Werder besiegt Ostfriesen Abstieg von Kickers ist nun besiegelt – trotzdem Grillparty
Kickers war in Bremen nicht völlig chancenlos. Doch die Gäste kassierten eine Niederlage und planen nun die neue Saison. Ein BSV-Akteur lud die Spieler hinterher zum Grillen ein.
Bremen - Seit Samstag um 15.50 Uhr sind einschränkende Begriffe wie voraussichtlich, vermutlich oder höchstwahrscheinlich nicht mehr nötig, wenn es um die Beschreibung des sportlichen Schicksals von Kickers Emden geht. Mit der 0:3-Niederlage bei der U23 von Werder Bremen ist der Abstieg des Aufsteigers endgültig besiegelt – am Tag, nachdem der Einstieg von Henning Rießelmann als künftiger Kickers-Boss auf noch nicht fixierter Ebene bei den Emdern bekannt geworden ist. Selbst mit sechs Siegen in den sechs ausstehenden Partien wäre für das Schlusslicht nicht einmal mehr der drittletzte Rang möglich. „Es hat für diese Liga einfach nicht gereicht“, räumte BSV-Trainer Stefan Emmerling hinterher ein.
Weil jeder Emder seit Wochen um diese Konstellation wusste, hielt sich die Trauer in Grenzen. Stunden später war sogar Party angesagt. Denn der scheidende Kickers-Akteur Nick Köster – er wechselt zum vermutlichen Landesliga-Aufsteiger BV Garrel – lud die Spieler zum Grillen am Abend bei sich zu Hause in Oldenburg ein.
Rießelmann nicht vor Ort
Auch im Spiel herrschte aus Gäste-Sicht keine Trauerstimmung. Die Ostfriesen genossen in Bremen vielmehr reichlich Unterstützung. Der neue Kickers-Macher Henning Rießelmann hatte zwar aus beruflichen Gründen keine Zeit zur Tour nach Bremen. Dafür aber legte sich ein harter Kern von rund 30 Kickers-Fans gesangstechnisch mächtig ins Zeug und trieb die BSV-Mannschaft auf Platz 11 fast 90 Minuten lang lautstark nach vorne.
Der Rückhalt der Fans und sicher auch die motivierende Zusage von Hoffnungsträger Rießelmann sorgte dafür, dass die Gäste trotz sportlich aussichtsloser Lage, die Punkte bei Werder II nicht kampflos abgaben. So war der BSV keinesfalls um drei Tore schlechter. „Wir waren nicht chancenlos“, analysierte Kickers-Trainer Stefan Emmerling. „Nur die Tore sind mal wieder zu blöden Zeitpunkten gefallen.“
1:0 schon in der 11. Minute
Das 1:0 sahen die Zuschauer, zu denen auch Prominente wie Werders langjähriger Reserve-Trainer Thomas Wolter, Oldenburgs Ex-Coach Dario Fossi oder Trainer-Routinier Uwe Erkenbrecher gehörten, bereits in der 11. Minute. Als der Ball nach einer zunächst abgewehrten Ecke zurück in den Kickers-Strafraum gelangte, traf ein Mann aus Werders Bundesligakader zum 1:0. Dikeni-Rafid Salifou glückte das Führungstor mit der ersten Bremer Chance aus dem Gewühl heraus.
Die Emder agierten auch in der Folge passabel und hatten zweimal sogar das 1:1 auf dem Fuß. Zunächst schoss Ismet Osmani aus nur sieben Metern über das Tor (22.). Sieben Minuten später scheiterte André N‘Diaye am Werder-Schlussmann. Danach passierte wenig, ehe sich die Emder das fast schon obligatorische Gegentor kurz vor der Pause einfingen. Einen Schuss von Jannic Ehlers wehrte Kickers-Torhüter Isaak Djokovic zunächst noch ab. Doch im Nachsetzen bugsierte Ehlers den Ball liegend über die Torlinie.
Tor durch Ex-Profi Bargfrede
Nach dem Wechsel setzte ein langjähriger Bremer Profi frühzeitig den Schlusspunkt in dieser Partie. Werders 205-fache Bundesligaspieler Philipp Bargfrede schob den Ball nach einem Eckball in der 50. Minute zum 3:0 ins Netz.
Statistik
Emden: Djokovic – Kugland (75. Braun), Dassel (81. Lombaya), Jabbie – N‘Diaye, Köster (75. Goosmann), Eilerts, Visser (75. Cordes) – Osmani, Bircan, Steffens (56. Friesen). Tore: 1:0 Salifou (11.), 2:0 Ehlers (45.), 3:0 Bargfrede (50.).
„Danach ist es natürlich schwer, noch ins Spiel zurückzukommen“, konstatierte Stefan Emmerling. Immerhin kämpften seine Mannen tapfer weiter. Die Bremer mit dem jungen Ostfriesen Lasse Rosenboom in der Abwehr blieben zwar spielerisch überlegen, kamen aber nicht mehr zu echten Chancen.
So verließ der BSV mit einer nahezu standesgemäßen 0:3-Niederlage das Feld. Viele Akteure stiegen bei der Rücktour in Oldenburg aus dem Bus, um sich bei Steak, Bratwurst und Kaltgetränken zu trösten. Sie alle wissen, dass nach der Saison-Entscheidung direkt die Gespräche mit Henning Rießelmann über den Neustart in der Oberliga auf der Tagesordnung stehen werden.
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