Energiekosten Strom wird günstiger, Gas bleibt teuer
Der Oldenburger Energiedienstleister senkt seine Preise für Strom. Das lohnt sich für mehr als 300.000 Verbraucher. EWE hat aber auch eine Warnung im Gepäck.
Oldenburg/Ostfriesland - Der Strom wird auch in Ostfriesland erneut günstiger. Wie der Oldenburger Energiekonzern EWE am Donnerstag mitteilte, sinkt der Arbeitspreis zum 1. Oktober um rund sechs Prozent von brutto 39,23 Cent pro Kilowattstunde auf brutto 36,97 Cent pro Kilowattstunde. Der jährliche Grundpreis von brutto 199,55 Euro bleibe unverändert. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2800 Kilowattstunden bedeute das eine Kosteneinsparung von gut 60 Euro im Jahr, so EWE. Von der Strompreissenkung profitieren demnach 305.000 Kunden.
EWE hatte in diesem Jahr bereits zum 1. April und zum 1. Juli die Strom- und Gaspreise gesenkt. Während der Strom nun abermals günstiger wird, bleibt der Gaspreis hingegen auf dem Niveau vom 1. Juli – und das trotz gestiegener Gasspeicherumlage, wie EWE am Donnerstag betonte.
Kunden bekommen in den nächsten Tagen Post
„Durch die kurzfristige Neukalkulation der Preise in der Grundversorgung – nämlich im Dreimonatsrhythmus – konnten wir bereits einen erheblichen Teil der Preissteigerungen aus der Energiekrise zurücknehmen“, wird Oliver Bolay, Geschäftsführer EWE Vertrieb, in einer Pressemitteilung zitiert. Der überwiegende Teil der Kunden befinde sich in Sonderverträgen mit laufzeitgebundener Preisgarantie (Zuhause-Tarife).
Hier könnten die Preise noch kurzfristiger kalkuliert werden. So habe EWE die Preise für Neuabschlüsse und Verlängerungen dieser Sonderverträge bereits zum 30. Juni erneut gesenkt, so Bolay. Über die neuen Preise in der Grundversorgung informiere EWE die betroffenen Kunden wie üblich in den nächsten Tagen per Post oder auch per E-Mail.
Sorge wegen des nächsten Winters
Der Dienstleister gab sich erleichtert, „dass wir trotz der gestiegenen Gasspeicherumlage den Gaspreis stabil halten können“, so EWE-Marktvorstand Dr. Christian Friege. Die Gasspeicherumlage nach dem Energiewirtschaftsgesetz dient Friege zufolge dazu, der Trading Hub Europe (THE), die als Marktgebietsverantwortliche für die deutsche Gasmarktorganisation zuständig ist, die Kosten zu ersetzen, die ihr zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit entstehen, eben für den Einkauf von Gas.
Der EWE-Marktvorstand machte allerdings darauf aufmerksam, dass trotz der weiteren Stabilisierung der Energiemärkte die Energiekrise noch nicht vorüber sei. Insbesondere mit Blick auf den kommenden Winter könne je nach Wetterentwicklung das Thema Gasknappheit auch ganz schnell wieder in den Fokus rücken. Ein verantwortlicher Umgang mit Energie sei deshalb nicht nur sinnvoll, sondern bleibe das Gebot der Stunde.