Gastronomie im Rheiderland Bald gibt‘s wieder Live-Musik im Fliegenden Holländer
In der Gastronomie-Szene im Rheiderland gibt es viel Neues zu entdecken – nicht nur ein neues Café mitten im Hammrich. Auch der Fliegende Holländer öffnet wieder. Der Wirt ist kein Unbekannter.
Rheiderland - Der eine schließt, der andere öffnet und das nächste Projekt bleibt noch in der Warteschleife. In der Gastronomie-Szene im Rheiderland steckt im Moment richtig Bewegung. Das merkt dort, wo sich viele Touristen tummeln wie in Ditzum. Aber auch in Orten, in denen bislang gastronomisches Niemandsland war, tut sich etwas.
Was und warum
Darum geht es: Der eine schließt, der andere öffnet – in der Gastronomie-Szene im Rheiderland ist ordentlich Bewegung.
Vor allem interessant für: Urlauber und Einheimische, die gerne Cafés und Restaurants besuchen
Deshalb berichten wir: Wir haben vom neuen Café in Ditzumerhammrich erfahren und wollten es kennenlernen. Dabei haben von weiteren Entwicklungen erfahren. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
„Das Bullerjahns“ verbirgt sich in einem eher unscheinbaren kleinen Häuschen im Straßendorf Ditzumerhammrich in der Gemeinde Bunde. Namensgeberin Kerstin Bullerjahn hat sich dort einen Lebenstraum erfüllt und am 27. Mai ein Café eröffnet. Auf der Außenterrasse können die Gäste den Blick auf die Weiten des Rheiderlands genießen. Im Graben nebenan quaken Frösche und im hohen Gras ruft ein Fasan nach seinem Harem. Fahrradfahrer können dort einen Zwischenstopp einlegen.
„Zwischen Bunde und Ditzum gab es keine Möglichkeit, einzukehren“, sagt die 61-Jährige. Ausflügler und Fahrradtouristen sind ihre Hauptzielgruppe. Von den Nachbarn habe sie erfahren, dass Fahrradtouristen oft privat an den Türen geklingelt hätten, mit der Bitte, die Toilette nutzen und die Wasserflaschen auffüllen zu dürfen.
Mutter-Tochter-Team
„Das Bullerjahns“ füllt jetzt diese Lücke. Neben Kaffee und Kuchen bieten Kerstin Bullerjahn und ihre Tochter Sandra Stopar auch belegte Brötchen, Würstchen oder Suppe an. Auch Bier und Sekt wird ausgeschenkt. Demnächst soll noch Eis hinzukommen. Geöffnet ist dienstags bis samstags von 10 bis 16.30 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 8 bis 16.30 Uhr.
Beruflich kommt Kerstin Bullerjahn aus einer ganz anderen Branche. Die gebürtige Potsdamerin hatte in Mecklenburg-Vorpommern einen Pflegedienst und eine Senioreneinrichtung. Doch dann entschied sie sich, beruflich kürzer zu treten und ihr Hobby und ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen – und zwar in der Nähe ihrer Kinder, die im Rheiderland leben. „Als Ausgleich hatte ich schon in Bützow mit meiner besten Freundin eine kleine Manufaktur.“ Diesen Bereich wollte sie ausbauen und so entstand die Idee von einem eigenen Café. Fruchtaufstrich und Liköre stellt sie her, aber auch Hundeleckerli ohne Zusatzstoffe produziert sie. „Hunde sind bei uns willkommen.“
Blick in die Weite des Hammrichs
Tochter Sandra ist für die Kuchen und Tortenproduktion zuständig. „Wir kaufen aber auch Kuchen zu.“ Man könne nie wissen, wie viele Gäste kommen. Auch die Brötchen werden nicht selbst gebacken, sondern nur verkauft. „Die ersten Brötchen haben wir schon im Dezember aus dem Fenster heraus verkauft“, lacht Kerstin Bullerjahns. Sie hat inzwischen schon einige Stammkunden. Nicht nur im Ort. „Wir beliefern auch die Wohnmobil- und Campingplätze und einige Ferienwohnungen.“ Auf Vorbestellung kann man sich mit einem Frühstück bewirten lassen, mit herrlichem Blick in die Landschaft oder bei schlechtem Wetter im Gastraum, der für die kalte Jahreszeit ausgebaut wird.
Ein Kommen und Gehen herrscht in Ditzum. Für Opa Krinos Bäckerei und Café hat sich noch kein Nachfolger gefunden. Und die Kultkneipe Fliegender Holländer wird von vielen Stammgästen schmerzlich vermisst. Der urige Laden mit Wohnzimmer-Feeling war vor allem bei Fans von Live-Musik beliebt. Die soll bald zurückkehren.
„Wir werden unsere neue Aufgabe mit bestem Wissen und Gewissen angehen und einen Ort zum Wohlfühlen, aber auch zum Feiern schaffen, schließlich kann ich ja gut Gitarre spielen“, kündigt Karsten Stockhecker an. Der gelernte Koch hatte im März vergangenen Jahres das Großstadtleben in Berlin hinter sich gelassen und ist mit seiner Frau nach Ditzum gezogen, um dort „Thiet‘s Restaurant“ zu übernehmen. „Wir wurden gerade erfolgreich mit dem Restaurant, es fing an zu laufen“, sagt Stockhecker, „doch unser Lebenstraum wurde jäh und unfair beendet.“ Nach Unstimmigkeiten mit dem Vermieter über den Pachtvertrag hat er sich neu orientiert. Am 1. Juli, spätestens aber zum Hafenfestwochenende startet er mit dem Fliegenden Holländer neu durch.