Straßenverkehr in Emden  Viele brenzlige Situationen am Zebrastreifen zur Wallschule

| | 01.12.2023 06:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Stopp: Grietje Küper und Darinka Herrmann geleiten Schülern mit ausgebreiteten Armen über den Zebrastreifen. Für den Auto-Rückstau ist die Ampelkreuzung verantwortlich. Foto: Schuurman
Stopp: Grietje Küper und Darinka Herrmann geleiten Schülern mit ausgebreiteten Armen über den Zebrastreifen. Für den Auto-Rückstau ist die Ampelkreuzung verantwortlich. Foto: Schuurman
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In der dunklen Jahreszeit müssen Elternlotsen für Sicherheit sorgen. Erst recht, seit dem die Bauarbeiten an der Nordertorstraße laufen.

Emden - Dass Elternlotsen vor Schulen eingesetzt werden, ist eigentlich nichts Besonderes. An manchen wie an der Grundschule am Wall in Emden sind sie in dieser dunklen Jahreszeit aber besonders wichtig, wie sich in den letzten Tagen zeigte. „Es kommt hier immer wieder zu prekären Situationen“, sagt die Schulelternratsvorsitzende der Schule, Grietje Küper.

Das Organisationsteam der Lotsen, zu dem auch Grietje Küper gehört, sieht sich nicht zuletzt seit den Bauarbeiten an der Nordertorstraße in der Pflicht. „Seitdem die Rotphase mit der Baustellenampel nach Wolthusen so sehr verlängert ist, gibt es hier Rückstaus bis zur Neuen Kirche“, sagt sie. „Und damit wird der Zebrastreifen für den Gegenverkehr noch schwerer einsehbar als sowieso schon. Wir haben hier nur eine Straßenlaterne.“

Manche Autos rauschen so durch

Grietje Küper und die anderen Eltern aus der Lotsengruppe stellen sich in Absprache seit Anfang November mit Warnwesten an den Fußgängerüberweg. Sie bündeln so gut es geht die Schüler, die ab etwa halb acht Uhr morgens bis zum Schulbeginn um acht eintrudeln und geleiten sie über die Straße. Sie stellen sich dafür quer auf den Zebrastreifen und breiten ihre Arme schützend aus. Aber auch diese eindeutige Geste scheint nicht bei jedem Autofahrer anzukommen. Manche fahren trotzdem weiter, stoppen erst gefühlte 50 Zentimeter vor den Lotsen und den Schülern, andere rauschen sogar einfach durch, so die Erfahrung. Erst vor einer Woche berührte ein Auto auf diese Weise die ausgestreckte Hand einer Lotsin. An diesem Mittwochmorgen fuhren binnen fünf Minuten zwei Autos mitten auf den Überweg, obwohl schon Schüler darüberliefen.

Noch im grünen Bereich? Tempo 30 fühlt sich vor dem Zebrastreifen der Schule zu schnell an. Nicht jeder stoppt noch rechtzeitig. Foto: Schuurman
Noch im grünen Bereich? Tempo 30 fühlt sich vor dem Zebrastreifen der Schule zu schnell an. Nicht jeder stoppt noch rechtzeitig. Foto: Schuurman

Diese brenzligen Situationen seien sicher keine Absicht, aber gefährlich, meint Grietje Küper. „Wir beobachten ja auch, dass die Autofahrer selbst unsicher sind und versuchen, sich in dem Chaos zu orientieren.“

Viel mehr Verkehr seit dem Verkehrsversuch

Tatsächlich hat der Verkehr in der Nordertorstraße seit der Einbahnstraßenregelung der Neutorstraße enorm zugenommen. „Was da jetzt an Autos fährt, ist für einen Schulweg kritisch“, bestätigt auch Schulleiterin Gudrun Stüber. „In den letzten Tagen waren die Probleme besonders massiv, weil auch noch in der Bollwerkstraße die Straßenlaternen dunkel blieben.“

Solche Stromausfälle würden zwar schnell behoben. Auch die zwischenzeitliche, durch die Baustelleneinrichtung erfolgte Abschaltung der hilfreichen Geschwindigeitsanzeige vor der Schule sei seitens der Stadt schnell wieder in Ordnung gebracht worden. Aber gegen den starken Verkehr gerade zu den Stoßzeiten sei noch kein durchgreifendes Rezept gefunden. Gudrun Stüber appelliert an die Autofahrer, „lieber einen Umweg über die Autobahn nehmen und damit den Schulweg entlasten“.

Appell an Elterntaxis fruchtet

Der Appell der Schule auch an Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, dieses besser nicht über die Nordertorstraße zu tun, habe auch schon gefruchtet, so der Eindruck von Elternrat und Schulleitung. Die meisten Eltern würden auch dem Aufruf folgen, ihre Kinder nicht direkt vor dem Schuleingang an der Bollwerkstraße abzusetzen, weil dies zu noch mehr Chaos führe, da dort keine Parkmöglichkeiten sind. Von Pollern und Reflektormännchen auf dem Gehweg bis hin zu einem höheren Zaun rund um die Schule, um die Kinder komplett vom Straßenverkehr abzuschirmen, reicht aber noch die Wunschliste der Schule.

Noch im grünen Bereich? Tempo 30 fühlt sich vor dem Zebrastreifen der Schule zu schnell an. Nicht jeder stoppt noch rechtzeitig. Foto: Schuurman
Noch im grünen Bereich? Tempo 30 fühlt sich vor dem Zebrastreifen der Schule zu schnell an. Nicht jeder stoppt noch rechtzeitig. Foto: Schuurman

Und das eben nicht erst, seitdem die Straßenbauarbeiten im Kreuzungsbereich zum Nordertor begonnen haben, wie Gudrun Stüber betont. „Wir freuen uns natürlich, dass dort am Wall mehr Sicherheit geschaffen wird. Auch dort führt der Schulweg zu uns lang.“ Möglicherweise aber, so die Hoffnung, könne im Zuge dieser Straßenbauarbeiten auch die Beleuchtungssituation vor der Grundschule verbessert werden. Der Zebrastreifen ist nur von einer Seite ausgeleuchtet. Bei der Neugestaltung des Nordertors sind dagegen viele moderne Leuchten eingeplant.

Bis aber sowohl die Bauarbeiten beendet als auch eine Verbesserung der Straßenleuchten vor der Wallschule erreicht ist, halten die Elternlotsen jeden Morgen Stellung am Zebrastreifen. Bis Ende Januar sind die Dienste verteilt, sagt Grietje Küper.

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