Gerechtigkeit bei Kindergartenplätzen  Stadt Weener führt Punktesystem für Platzvergabe ein

| | 04.05.2023 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Krippen- und Kindergärtenplätze in städtischen Einrichtungen werden in Weener künftig nach einem Punktesystem vergeben, das für mehr Gerechtigkeit sorgen soll. Foto: Pixabay
Die Krippen- und Kindergärtenplätze in städtischen Einrichtungen werden in Weener künftig nach einem Punktesystem vergeben, das für mehr Gerechtigkeit sorgen soll. Foto: Pixabay
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In Weener gibt es zu wenig Krippen- und Kindergartenplätze, die sich wirklich am Bedarf in den Familien orientieren. Mit einem neuen System will die Stadt jetzt für mehr Gerechtigkeit sorgen.

Weener - Die Stadt Weener führt ein neues Ranking für die Vergabe von Plätzen in städtischen Kindertagesstätten ein. Das soll zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen. Eine Punkteverteilung soll eine Gleichbehandlung sicherstellen und zu transparenten Vergaberichtlinien führen, das sich am Bedarf der Familien orientiert. Das wurde in der Sitzung des Sozialausschusses der Stadt Weener am Donnerstag vergangener Woche beschlossen.

Kriterien für die Vergabe sind nicht neu und werden in Weener schon seit Ende der 1990er Jahre angewandt. Dazu zählten unter anderem soziale Härtefälle, Kinder von berufstätigen und alleinerziehenden Elternteilen und Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Diese sollen auch künftig angewandt, aber noch durch weitere ergänzt und nach einem Punktesystem vergeben werden.

Testlauf für Punktesystem

Sind alleinerziehende vormittags oder ganztags in einer Schulausbildung oder gehen einem Beruf nach, wird das mit zwölf Punkten bewertet. Dasselbe gilt bei Eltern, die beide vormittags oder ganztags eine Schulausbildung machen oder berufstätig sind. Für sogenannte Integrationskinder werden zehn Punkte angerechnet. „Das rechnerische Gesamtergebnis nach sozialen Kriterien soll für mehr Gerechtigkeit sorgen“, erläuterte Traute Abbas, die als stellvertretende Fachbereichsleiterin bei der Stadt Weener für Krippen und Kindergärten verantwortlich ist.

Wie sie in der Sitzung berichtete, sei das Punktesystem bereits bei den jährlichen Elternbeiratsversammlungen und auf offene Ohren gestoßen. „Bei der diesjährigen Platzvergabe haben wir es probeweise angewandt“, erzählte Traute Abbas. Alle Punkte der zutreffenden Merkmale werden addiert. So erhält jedes Kind eine Gesamtpunktzahl. Die Platzvergabe beginnt mit dem Kind mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Ziel ist, den Erstwunsch oder zumindest einen der angegebenen Alternativwünsche zu erfüllen. Ist das nicht möglich, wird nach ein Nachmittagsplatz in einer Einrichtung angeboten.

Aktuell gibt es in Weener für das Kindergartenjahr 2023/2024 zu wenig Plätze. Insgesamt 13 Kinder mit einem Rechtsanspruch auf einen Platz stehen auf der Warteliste. Im Bereich der Kindergärten gibt es neun freie Vormittagsplätze und sieben Kinder ohne Vormittagsplatz auf der Warteliste. Weitere Eltern von 14 Kindern wünschen sich einen Wechsel in eine Vormittagsgruppe. Nachmittagsplätze gibt es noch 23. Sie werden nach Auskunft der Stadt von den Eltern aber immer weniger angenommen, weil sie nicht dem Bedarf entsprechen. Entschärfen werde sich die Situation erst mit der Fertigstellung der Kindertagesstätte in Tichelwarf.

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