Trennung mitten in der Saison George Goguadze und Co. haben Germania Leer verlassen
Vergangenen Sommer waren neun Niederländer ein wichtiger Faktor im neuen Germania-Kader. Die Zahl schrumpfte immer mehr. Nun sind alle weg. Die Gründe sind plausibel, die Hintergründe interessant.
Leer - Was mit neun Spielern im Sommer 2022 begonnnen hatte, ist nun beendet: Kein von George Goguadze vermittelter Spieler aus den Niederlanden gehört mehr zum Kader des Fußball-Bezirksligisten VfL Germania Leer. Mit den noch verbliebenen „Goguadze“-Spielern kam es nun zur Trennung mitten in der Saison. Der neue Sportliche Leiter Harry Janssen, der sich vor allem um die Planungen für die neue Saison kümmert, ließ nach Rücksprache mit dem Germania-Vorstand ausrichten: „Ich kann die Trennung bestätigen. Aufwand und Ertrag passten für beide Seiten nicht mehr zusammen.“
Bereits in den Aufstellungen der beiden jüngsten 1:3-Niederlagen beim FC Norden und zuvor gegen Germania Wiesmoor tauchten die Namen George Goguadze (17 Einsätze), Jarickson Saragoza (13) und Kristiyan Zarkov (16) in der Startelf und auch auf der Auswechselbank nicht mehr auf. Yoeri Scholte (16), Israel Metkelawi (13), Marco Ooost (4) und Leon Bozanic (2) standen aus verschiedensten Gründen seit der Rückrunden-Vorbereitung ohnehin nicht mehr zur Verfügung.
In Germania-Trikots 1:20 verloren
Und in der Winterpause waren mit David Goguadze (18) und Jayden Plassaer (18) die beiden leistungsstärksten Spieler zum SV Wilhelmshaven gewechselt. Beim Landesliga-Zweiten erkämpften sich die beiden auch direkt einen Stammplatz. George Goguadze hatte den Wechsel mit vermittelt. Er erhofft sich, talentierte Fußballer aus den Niederlanden in den Nordwesten Deutschlands zu bringen. Aus seinem bunten Team der „Talent Academy“ dürfte sich im Januar kein weiterer für den SVW empfohlen haben. Ein Freundschaftsspiel zwischen dem SVW und den Goguadze-Spielern gewann der Landesligist 20:1. Das Talent-Team trat in Trikots von Germania Leer an, auch wenn die Partie keine von Germania Leer war.
Nach dem Abgang fast der gesamten Mannschaft zum Ende der Saison 2021/2022 musste Germania aus der Not einen neuen Kader zusammenstellen. Ein wichtiger Teil waren zunächst die von George Goguadze vermittelten Niederländer, die sich allerdings längst nicht alle einen Stammplatz erspielen konnten. Manche spielten auch nur eine Nebenrolle.
Das Schweigen von Goguadze
Durch Verstärkungen aus der Germania-Reserve konnte in den vergangenen Wochen manch personelle Lücke im VfL-Kader zuletzt gestopft werden. Bei Germania befinden sich zudem vier weitere Amerikaner aus der Schüttorfer Akademie im Training. „Wir hoffen, dass sie Ostern spielberechtigt sind“, sagt Trainer Arndt Watzema. Das würde die personelle Situation stark verbessern.
George Goguadze fungierte in Leer zudem als spielender Co-Trainer. Erst unter Trainer Frank Bajen, nach dessen Rücktritt unter Arndt Watzema. Mit Spielerberater Rüdiger Schult wurde Ende Februar ein weiterer Co-Trainer installiert. George Goguadze wollte sich zu den Gründen für das vorzeitige Ende des Germania-Engagements nicht äußern.
Germania stellt sich neu auf
Einer könnte sein, dass der Niederländer mit georgischen Wurzeln offensichtlich auch gerne mehr Kompetenzen gehabt hätte. Sein Abschied aus Leer ist auch in seinem Social-Media-Account ersichtlich. „Manager VfL Germania Leer“ ist dort nicht mehr zu lesen. Der von Germania für die Fahrten der Niederländer von Groningen nach Leer zur Verfügung gestellte Kleinbus ist inzwischen auch wieder in Leer.
Spielte Goguadze im turbulenten Sommer 2022 noch eine strategische Rolle, um überhaupt einen Kader auf die Beine zu stellen, wäre dies nun auch nicht mehr der Fall gewesen. Auch sportlich gehörte der 29-Jährige nicht mehr zu den Leistungsträgern. Nach dem schwierigen „Übergangsjahr“ steht die Rückkehr zu mehr regionalen Spielern auf der VfL-Agenda. Der neue Sportliche Leiter Harry Janssen und der künftige Trainer Erhan Colak treiben die Planungen diesbezüglich voran, gaben in den vergangenen Tagen mit einem Trio von Frisia Loga und der Vertragsverlängerung von Kapitän Nick Kaßmann auch erste Personalien bekannt.
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