Kurz vor geplantem Anpfiff abgesagt  Frust bei Kickers Emden – deshalb pfiff der Schiri das Spiel nicht an

| | 01.12.2023 20:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach der Absage absolvierte Kickers auf dem optisch recht ansprechenden Feld eine Übungseinheit. Fotos: Doden
Nach der Absage absolvierte Kickers auf dem optisch recht ansprechenden Feld eine Übungseinheit. Fotos: Doden
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30 Minuten vor dem geplanten Anpfiff sagte Spielleiter Tim Otto die Emder Partie gegen Ramlingen ab. Das insgesamt ordentliche Feld wies einige harte und damit bedenkliche Stellen auf.

Emden - Drei Wochen nach dem denkwürdigen Match im Matsch gegen den TuS Bersenbrück (Endstand 4:3) herrschte beim BSV Kickers Emden Frust im Frost. 30 Minuten vor dem Anpfiff der Fußball-Oberligapartie gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen erfolgte der vorzeitige Abpfiff von Schiedsrichter Tim Otto (TSV Weyhe-Lahausen). Begründung: „Einige Stellen waren gefroren und nach meiner Meinung gesundheitsgefährdend.“

Der 25-jährige Schiedsrichter Tim Otto (Mitte) traf letztlich eine bei den Emdern unpopuläre Entscheidung.
Der 25-jährige Schiedsrichter Tim Otto (Mitte) traf letztlich eine bei den Emdern unpopuläre Entscheidung.

Diese Entscheidung stieß bei den Emdern auf Unverständnis. Damit war ihnen urplötzlich die Chance auf ein winterliches Flutlichtspektakel und den Sprung an die Tabellenspitze genommen. Mehrere Hundert Zuschauer befanden sich bereits im Stadion und mussten ebenfalls unverrichteter Dinge den Heimweg antreten.

Emmerling verärgert

Kickers-Trainer Stefan Emmerling kritisierte die Entscheidung des jungen Schiedsrichters (25). „Der Platz ist bespielbar“, schimpfte der Coach. „Da habe ich in meiner Laufbahn auf ganz anderen Feldern gespielt.“ Anschließend demonstrierte der Ex-Bundesligaprofi, dass Fußball im Stadion möglich gewesen wäre und bat seine Mannschaft dort umgehend zu einer Trainingseinheit. Auch Kapitän Tido Steffens konnte sich mit der Absage ganz und gar nicht anfreunden. „Wir sind auf jeden Fall schon auf deutlich schlechteren Plätzen angetreten.“

Einzelne Stellen waren in der Tat mit Eis durchsetzt.
Einzelne Stellen waren in der Tat mit Eis durchsetzt.

Möglicherweise haben bei der Absage durch Tim Otto auch die Eindrücke von der Emder Schlammschlacht gegen Bersenbrück, die bundesweit für Aufsehen gesorgt haben, einen Einfluss gehabt. Rein optisch machte der allergrößte Teil des Feldes eine einen ordentlichen Eindruck. Einzelne Stellen waren aber mit Eis durchsetzt und hart. Der Schiedsrichter ließ sich reichlich Zeit mit seiner Entscheidung. Gegen 17.30 Uhr traf er mit seinen Assistenten im Stadion ein. Auch nach einer ausgiebiger Platzinspektion hatte er noch keinen endgültigen Entschluss gefasst. „Es waren einige Stellen sehr bedenklich“, erklärte Tim Otto hinterher.

Ramlingen votierte für Absage

Zuvor hatte der Schiedsrichter das Gespräch mit beiden Trainern und den Mannschaftskapitänen gesucht. Während Emmerling und Tido Steffens das Feld für bespielbar erklärten, waren die Gäste aus Ramlingen anderer Meinung. „Uns war das auch zu gefährlich“, sagte Gäste- Coach Dennis Yeboah. Ramlingens Vorsitzender Kurt Becker wollte aber nicht die Buhmann-Rolle übernehmen. „Letztlich muss der Schiedsrichter entscheiden.“

Ungewiss ist nun, ob am 6. Dezember das Emder Nachholspiel gegen Arminia Hannover ebenfalls abgesagt werden muss. Das hängt von der weiteren Wetterentwicklung ab. Sollte es weiter frieren, könnten der BSV möglicherweise durch den Einsatz von Salz oder Sand die bedenklichen Stellen noch ausmerzen.

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