Bildung in der Krummhörn Kommt jetzt die Entscheidung zu Kitas und Grundschulen?
Der Gemeinderat in der Krummhörn will sich am Mittwoch auf eine gemeinsame Linie einigen. Bei der Diskussion um Erhalt und Schließung von Kitas und Grundschulen sind noch zwei Varianten im Rennen.
Krummhörn - Ende Mai könnte die Entscheidung fallen, welche Richtung die Gemeinde Krummhörn beim Thema Grundschulen und Kindergärten einschlägt. Am 22. Mai tagt der Bildungsausschuss. Schon bei einer vergangenen Sitzung stand das Thema auf der Tagesordnung. Aber jetzt ist etwas anders.
Im März hatte die Verwaltung bereits eine Beschlussempfehlung ausgesprochen. Das wurde von mehreren Ratsgruppen stark kritisiert. Daraus hat Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) offenbar gelernt. Für die kommende Sitzung am 22. Mai wird nur noch von Grundsatzbeschlüssen gesprochen. In der Sitzungsvorlage listet die Verwaltung nur noch auf, welche Varianten noch zu Debatte stehen. Eine Beschlussempfehlung, wie sonst üblich, wird nicht ausgesprochen.
Weitere Klausurtagung am Mittwoch
Das kann sich aber noch ändern. An diesem Mittwoch, 17. Mai, soll eine weitere ratsinterne Klausurtagung stattfinden. Hier sollen auch die noch ausstehenden Stellungnahmen der Fachbehörden (Landkreis Aurich, Landesjugendamt, Landesschulbehörde) mit in die Diskussion um die Varianten einfließen. „Die Erkenntnisse der Klausurtagung dienen somit als Grundlage für die Festlegung einer Beschlussempfehlung für die Sitzung des Bildungsausschusses am 22. Mai 2023“, heißt es in den Sitzungsunterlagen.
„Variante 2“ (die Nummerierung entstammt noch aus der ersten Vorstellung): Es wird sich auf eine sicher zweizügige Grundschule in Jennelt und eine sicher dreizügige Grundschule in Pewsum konzentriert. Die bestehenden Gebäude werden saniert. Die jetzigen Grundschulen Greetsiel und Loquard werden zu größeren Kindertagesstätten umfunktioniert, die wiederum „einige der kleinen, nicht entwicklungsfähigen Kitas ersetzen“, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt.
„Variante 3“ (sehr verkürzt): Es wird nur noch eine Grundschule geben, die aber zwei Dependancen beziehungsweise Außenstellen hat. Hier wird die Grundschule Jennelt aufgegeben und das Gebäude zusammen mit der bereits bestehenden Kita zu einer neuen Kindertagesstätte umfunktioniert. Die Grundschulkinder würden künftig nach Greetsiel, Pewsum und Loquard geschickt. So sollen zwei sicher einzügige Grundschulen (Greetsiel und Loquard) und eine sicher dreizügige Grundschule (Pewsum) entstehen. Pewsum könnte als Hauptstandort einer neugeschaffenen Verbundschule dienen. Dieser Vorschlag wurde von der Politik eingebracht.
Rat soll noch vor der Sommerpause entscheiden
Die CDU, die mit an diesem Vorschlag gearbeitet hat, bemängelt gegenüber dieser Zeitung, dass das Planungsbüro Biregio die Kosten für die „Variante 3“ nicht ordentlich berechnet habe und auch weitere wichtige Punkte in der Betrachtung unterschlagen habe. Biregio rechnet mit Investitionskosten für die „Variante 2“ von 17,2 Millionen Euro und bei „Variante 3“ zwischen 20 Millionen Euro und rund 22 Millionen Euro.
Geht es nach den Gutachtern von Biregio, sollte die Politik die „Variante 2“ befürworten. Welche Richtung die Politik einschlagen wird, ist dem Vernehmen nach noch recht offen. Zwischenzeitlich stand „Variante 3“ recht hoch im Kurs, aber offenbar gibt es hier doch vermehrt Zweifel.
Wenn es am 22. Mai eine Entscheidung geben wird, muss diese aber noch den Weg durch die politischen Gremien bestehen. Nach dem Bildungsausschuss bespricht sich noch der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss zu dem Thema, bevor dann der Gemeinderat endgültig entscheidet. Erklärtes Ziel ist es, noch vor der politischen Sommerpause einen bindenden Beschluss zu haben.