Meisterrennen in der A-Klasse Zurück in der Kreisliga - Riepe feiert rauschende Meisterparty
Der TSV setzte sich im Fernduell um den Titel gegen den Rivalen aus Ihlow durch. Die Rückfahrt aus Warsingsfehn erfolgte in einem besonderen Bus. Der Aufstieg ist der Lohn für lange Aufbauarbeit.
Riepe/Ihlow - Der TSV Riepe hat den vorläufigen Höhepunkt seiner „Wiederauferstehung“ gefeiert. Nachdem der Traditionsklub 2015 bis in die B-Klasse (2. Kreisklasse) abgestiegen war, begann eine jahrelange Aufbauarbeit, die nun gekrönt wurde. Am Samstag setzte sich der TSV im so spannenden A-Klassen-Titelrennen (1. Kreisklasse, Staffel III) im Fernduell gegen Eintracht Ihlow durch, feierte die Meisterschaft und den Aufstieg in die Ostfrieslandliga. „Das ist der Lohn für die Arbeit der vergangenen Jahre. Wir haben das entsprechend kräftig gefeiert“, sagte TSV-Fußballobmann Günter Menken.
Laut Menken waren fast 250 Anhänger des TSV unter den 300 Zuschauern beim Spiel in Warsingsfehn. Der TSV siegte gegen einen stark dezimierten Gegner am Ende leicht und locker mit 8:0. Menken war froh, dass im Endeffekt nicht – wie im Vorfeld zu erwarten – das Torverhältnis über die Meisterschaft entschied. Denn der vor dem letzten Spieltag punktgleiche und nur um zwei Treffer schlechtere Titelrivale Eintracht Ihlow verlor überraschend mit 5:7 gegen Fortuna Veenhusen, das theoretisch noch auf den Relegationsplatz hätte fallen können. „Wir sind froh, dass wir am Ende nicht wegen eines oder zwei mehr geschossener Tore, sondern mit drei Punkten Vorsprung Meister geworden sind“, erklärte Menken.
Schon 3:0 nach 15 Minuten
Das Thema Torverhältnis entwickelte sich am letzten Spieltag schnell in die Richtung des TSV Riepe, der in Warsingsfehn nach 15 Minuten schon 3:0 führte. Gegner Warsingsfehn trat stark ersatzgeschwächt und mit vielen Akteuren aus unteren Mannschaften an, weil Torwart Julian Peper am Samstag heiratete. Eine im Winter bereits angesprochene Verlegung, der Riepe zugestimmt hätte, kam aber nicht zustande, weil entscheidende Partien zeitgleich stattfinden müssen – und es dann zu mehreren Verlegungen hätte kommen müssen. Das wurde von der Spielleitung abgelehnt.
„Hut ab vor Warsingsfehn, dass es trotz der personellen Engpässe angetreten ist“, sagte TSV-Trainer Alwin Tierok-Heddinga. Am vorletzten Spieltag hatte noch Eintracht Ihlow von Personalproblemen eines Gegners profitiert und kam nach dem Nichantritt vom SV Leybucht kampflos zu drei Punkten und 5:0 Toren – bereits das zweite Mal in der Saison.
„Juppi“ fährt den Partybus
Doch die Rechnerei war im Grunde bereits zur Pause beendet. Riepe führte 3:0, Ihlow lag 4:5 hinten. Eine Stunde später brannte nach dem Abpfiff in Warsingsfehn großer Jubel aus. Mit den vielen mitgereisten Fans begannen direkt die Feierlichkeiten, die dann auf der Rückfahrt fortgesetzt wurden. Der ehemalige Jugendleiter Heinz-Dieter „Juppi“ Polesch (heute im Förderverein) hatte als Busfahrer einen 110-Personen-Bus besorgt. Der machte auf dem Rückweg über Landstraßen – der Bus durfte nicht auf der Autobahn fahren – auch noch am Sportplatz von Ihlow Halt. Dort habe die Mannschaft dem Eintracht-Vorsitzenden Bernd Emkes noch ein Ständchen zum 40. Geburtstag gesungen. „Er hat sich dann per Megaphon bedankt.“
In Riepe angekommen, ging die Party erst so richtig los. Auch die glücklichen Veenhuser machten Station und standen für die Riepster Spalier. „Anschließend haben wir mit allen drei Männerteams den Aufstieg und die tollen Saisons gefeiert“, so Menken. Die Reserve wurde Vizemeister in der C-Klasse, die 3. Herren Meister der D-Klasse.
Jugendarbeit trägt Früchte
„Das war ein toller Abschluss für uns alle“, sagte der scheidende Trainer Alwin Tierok-Heddinga. Der Verein hatte vor einigen Wochen mitgeteilt, dass im Sommer A-Jugend-Trainer Sören Tomljanovic mit Wolfgang Niehues übernehmen werden. Tierok-Heddinga wird in der neuen Saison Coach bei seinem Heimatklub und Bezirksliga-Absteiger Ostfrisia Moordorf.
So gibt es in der Ostfrieslandliga ein Wiedersehen mit seinen „alten Jungs“, die fast alle aus dem eigenen Stall kommen. „21 unserer 22 Spieler stammen aus der eigenen Jugend. Das macht uns stolz“, sagt Fußballobmann Günter Menken. Die Jugend-Arbeit der JSG Riepe/Westerende/Ihlow hat Früchte getragen, alle Teams spielen auch in der Jugend-Bezirksliga. „Diesen Weg mit eigenen Leuten wollen wir auch weiter gehen.“ Aus der jetzigen A-Jugend haben laut Günter Menken gleich 17 Spieler einen Pass beim TSV Riepe.
SV Warsingsfehn – Friesenstolz Riepe 0:8 (0:3)
Ohne jede Chance waren die Gastgeber, die personell sehr fragil aufgestellt waren. Lediglich drei Akteure aus dem Stamm der Ersten standen in der Startaufstellung. Grund war die Hochzeitsfeier von Torwart Julian Peper am Vorabend. „Wir wollten die Saison spielend zu Ende bringen“, sagte Warsingsfehns Trainer Danny Steinbach, der zum Abschluss selbst mitwirkte. „Zumindest haben wir uns bemüht, aber gegen diesen Gegner war das ziemlich aussichtslos.“
Tore: 0:1 Kai Eilers (4.), 0:2 und 0:3 Jannes Popp (11. und 15.), 0:4 Mirco Taubert (51.), 0:5 Popp (79.), 0:6 und 0:7 Marec Meyburg (81. und 85.), 0:8 Jannik Klinkenborg (88.).
Eintracht Ihlow – Fortuna Veenhusen 5:7 (4:5)
Die Tore fielen wie reife Früchte – vornehmlich vor dem Halbzeitpfiff. Hinsichtlich der Torfolge glich das Spiel einer Achterbahnfahrt. Die Mannschaften legten los „wie die Feuerwehr“ und agierten mit offenem Visier. Mal führte die Eintracht, mal hatte Fortuna die Nase vorn. Erst in der Schlussphase konnten sich die Gäste durchsetzen. In der 87. Minute schoss Veenhusens Keeper Malte Behrens den dritten im Spiel verhängten Strafstoß hoch über den Kasten.
Tore: 0:1 Renke Ammermann (3.), 1:1 Oktawian Ciaciak (5.), 2:1 Usnijan Ciaciak (13.), 2:2 Michael Pottberg (Foulelfmeter, 15.), 3:2 Stefan Rehling (Foulelfmeter, 23.), 3:3 Torsten Lange (25.), 4:3 Wendeling (34.), 4:4 Eigentor Rehling (44.), 4:5 Pottberg (49.), 4:6 Ammermann (68.), 5:6 Wendeling (86.), 5:7 Ammermann (94.).