Verkehrschaos im Rheiderland  Suche nach Umleitungsstrecke wird zur Odyssee

| | 26.10.2023 16:08 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Unfälle auf der Autobahn und Sperrungen des Emstunnels führen häufig zu Staus, auch auf den Umleitungsstrecken kann es Probleme geben. Foto: Wolters
Unfälle auf der Autobahn und Sperrungen des Emstunnels führen häufig zu Staus, auch auf den Umleitungsstrecken kann es Probleme geben. Foto: Wolters
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Unfälle auf der A 31 und Emstunnelsperrungen treffen Verkehrsteilnehmer im Rheiderland hart. Die Ausweichstrecke B 436 ist gesperrt – und das noch länger. Warum gibt es keine Umleitungsempfehlungen?

Rheiderland - Viele Verkehrsteilnehmer im Rheiderland dürften am Donnerstagmorgen mehr Zeit für den Weg zur Arbeit benötigt haben als sonst. Kurz vor 7 Uhr ging im Rheiderland auf der Autobahn 31 nichts mehr. Ab der Anschlussstelle Weener staute sich der Verkehr. Die Fahrbahn in Richtung Oldenburg war wegen zwei Unfällen mehr als zwei Stunden lang voll gesperrt. Doch auch auf den Umleitungsstrecken war Geduld gefragt. Denn ein wichtiger Teil der Ausweichstrecke – die B 436 zwischen Möhlenwarf und Weener – ist derzeit gesperrt. Zumindest für die Einsatzkräfte war das allerdings das geringere Problem.

Was ist passiert?

Gegen 6.45 Uhr war ein 23-jähriger Mann aus Ahausen auf der A 31 in Richtung Oldenburg unterwegs. Kurz nach der Anschlussstelle Weener fuhr er mit dem Auto auf einen vorausfahrenden Lastwagen auf. „Der Pkw kam nach dem Zusammenstoß auf dem Überholstreifen zum Stehen“, berichtet Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer-Emden. Der 29-Jährige Fahrer eines nachfolgenden Wagens wollte dem bei der Nässe und Dunkelheit schlecht sichtbaren Unfallfahrzeug ausweichen und touchierte dabei nach Polizeiangaben den Anhänger eines Lastwagens aus den Niederlanden. „Der Wagen kippte auf die Seite und blieb auf der Fahrbahn liegen“, schildert die Polizeisprecherin den Unfallhergang. Der 29-Jährige und sein 55 Jahre alter Beifahrer wurden verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Lkw-Fahrer blieben unverletzt. Der 23-jährige Fahrer des anderen Autos, der laut Polizei unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand, wurde ebenfalls verletzt und musste von der Feuerwehr aus dem total beschädigten Fahrzeug geborgen werden. Den Einsatzort konnte die Feuerwehr aber nicht sofort erreichen.

Zu schmale Rettungsgasse

„Die Einsatzfahrzeuge kamen nicht sofort zur Unfallstelle, weil die Rettungsgasse zu schmal war“, berichtete der stellvertretende Kreisbrandmeister Ernst Behrens. Das habe daran gelegen, dass auf der linken und rechten Fahrbahn Lastwagen standen. „Die Einsatzfahrzeuge passten durch die enge Gasse nicht durch und mussten erstmal warten“, so Behrens. Nur durch aufwändiges Rangieren einiger Verkehrsteilnehmer konnte der Weg für die Feuerwehr schließlich freigemacht werden. „Vor allem, wenn wie in diesem Fall eine eingeklemmte Person aus einem Fahrzeug befreit werden muss, geht wertvolle Zeit verloren“, macht der stellvertretende Kreisbrandmeister deutlich. Warum Lastwagen überhaupt auf der linken Spur gestanden hätten, dafür habe er keine Erklärung. „Vielleicht haben sie gehofft, auf der linken Spur schneller voranzukommen, aber darüber kann man nur spekulieren.“ Dass es bei Feuerwehreinsätzen auf der Autobahn derartige Probleme mit Rettungsgassen gebe, sei laut Behrens erfreulicherweise inzwischen die absolute Ausnahme.

Ausweichstrecke ist gesperrt

Der Unfall auf der Autobahn wirkte sich aber auch auf Verkehrsteilnehmer aus, die vor der Unfallstelle von der A 31 abgeleitet wurden. Ein wesentlicher Teil der Ausweichstrecke, die B 436 zwischen Möhlenwarf und Weener, ist derzeit wegen einer Straßensanierung gesperrt. Und die Vollsperrung wird nach Auskunft der Straßenbaubehörde voraussichtlich auch noch bis zum Jahresende andauern. Eine passende Umleitung zu finden, ist insbesondere für Ortsunkundige schwierig. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich auf ihr Navi zu verlassen oder sich vor Ort durchzufragen. Auch wenn während der Bauphase bei Tunnelsperrung und bei Unfällen auf der Autobahn immer wieder eine Ausweichstrecke gefragt sei, könne die Polizei keine generellen Empfehlungen geben. „Unsere Aufgabe ist es, den Verkehr vor der Unfallstelle rechtzeitig abzuleiten, damit sich der Verkehr dort nicht endlos aufstaut.“ Im Fall der A 31 könne es durchaus sein, dass Verkehrsteilnehmer eine weiträumige Umleitung über Papenburg in Kauf nehmen müssen, wenn die reguläre Ausweichstrecke nicht genutzt werden könne. „Das ist dann für den Einzelnen zwar ärgerlich, aber nicht zu umgehen.“

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