Reisen Emden bereitet sich auf Fährverbindung nach Kristiansand vor
Wie steht es um die geplante Fährverbindung von Emden nach Kristiansand? Die Stadt ist zuversichtlich.
Emden - Es sind noch einige Fragen offen und mancher fragt sich schon: Wird das etwas mit der Fährverbindung Emden-Kristiansand? Auf der Internetseite von Holland Norway Lines (HNL) wird das weiterhin verkündet. Zu einigen Fragen, zum Beispiel zu Park- und Warteflächen, gibt es aber noch keine Details – und das nur wenige Wochen vor Start. Ab dem 1. Juni will die Reederei HNL Emden als Abfahrts- und Ankunftshafen für die Verbindung nach Norwegen nutzen.
Was und warum
Darum geht es: Die Stadt Emden ist weiterhin zuversichtlich, dass die neue Fährverbindung wie geplant starten kann. Die Reederei äußert sich bislang nicht weiter.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für das neue (touristische) Angebot interessieren, welches Emden mit Norwegen verbinden soll
Deshalb berichten wir: Ab Juni soll Emden eine Fährverbindung nach Norwegen bekommen. Wir wollten wissen, wie die Planungen laufen. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Seit Mitte April nutzt HNL Cuxhaven als Start- und Landeort. Die erste Überfahrt musste allerdings um ein paar Tage verschoben werden. Auch bei dieser Zeitung meldeten sich Leser, die sich fragen, ob der Zeitplan einzuhalten ist. Denn: Von vorbereitenden Arbeiten ist bislang wenig bis gar nichts zu sehen.
Stadt passt Beschilderung an
Die Stadt Emden steckt, so heißt es auf Nachfrage aus der Presseabteilung, aktuell in den Vorbereitungen. „Vieles von dem, was gerade passiert, ist aber nicht direkt sichtbar“, so Stadtsprecherin Theda Eilers. An diesem Mittwoch gab es aber erst ein Treffen „mit allen Beteiligten“, darunter auch HNL, Niedersachsen Ports und AG Ems. „Wir planen weiter für den Start am 1. Juni“, so Eilers. Es stehe zwar noch einiges an Vorbereitungen an, man sei aber „weiterhin zuversichtlich“.
Details zur geplanten Verkehrsführung gibt es ebenfalls. Hier will sich die Stadt die bestehende Beschilderung zum Borkumkai zunutze machen. „Die vorhandenen Wegweiser werden zunächst durch das Nationalitätenkennzeichen ‚N‘“ ergänzt, heißt es. Wenn genügend Platz auf dem Wegweiser ist, soll zusätzlich „Kristiansand“ ergänzt werden. An rund 25 Standorten im Stadtgebiet müssten die Schilder entsprechend angepasst werden. „Diese Maßnahmen werden pünktlich fertiggestellt“, so die Stadt. Im Bereich des Borkumkais „werden die Reisenden dann durch spezielle Wegweisung aufgenommen und zum Anleger geführt“. Über die finale Wegeführung im Nahbereich sowie die Zuweisung von und die Wegweisung zu den Parkplätzen würden noch Gespräche geführt. Für diese Bereiche sind Niedersachsenports und die AG Ems zuständig.
Hafenwirtschaft antwortet nur kurz
Die Antworten aus der Hafenwirtschaft auf die Frage nach den Vorbereitungen und dem Starttermin sind deutlich und kurz. „Unser Anleger ist klar und kann jederzeit genutzt werden. Alle anderen Fragen kann Ihnen nur die HNL beantworten“, heißt es seitens der AG Ems, die einen ihrer Anleger zur Verfügung stellt. Der Anleger wird bislang vor allem für Autotransporte genutzt.
Auch Hafenbetreiber Niedersachsen Ports spricht davon, dass die Planungen und Abstimmungen laufen. „Aktuell sind wir in den Vorbereitungen, um die Fährverbindung nach Kristiansand in den Emder Hafen zu verlegen“, heißt es in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage dieser Zeitung. Dazu sei Niedersachsen Ports „mit allen beteiligten Unternehmen sowie der HNL in enger Abstimmung, um alle nötigen Vorkehrungen zu treffen“. Weitere Auskünfte könne man nicht geben.
HNL bleibt Antwort schuldig
HNL äußerte sich in den vergangenen Tagen trotz Nachfrage nicht. Gegenüber dem niederländischen „Dagblad van het Noorden“ sagte HNL-Finanzdirektor Wilbert Boneschansker am 3. Mai, dass man bei den Arbeiten in Emden im Zeitplan liege. Derweil, das berichten sowohl das Dagblad als auch RTV Noord, lässt Eemshaven die Reederei nicht los. Auch in Emden erklärte HNL, dass es das Ziel sei, wieder nach Eemshaven zurückzukehren. Hier hatte es zuletzt keinen gesicherten Liegeplatz mehr gegeben, weswegen die Reederei nach Deutschland ausweichen musste.
Im Hafen von Eemshaven, der zu Seaports Groningen gehört, wurde laut der beiden niederländischen Medien aktuell das Passagierterminal von HNL abgerissen. Dabei handelte es sich um ein sechzig mal dreißig Meter großes Zelt, welches neben dem Check-In auch ein kleines Restaurant beheimatete. Für das ebenfalls von HNL gepachtete 2,2 Hektar große Gelände im Hafen von Eemshaven sucht die Reederei RTV Noord zufolge nach einem Zwischenmieter.
Seit 2002 Fährverbindung nach Norwegen
Die Reederei hat mit Groningen Seaports laut RTV Noord einen fünfzigjährigen Erbpachtvertrag für das Hafengelände in Eemshaven abgeschlossen, wobei Holland Norway Lines verpflichtet ist, nach besten Kräften einen eigenen Kai zu bauen. HNL, die seit April 2002 Fährverbindungen nach Norwegen anbieten, hatte geplant, bis Oktober vergangenen Jahres einen eigenen Liegeplatz zu realisieren, konnte laut Medienberichten aber die dafür erforderlichen Investitionsmittel in Höhe von 10 bis 15 Millionen Euro nicht aufbringen.
Wilbert Boneschansker betonte Anfang Mai RTV Noord gegenüber, dass man nur einen vorübergehenden Mieter suche, um die laufenden Kosten etwas aufzufangen. Ziel sei es immer noch, nach Eemshaven zurückzukehren. Im August müssten die Anteilseigner einen Beschluss über die Baupläne in Eemshaven fassen, und dann könne im vierten Quartal dieses Jahres der erste Spatenstich erfolgen. Wenn alles gut gehe, könnte die MS Romantika dann vor der Hochsaison 2024 nach Eemshaven zurückkehren, wird Boneschansker widergegeben.
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