Dorfentwicklung in Hinte Drei Projekte für 1,7 Millionen Euro
Der Rat der Gemeinde Hinte hat die ersten drei Projekte in Cirkwehrum, Loppersum und Groß Midlum im Rahmen des Dorfentwicklungsprogrammes beschlossen. Es war ein Sprint, um die Deadline einzuhalten.
Hinte - Es ist geschafft: Mit einem „reitenden Boten“ sollen die Anträge noch an diesem Freitag von Hinte nach Oldenburg zum Amt für regionale Landesentwicklung kommen. Am Donnerstagabend hat der Rat der Gemeinde Hinte nicht nur den Dorfentwicklungsplan beschlossen, sondern auch gleich drei Projekte. Damit dieser noch in dieser Periode gefördert werden, müssen die Anträge bis zum 29. September vorliegen.
Was und warum
Darum geht es: Der Anfang ist gemacht: Die Gemeinde Hinte hat die ersten drei Förderantrage im Dorfentwicklungsprogramm gestellt.
Vor allem interessant für: Hinteranerinnen und Hinteraner, denn ihre Ideen werden umgesetzt; Menschen in anderen Gemeinden, die im Dorfentwicklungsprogramm sind
Deshalb berichten wir: Der Rat der Gemeinde Hinte hat den Dorfentwicklungsplan beschlossen. Den Autor erreichen Sie unter: c.hock@zgo.de
Es war ein durchaus sportliches Programm in den vergangenen Monaten, das die vor allem aus Bürgerinnen und Bürgern bestehenden Arbeitskreise rund um das Dorfentwicklungsprogramm vor sich hatten. Zahlreiche Projekte wurden entwickelt und bis zur Antragsreife gebracht. Der Rat der Gemeinde Hinte hatte extra noch eine Informationsveranstaltung dazwischengeschoben, damit alles auf der Ratssitzung am Donnerstag verabschiedet werden konnte.
Drei Projekte in Cirkwehrum, Loppersum und Groß Midlum beschlossen
Vorbehaltlich der Genehmigung durch das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg sollen diese Projekte umgesetzt werden: Errichtung eines Dorfplatzes in Groß Midlum, Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses mit dem ehemaligen Feuerwehrhaus in Cirkwehrum und das Projekt des Bürgerhauses „Alte Schule“ in Loppersum.
Der „Alten Schule“ in Loppersum, die schon länger ungenutzt ist, aber bereits früher mal als Jugendtreff diente, soll neues Leben eingehaucht werden. Das ist schon länger der Wunsch der SPD im Gemeinderat, die bereits im vergangenen Jahr einen Antrag auf den Weg brachte, das Gebäude zu kaufen. Aktuell ist die „Alte Schule“ im Besitz der Kirche.
„Alte Schule“ in Loppersum soll Treffpunkt werden
Der Vorschlag der SPD stieß auch bei den anderen Parteien in Hinte auf Gegenliebe und man einigte sich schnell, dass dieses Projekt wenn möglich über das Dorfentwicklungsprogramm umgesetzt werden soll. Die Gemeinde beziffert das Vorhaben mit rund 930.000 Euro. Die Alte Schule liegt in direkter Nähe zum geplanten Demenzzentrum in Loppersum. Auch der Investor dieses Projektes, so viel ließ Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) durchblicken, habe einen Antrag auf Förderung über das Dorfentwicklungsprogramm gestellt. Das ist möglich und auch keine Besonderheit, dass über das Programm auch private Vorhaben unterstützt werden.
Den möglichen Förderanteil beziffert die Gemeinde beim Vorhaben „Alte Schule“ mit rund 650.000 Euro. Das liegt über der eigentlich festgelegten Höchstsumme des Programms von 500.000 Euro. Redenius erklärt auf Nachfrage, dass man hier insgesamt zwei Anträge stellen wolle, weil das Projekt auch anderweitig förderfähig sei.
Dorfplatz für Groß Midlum und Dorfgemeinschaftshaus Cirkwehrum
Die Schaffung beziehungsweise Erweiterung des Dorfplatzes in Groß Midlum war ebenfalls eine Idee, die schon länger bestand. Möglich wäre, das zeigen Gespräche aus der Vergangenheit, zum Beispiel die Aufwertung eines Bereichs an der Dorfstraße. Die Gemeinde beziffert die Investitionskosten hier auf rund 200.000 Euro. Der Förderanteil soll hier bei rund 160.000 Euro liegen.
Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Cirkwehrum schlägt laut Projektskizze mit rund 660.000 Euro zu Buche. Der Förderanteil liegt hier bei rund 500.000 Euro. Auch diese Idee ist schon länger in den Köpfen.
Programm läuft über Jahre
Im beschlossenen Antrag für die drei Projekte ist die Förderquote aktuell mit 80 Prozent beziffert. Diese Quote sei gesichert, so Redenius. Es gebe beispielsweise für finanzschwache Kommunen aber auch die Möglichkeit der Aufstockung auf 90 Prozent. Ob dies im Fall von Hinte aber greift, sei von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine Erhöhung der Förderquote sei aber nicht ausgeschlossen.
Das Dorfentwicklungsprogramm läuft über mehrere Jahre. Die nun beschlossenen Projekte sind erst der Anfang. Durch die Arbeitskreise wurde eine Prioritätenliste erstellt, an der sich der Rat der Gemeinde orientieren kann. Es ist aber auch jederzeit möglich, die Reihenfolge oder die Prioritäten zu verändern.
Das Programm, da ist sich die Politik einig, ist nicht zuletzt wegen der hohen Förderquoten eine große Chance für die Dörfer in der Gemeinde Hinte. Insgesamt sind mehr als 40 Projektideen entstanden, von denen 16 Einzelmaßnahmen für die Ortschaften auf die Prioritätenliste gesetzt wurden. 14 weitere stehen auf der Liste der ortsübergreifenden Maßnahmen.