Generationswechsel  Heimatverein wird digital(er)

| | 14.04.2023 15:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Menno Müller ist der neue Archivar des Heimatvereins Krummhörn. Und er hat sich ein sportliches Ziel gesetzt: Bis Ostern kommenden Jahres will er das komplette Archiv digitalisieren. Foto: Hock
Menno Müller ist der neue Archivar des Heimatvereins Krummhörn. Und er hat sich ein sportliches Ziel gesetzt: Bis Ostern kommenden Jahres will er das komplette Archiv digitalisieren. Foto: Hock
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Zwei Jahre in Folge gibt es beim Heimatverein Krummhörn Veränderungen im Vorstand. Nun will man sich neu sortieren und dann wieder durchstarten.

Krummhörn - Heimatverein, das klingt immer ein bisschen altbacken. In der Krummhörn, vor allem in Pewsum, erfüllt der Heimatverein aber eine wichtige Funktion: Er kümmert sich um die Manningaburg mit zugehörigem Museum und auch um die Pewsumer Mühle mit dem Handwerksmuseum. Der Verein hat ein paar harte Jahre hinter sich, hat nun aber eine Verjüngungskur gestartet und will wieder Anlauf nehmen.

Der Anlauf wird dieses Jahr in Anspruch nehmen, deswegen will der zu guten Teilen neu gewählte Vorstand um den 1. Vorsitzenden Detlef Meyer-Rongelraths in diesem Jahr vor allem bei Veranstaltungen etwas kürzer treten. Aber im Hintergrund laufen die Arbeiten weiter.

Jüngerer Vorstand bedeutet: Weniger Zeit

Eine Herausforderung: Wann soll man sich treffen? „Zuvor bestand der Vorstand nur aus Rentnern“, so der 1. Vorsitzende Detlef Meyer-Rongelraths. Seit der jüngsten Jahreshauptversammlung sei dies anders, mit Aafke und Klaus Weermann sind jetzt zwei berufstätige Vorstandsmitglieder dabei. „Da verlagert sich zeitlich viel, man kann sich nicht mehr einfach mittags treffen“, so Meyer-Rongelraths.

Klaus Weermann ist für Philipp Herlyn in den Vorstand gekommen, Menno Müller hat das Archiv vom langjährigen Heimatverein-Archivar Petrus Meyer übernommen. Aber auch Meyer-Rongelraths ist erst seit gut einem Jahr im Amt, nachdem es bereits bei der vorvergangenen Jahreshauptversammlung ein paar Neuerungen gab. Nun sei die Verjüngungskur aber erstmal soweit vollzogen, aber man wolle dieses Jahr nutzen, um „wieder Anlauf zu nehmen“. Die in diesem Jahr ausfallenden größeren Veranstaltungen wie das Mühlen- und Burggartenfest sollen ab 2024 wieder stattfinden. Auch will man mehr mit anderen Vereinen zusammenarbeiten und Veranstaltungen organisieren. Ein Ziel, welches Meyer-Rongelraths schon zum Amtsantritt ausgegeben hat.

Nach mehr als 600 Jahren endlich Internet

Dafür konzentriere man sich in diesem Jahr auf den Museumsbetrieb. Neben den neuen Öffnungszeiten soll es im Museum aber auch digitaler vorgehen. Nicht nur bekommt die erstmals 1404 erwähnte Manningaburg bald Internet, auch der neue Archivar Müller hat sich ein sportliches Ziel gesetzt: Er will bis Ostern 2024 das komplette Archiv des Heimatvereins digitalisieren.

Bei den Arbeiten hat der 65-jährige Müller schon ein paar Schätze gefunden, darunter alte Versteigerungsbücher, in denen unter anderem Haushaltsversteigerungen aus längst vergangenen Zeiten dokumentiert sind.

Wie geht es mit der Mühle weiter?

Unklar ist weiterhin, wie es mit dem Mühlenmuseum weitergehen wird. Der Heimatverein macht sich Sorgen um die noch in der Mühle verbliebenen Exponate, die nun schon länger Feuchtigkeit und Schimmel ausgesetzt sind. Die Schreibmaschinen beispielsweise würden schon rosten. Aber: Der Heimatverein hat bislang keine Unterstellmöglichkeit für die Exponate gefunden.

Seit etwas mehr als einem Jahr ist die Pewsumer Mühle und das zugehörige Handwerksmuseum bereits wegen Schimmelbefall gesperrt. Zuvor war wegen der Corona-Pandemie ein Betrieb auch nur begrenzt möglich. Erste Arbeiten hat die Gemeinde Krummhörn, der die Mühle gehört, veranlasst. Aussagen darüber, ob die Mühle umfassend saniert werden kann, gibt es aber von offizieller Seite noch nicht.

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