Tourismus in Greetsiel Im Seniorenhuus wohnen künftig Urlauber
Seit dieser Woche ist klar: Im ehemaligen Seniorenhuus in Greetsiel sollen Ferienwohnungen entstehen. Viele hatten das befürchtet. Der Investor will sich in der kommenden Woche äußern.
Greetsiel - Mancher hat es geahnt, mancher hat es befürchtet: Das geschlossene Seniorenhuus soll künftig Urlauber beherbergen. Wie einem Plakat an der Außenwand des früheren Pflegeheimes zu entnehmen ist, sollen insgesamt 32 Ferienwohnungen dort entstehen, wo zuvor Platz für 62 Senioren war.
Was und warum
Darum geht es: Die Befürchtungen vieler Greetsieler sind wahrgeworden: Im leerstehenden Seniorenhuus sollen Ferienwohnungen entstehen.
Vor allem interessant für: diejenigen, die sich für die Entwicklung der Krummhörn und speziell vom Küsten- und Ferienort in Greetsiel interessieren.
Deshalb berichten wir: Ein Banner am Seniorenhuus hat die neuen Pläne öffentlich gemacht. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Betrieben wurde das Seniorenhuus von der Sander Pflege GmbH. Diese hatte Ende vergangenen Jahres die Bewohner informiert, dass sie das Haus vorübergehend verlassen müssen. Zunächst war nur von einer Sanierung die Rede. Die Bewohner wurden unter anderem in eine ebenfalls von Sander Pflege betriebene Einrichtung in Emden untergebracht.
Seniorenhuus war größte Einrichtung im Ort
Doch im März dieses Jahres wurden Bewohner und Angehörige darüber informiert, dass der Auszug dauerhafter Natur ist. Statt von einer Sanierung und einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten hieß es plötzlich, dass das Seniorenhuus in Greetsiel gar nicht mehr öffnen wird. Erhöhte Brandschutzvorgaben, Inflation, und auch steigende Zinsen, so hieß es damals, hätten zu der Entscheidung geführt, das Seniorenhuus nicht mehr neu zu eröffnen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war die Einrichtung die größte ihrer Art in Greetsiel. Neben vollstationärer Pflege wurde hier auch Kurzzeitpflege angeboten. Im Schaukasten vor der Einrichtung, die zwischen Hafen und Nationalparkhaus liegt, wurde noch Werbung für den Senioren-Mittagstisch gemacht, Mitarbeiter und ehrenamtliche wurden gesucht.
Investor hängt mit ehemaligem Betreiber zusammen
Im Innern passierte lange nichts. Dann beobachteten Anwohner, wie zum Teil teure Pflegebetten und technische Geräte einfach in Containern entsorgt wurden. Diese Woche tauchte dann das Werbeplakat für die Ferienwohnungen an der Fassade auf. Der „Umbau einer Senioreneinrichtung in Ferienwohnungen“ wird von der Firma IKP-Bauinvest mit Sitz in Emsdetten umgesetzt.
Dass im Portfolio von IKP-Bauinvest viele Einrichtungen von Sander Pflege zu finden sind, verwundert ebenso wenig wie die Stimme, die sich mit „Sander Pflege“ meldet, wenn man bei IKP-Bauinvest anruft. Beide Firmen sind miteinander verbunden, Geschäftsführer ist der Diplom-Kaufmann Gunnar Sander.
Noch herrscht viel Unklarheit
Aktuell sind Arbeiter damit beschäftigt, im Innern des weitläufigen Gebäudes den Bodenbelag zu entfernen und andere Arbeiten durchzuführen. Unklar ist, wie weit die Planungen bereits fortgeschritten sind. Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) teilt auf Nachfrage mit, dass die Gemeinde von den Planungen in Kenntnis gesetzt wurde. Eine Genehmigung muss aber der Landkreis geben. Wenn die Pläne „dem geltenden Baurecht nicht widersprechen, ist von der Bauaufsichtsbehörde (dem Landkreis) eine Genehmigung zu erteilen“, so Looden.
Wie genau aber die Pläne aussehen, lässt sich noch nicht sagen. Bekannt ist nur, dass mit den benannten Ferienwohnungen geworben wird. Wie groß die Umbauarbeiten sind, ob noch an- oder gar neugebaut wird und weitere Fragen, zum Beispiel zu Parkplätzen, sind noch offen. Seitens des Investors ist zu hören, dass der Geschäftsführer gerade im Urlaub sei. Man werde sich voraussichtlich in der kommenden Woche äußern.