabei für einen Großteil des Fangs der beliebten Krabben, also Nordseegarnelen, verantwortlich.

Was und warum

Darum geht es: In ganz Ostfriesland wurden 2021 weniger Krabben gefangen als in einem Ort in Schleswig-Holstein.

Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die hiesigen Traditionsfischer sowie für die aktuelle Debatte um mögliche Verbote interessieren.

Deshalb berichten wir: Seit einigen Wochen machen die hiesigen Fischer auf ihre Situation aufmerksam. Wir nehmen das zum Anlass und werfen in verschiedenen Artikeln thematische Blicke auf die Branche.

Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de

Doch wie viel „Granat“ wird eigentlich pro Jahr aus dem Meer gefischt? Wie geht es den Beständen? Und ist Greetsiel auch bei den Fangmengen der größte Kutterhafen?

Wie viel wird gefangen?

Im Jahr 2021 wurden 67.000 Tonnen der deutschen Gesamtfangmenge von 195.000 Tonnen in der Nordsee gefischt. Das berichtet das Thünen-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. 55.000 Tonnen stammten aus den Westbritischen Gewässern, knapp 17.000 Tonnen aus der Ostsee sowie 26.000 Tonnen aus den Gebieten vor der Norwegischen Küste, Grönland und den Faröern.

Von deutschen Fischern wird vor allem Makrele gefangen (11.400 Tonnen in 2021), auf Platz 2 liegt aber schon die Nordseegarnele mit 8254 Tonnen. Gerade die Fangmengen der Nordseegarnele sind aber starken Schwankungen unterworfen.

Was ist der Haupthafen für Krabben in Ostfriesland?

Eindeutig Greetsiel: 878,69 Tonnen Nordseegarnele wurden 2021 von den dortigen Fischern gefangen. Die Gesamtfangmenge in Greetsiel betrug 879,23 Tonnen. Zum Vergleich:

In Büsum in Schleswig-Holstein, wo jüngst die Nordseefischer demonstrierten, wurden 2021 deutlich mehr Nordseegarnelen gefangen: 2348,98 Tonnen. Das ist mehr als in den ostfriesischen Kutterhäfen zwischen Ditzum und Harlesiel im gleichen Jahr gefangen wurden.

Wie viele Nordseegarnelen werden in Ostfriesland gefangen?

Laut Thünen-Institut betrug die Fangmenge an Krabben in den acht Häfen 2229,24 Tonnen.

Gibt es eine Fangquote für Krabben?

Nein, es gibt keine Höchstfangquote. Allerdings gibt es die Nordseegarnelen nur in der Deutschen Bucht in „bedeutenden Mengen“, so das Thünen-Institut. Dort heißt es auch: „Die Krabbenfischerei hat sich über die Jahre bei starken Schwankungen als profitabel dargestellt. Nach guten Vorjahren waren 2019 und 2020 von starken Gewinneinbrüchen gekennzeichnet.“

Über Lizenzen und technische Eigenschaften der Kutter und Netze gibt es aber indirekte Regulierungen. Zudem sind mittlerweile viele Fischer MSC-zertifiziert und haben einen Bewirtschaftungsplan entwickelt.

Wie steht es um den Krabbenbestand?

Bei Nordseegarnelen handelt es sich laut Thünen-Institut um eine „kurzlebige Art“, für die es „keine vollständige Bestandsberechnung“ gibt. Die aktuellsten Aussagen beziehen sich auf das Jahr 2015. Damals bewertete das Thünen-Institut die Bestände als „übernutzt“, weil sie „wachstums-überfischt“ waren. Das bedeutet: „Durchschnittsgröße der gefangenen Tiere ist zu gering“.

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