Geplantes Hotel Jufa und das Schweigen am Greetsieler Deich
Nach der ersten öffentlichen Vorstellung der Jufa-Pläne für Greetsiel war klar, dass es noch Gesprächsbedarf gibt. Stattdessen herrscht aber Schweigen rund um das Hotel-Projekt.
Greetsiel - Es gab Gegenwind, als im Februar Jufa-Hotelkettengründer Gerhard Wendl und Claudia Oberhofer (Projektleiterin) die Pläne für das Jufa-Hotel in Greetsiel vorstellten. Dennoch gaben sich die beiden Österreicher optimistisch und offen, was das Projekt angeht. Doch danach änderte sich die Taktik des Unternehmens.
Was und warum
Darum geht es: Statt auf Informationen setzt die Hotelkette Jufa auf Schweigen, was die Pläne für Greetsiel angeht.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die (touristische) Entwicklung Greetsiels interessieren
Deshalb berichten wir: Wir haben seit Februar mehrfach versucht, mit der Jufa-Kette Kontakt aufzunehmen. Vergeblich. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Denn seit der ersten Vorstellung der zwar in Ansätzen konkreten, aber dennoch weiter sehr allgemein gefassten Pläne für den 90-Zimmer-Hotelneubau nahe dem Greetsieler Ortskern herrscht: Schweigen.
Jufa wollte 2019 „Meeresluft schnuppern“
Es ist nicht das erste Mal in der nunmehr rund fünfjährigen Geschichte rund um das Projekt, dass Stille herrscht. Krummhörns ehemaliger Bürgermeister Frank Baumann (SPD) hatte immer wieder angekündigt, dass es bald weitergehen werde. Mitunter wurden von Verwaltung und auch von Politik große Hoffnungen in das Projekt gesteckt, würde es doch theoretisch eine Weiterentwicklung des touristischen Angebots für Greetsiel bedeuten.
Ausgeguckt hatten sich Gemeinde, Investor und Jufa ein Grundstück in bester Lage, nahe des Deiches. „Wir wollen bei Jufa Meeresluft schnuppern“, sagte Wendl bereits 2019 in einem österreichischen Tourismus-Fachmagazin. Doch außer Willensbekundungen blieb eine genaue öffentliche Projektvorstellung bis Anfang dieses Jahres aus.
Kontaktaufnahme gestaltet sich schwierig
Zuvor war es immer wieder schwierig, Antworten von Jufa zu bekommen. Anfragen dieser Zeitung wurden meistens völlig ignoriert oder es wurden Antworten zugesagt – dann aber nie geliefert. Anfragen wurden nur in den aller seltensten Fällen beantwortet.
Ein Muster, welches sich jetzt fortsetzt. Auf der Infoveranstaltung im Februar wurde am Ende der Schaltung - Wendl und Oberhofer waren per Video zugeschaltet - zugesagt, dass die Presse die Präsentation bekommen wird. In den nächsten Tagen entsprechende Nachfragen dieser Zeitung bei der Gemeinde, wo das Material bleibe. Schlussendlich bat die Verwaltung darum, doch direkt mit Jufa Kontakt aufzunehmen. Das geschah, eine Zusendung wurde zugesagt – und nichts passierte.
Verwaltung treibt Pläne erstmal nicht voran
Auch Krummhörns amtierende Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) kann auf Nachfrage nur mitteilen: „Es gibt nichts Neues.“ Aktuell würden die Planungen nicht weiter vorangetrieben. Ursprünglich sollte bereits im Februar ein entsprechender Bebauungsplan verabschiedet werden. Man wolle aber nochmal das Gespräch mit der Jufa-Kette suchen.
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Nachdem im Februar noch heiß über das Projekt diskutiert wurde, ist es aber auch in der Bevölkerung still geworden. An einer Umfrage dieser Zeitung, ob das Hotel mit 90 Zimmern eine gute Idee für Greetsiel sei, nahmen nur 56 Personen teil. Davon waren 64 Prozent der Meinung: Nein. Repräsentativ ist das allerdings nicht: Greetsiel hat knapp 1400 Einwohner.
Nachfragen durch diese Zeitung bei Jufa, ob das Projekt denn überhaupt noch weiter verfolgt werde, blieben bislang unbeantwortet.