Musik auf Vinyl  Für die neue LP von Marco Heyl hat die Uhr geschlagen

| | 02.05.2023 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Einer Teilauflage seiner neuen LP „The Time Machine collapses“ (Cover rechts) hat Marco Heyl eine Taschenuhr beigelegt. Foto: Lüppen
Einer Teilauflage seiner neuen LP „The Time Machine collapses“ (Cover rechts) hat Marco Heyl eine Taschenuhr beigelegt. Foto: Lüppen
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Der Neermoorer hat sich für sein neues Album eine besondere Zugabe ausgedacht. Für die Vermarktung war er auf der weltgrößten Vinyl-Börse.

Neermoor - Einen weiten Weg hat Marco Heyl aus Neermoor auf sich genommen, um seine neue LP „The Time Machine collapses“ zu vermarkten. Er setzte sich um 6 Uhr morgens ins Auto, im Kofferraum mehrere Kartons mit seinen Platten. Stunden später stand er damit in ‘s Hertogenbosch in der niederländischen Provinz Nord-Brabant. „Ich habe die Kartons auf so einen Rollwagen gepackt und bin losgezogen“, sagt er.

Was und warum

Darum geht es: Seit mehr als zehn Jahren vermarktet Marco Heyl seine Platten selbst, immer auf Vinyl gepresst

Vor allem interessant für: Musikfans

Deshalb berichten wir: Marco Heyl hat uns erzählt. wie es bei Record Planet in ’s-Hertogenbosch gelaufen ist

Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de

Record Planet ist die weltgrößte Börse für Schallplatten und zieht Verkäufer, Käufer und Sammler aus aller Welt an. Heyl hoffte, unter den Hunderten von Anbietern Abnehmer für seine Musik zu finden. Seit mehr als zehn Jahren veröffentlicht er alles exklusiv auf Vinyl im Selbstverlag, ohne den Vertrieb einer Plattenfirma im Rücken. Schon im Herbst war er auf der Riesenplattenbörse, damals lief es für ihn gut.

Börsenbesuch lohnte sich am Ende doch

Deshalb habe er sich am 22. April erneut auf den Weg zum Record Planet gemacht. „Aber es war anfangs schwierig“, sagt er. An den ersten Ständen, bei denen er fragte, blitzte Heyl ab. Er sei schon etwas frustriert gewesen, nach guten Verkäufen im Herbst hatte er sich mehr versprochen. „Aber dann hat es doch noch geklappt“, freut er sich. Mehrere Händler hätten seine Schallplatten genommen, um sie weiterzuverkaufen.

Außerdem konnte der Neermoorer Kontakt zu einem Mitarbeiter des Musikmagazins „Empire Music“ aufnehmen. Diese Zeitschrift für Prog und Artrock gibt es ausschließlich online, aber das Publikum interessiert sich genau für die Musikrichtung, die Heyl aufnimmt: progressive Rockmusik. „Da sollen jetzt Besprechungen von fast allen meiner Alben erscheinen“, sagt Heyl.

Experimentelle Klänge mit Bohrhammer

Darunter gehört auch die neue Platte, „The Time Machine collapses“. Dafür hat Heyl mit befreundeten Musikern drei neue Songs aufgenommen. Alle anderen Titel sind schon auf früheren Alben erschienen, aber sie wurden komplett neu eingespielt: „Jetzt klingen sie so, wie es eigentlich immer schon sein sollte“, sagt Heyl – aber das habe er selbst erst bei der Arbeit daran gemerkt. Die Stücke hätten einen komplett neuen Charakter.

Auf der Uhr ist der Name des Musikprojekts M.H.'s Psychedelic Ground eingraviert, auf der anderen Seite der Albumtitel. Foto: Lüppen
Auf der Uhr ist der Name des Musikprojekts M.H.'s Psychedelic Ground eingraviert, auf der anderen Seite der Albumtitel. Foto: Lüppen

Mit dem Titelstück hat er sich zusammen mit Produzent Daniel Holtz auf das Experimentierfeld gewagt: Neben den verzerrten Klängen von Gitarre und Keyboard kann man auch Bohrhämmer, Hammer und Garagentore stark verfremdet hören. Außer Marco Heyl wirken auf dem Album Nico Heyl (Bass), Nils Dietrich (Schlagzeug), Daniel Holtz (Schlagzeug) und Werner Britz (Saxofon und Querflöte) mit. Das Cover wurde vom Künstler Uli Bohmann gestaltet.

Besondere Zugabe zur Platte

Der Titel erinnere an das Buch des Science-Fiction-Pioniers H.G. Wells, das bereits im 19. Jahrhundert erschienen ist. Das habe ihn auf die Idee gebracht, einen Teil der LP-Auflage mit einer besonderen Zugabe zu verkaufen. Heyl bestellte 60 Taschenuhren mit Klappdeckel, auf deren Gehäuse der Albumtitel und der Name seines Musikprojekts M.H.‘s Psychedelic Ground eingraviert sind. „Es gibt noch einige Exemplare davon“, sagt er. LP und Uhr zusammen kosten 60 Euro, die LP einzeln 25 Euro.

Das Cover wurde wieder von Uli Bohmann gestaltet und zeigt Marco Heyl. Foto: Lüppen
Das Cover wurde wieder von Uli Bohmann gestaltet und zeigt Marco Heyl. Foto: Lüppen

Damit ist die Platte etwas teurer als ihre Vorgänger. Doch Heyl musste für die Produktion selbst tiefer in die Tasche greifen. Obwohl er eine 140-Gramm-Qualität wählte statt 180-Gramm-Vinyl wie vorher, stiegen die Kosten um mehr als ein Drittel. Wer sich dafür interessiert, kann das Album bei Marco Heyl (Tel. 04954 / 894196) bekommen.

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