Sanierung in Emden  Brücke zum Blumenpavillon kommt bald neu

| | 15.10.2023 09:58 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hat schon ausgedient: die Brücke an der Bolardusstraße. Foto: Schuurman
Hat schon ausgedient: die Brücke an der Bolardusstraße. Foto: Schuurman
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Einige Brücken in Emden stehen auf der Sanierungsliste. Eine wird jetzt schon mal gemacht.

Emden - Es gibt Brückenbauwerke in Emden, die halten schon mehrere Jahrhunderte. Die Neutorwallpiepe am Wallaufgang der Neutorstraße beispielsweise, sie bröckelte zuletzt nur leicht. Sie ist aber durchaus noch tragfähig, wie jüngste Untersuchungen bewiesen haben. Andere Brücken wie die über den Stadtgraben zum Wall an der Bolardusstraße haben ihre besten Zeiten dagegen schon nach weniger als 50 Jahren hinter sich. Diese Brücke nahe des Blumenpavillons von 1978 soll deshalb bald gegen eine neue ersetzt werden.

Was und warum

Darum geht es: Es geht um die Sanierung und Unterhaltung von Brücken in Emden.

Vor allem interessant für: Alle, die die betroffenen Brücken häufig nutzen.

Deshalb berichten wir: Emden gilt als „Venedig des Nordens“. Die vielen Brückenbauwerke sind auch ein Kostenfaktor.

Die Autorin erreichen Sie unter: s.schuurman@zgo.de

Natürlich hinkt der Vergleich angesichts der Bauweise beider Brücken ein wenig. Während die Neutorwallpiepe im 17. Jahrhundert aufwändig und kunstvoll gemauert wurde, besteht die Bolardusbrücke aus einer einfachen Holzkonstruktion, gestützt durch ein paar Stahlträger.

Neue Brücke soll länger halten

Dennoch steht fest: Die neue Brücke soll wieder langlebiger werden. „Es wird jetzt eine Konstruktion aus Stahl werden“, teilte Wolfgang Fecht mit. Er ist als Abteilungsleiter beim Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) für Straßen- und Brückenbau zuständig. „Sie muss einfach länger halten,“ hatte Fecht schon vor einem Jahr im zuständigen Ausschuss betont, als im Rahmen der jährlichen Instandhaltungskosten von Brücken auch über zusätzliche und grundlegende Sanierungen gesprochen wurde. Für die Brücke an der Bolardusstraße wurde zu diesem Zeitpunkt bereits ein entsprechender Planungsauftrag erteilt.

Wie marode der Holzaufbau ist, sehen selbst Laien. Foto: Schuurman
Wie marode der Holzaufbau ist, sehen selbst Laien. Foto: Schuurman

Jetzt ist der Komplettaustausch der Brücke am Blumenpavillon ausgeschrieben. Neben der langlebigeren Stahlkonstruktion sind auch andere Baumaterialien genau vorgegeben, wie beispielsweise die Beplankung mit glasfaserverstärktem Kunststoff, einer relativ kostengünstigen und korrosionsfreien Alternative zu Beton, Stahl, Aluminium oder Holz. Damit würden auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten minimiert, heißt es. Zudem sind im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung unter anderem neue Spundwände und Pfähle aufgeführt. Das Geländer soll ebenfalls aus Stahl gebaut werden.

Bauzeitpunkt noch offen

Bis zum 18. Oktober erwartet Fecht nun Kosten-Angebote von Brückenbauern. Abhängig von der Wirtschaftlichkeit der Angebote werde dann die Vergabe entschieden, wobei auch die entsprechenden Ratsausschüsse noch berücksichtigt werden müssen. Mit einem Baubeginn ist in diesem Jahr also kaum mehr zu rechnen.

Schön ist das Stückwerk aus Holz und nachträglich aufgesetztem Geländer eh nicht mehr. Foto: Schuurman
Schön ist das Stückwerk aus Holz und nachträglich aufgesetztem Geländer eh nicht mehr. Foto: Schuurman

Auf der Prioritätenliste der Brückensanierungen in Emden stehen noch weitere Brücken ganz oben. So ist die Fußgänger- und Fahrradbrücke über das Larrelter Tief abgängig. Das Brückengeländer ist seit vielen Monaten nur durch Absperrgitter provisorisch gesichert. Auch hierfür hat es bereits eine Ausschreibung gegeben. Der Austausch der wichtigen und vielgenutzten Verbindung zwischen der Innenstadt und Conrebbersweg ist noch nicht terminiert. Hier muss der BEE auch noch Absprachen mit der Bahn treffen, weil die neue Brücke in das angrenzende Bahngelände hineinreicht.

Eines der nächsten Projekte ist außerdem die Bahnhofsbrücke, wie Fecht bestätigte. Dort sollen die Kappen, also der Geh- und Radwegebereich, neu gemacht werden. 2019 waren dafür die Kosten auf rund eine halbe Million Euro beziffert und auch deshalb zunächst zurückgestellt worden. Was das heute kosten würde, ist offen. Es heißt aber, dass die zuletzt inflationär gestiegenen Baukosten langsam wieder sinken. Die Kostenschätzungen für alle drei Brücken beliefen sich im Herbst 2022 auf zusammen mehr als eine Million Euro.

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