Kirchgang und Meedeland Hintes Ringen um Wohnraum
Das Projekt Hinter Kirchgang soll nun rückabgewickelt werden. Am Plan, dort neuen Wohnraum zu schaffen, wird festgehalten. Beim Neubaugebiet „Meedeland“ in Groß Midlum gibt es Diskussionsbedarf.
Hinte - Nachdem bekannt geworden ist, dass der Investor sich aus dem Projekt „Hinter Kirchgang“ zurückziehen will, haben Politik und Verwaltung in der Gemeinde Hinte nun Nägel mit Köpfen gemacht. Im letzten Rat vor der Sommerpause stellten sie die Weichen für einen Rückkauf des Areals „Hinter Kirchgang“. Aber auch in anderen Punkten ging es um das Thema Wohnen.
Was und warum
Darum geht es: Die Parteien im Hinteraner Rat wollen gemeinsam ein Konzept für künftige Wohnbebauung entwickeln.
Vor allem interessant für: Hinteranerinnen und Hinteraner, die sich für die Entwicklung der Gemeinde interessieren; diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, in der Gemeinde hinte zu bauen
Deshalb berichten wir: Das Thema Wohnraum wurde im Rat der Gemeinde diskutiert. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Dabei wurde klar: An sich geht es allen Parteien um das gleiche Ziel. Nur wie dies zu erreichen ist, darüber gibt es noch Diskussionsbedarf.
Hinter Kirchgang
In einem kurzfristig anberaumten nicht-öffentlichen Teil beriet der Hinteraner Rat am Donnerstagabend über das weitere Vorgehen bezüglich „Hinter Kirchgang“. „Alle Parteien und die Verwaltung sind sich hier einig und ziehen an einem Strang“, so Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Verkauf des Grundstückes solle schnellstmöglich rückabgewickelt werden. Damit wäre die Gemeinde wieder Besitzerin des Areals, welches eigentlich von einem Investor hätte bebaut werden sollen. Die Gemeinde komme, so Redenius, aus der Rückabwicklung voraussichtlich mit wenig Mehrkosten heraus. Der gezahlte Kaufpreis werde rückerstattet, die Gemeinde müsse nur die Kaufnebenkosten noch berappen. Die Kosten hierfür sollen aber überschaubar und zwischen einem drei- und vierstelligen Betrag liegen. Einen genauen Zeitplan für die Rückabwicklung gebe es noch nicht. „je eher, desto besser“, betont Redenius.
Die Gemeinde könne erst mit dem Abbruch der alten Gebäude beginnen, wenn sie wieder Eigentümerin des Grundstückes ist. Der Plan sei weiterhin, hier Wohnraum zu schaffen. Lose Anfragen von neuen Investoren gebe es schon. Das Problem, dass im Boden archäologische Funde schlummern, die möglichst nicht zerstört werden sollen, besteht aber weiterhin. Aufwendige Rammarbeiten sind so zum Beispiel kaum möglich.
Meedeland
Während über den Hinter Kirchgang hinter verschlossenen Türen gesprochen wurde, wurde im Rat selbst erneut über das geplante Baugebiet „Meedeland“ in Groß Midlum gesprochen. FDP und FLH hatten vorgeschlagen, das rund vier Hektar große und seit längerem in der Planung befindliche Neubaugebiet aufzuteilen. So sollte ein Teil für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften, ein Teil für eine Investorenlösung für altersgerechtes Wohnen und ein Teil für Tiny-Häuser zur Verfügung gestellt werden.
Dieser Vorstoß wurde mit breiter Mehrheit abgelehnt. Deutlich wurde in der Diskussion aber, dass eigentlich alle Parteien ein Interesse daran haben, die Schaffung neuen Wohnraumes voranzutreiben. So wurde ins Spiel gebracht, dass man fraktionsübergreifend den Austausch zu dem Thema anstreben sollte. Eine Aufgabe für die Zeit nach der Sommerpause.
Dann steht nämlich auch bei der Verwaltung das Thema Meedeland wieder weit vorne auf der Agenda. Wie Bürgermeister Redenius im Gespräch mit dieser Zeitung betonte, sind wichtige Vorarbeiten abgeschlossen. So sei die Planung für das Repowering der angrenzenden Windkraftanlagen soweit gediehen, dass diese Pläne grundlegend mit den Plänen für weitere Wohnbebauung einhergehen. Durch neue Richtlinien war lange befürchtet worden, dass sich bestehende und zu erneuernde Windenergieanlagen und Wohnbebauung hier, unter anderem aufgrund des Lärms, ins Gehege kommen. Redenius sieht den Bedarf an einer neuen Detailplanung für Meedeland aber auch. „Eigentlich hatten wir eine Idee, was wir da ermöglichen wollen“, so der Bürgermeister. Nämlich vor allem Einfamilienhäuser. Ob das angesichts steigender Bau- und Baunebenkosten aber noch „in die Zeit passt“, bezweifelt Redenius.