Streit in Hinte  Straßenschäden rufen BI in Osterhusen auf den Plan

| | 16.12.2023 09:57 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auch in Osterhusen will die Gemeinde Hinte Straßen sanieren. Symbolfoto: Archiv
Auch in Osterhusen will die Gemeinde Hinte Straßen sanieren. Symbolfoto: Archiv
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Die Initiative gegen das Feuerwehrhaus in Osterhusen ist irritiert von aktuellen Äußerungen des Hinteraner Bürgermeisters. Dabei geht es nicht nur um den Zustand von Straßen.

Osterhusen - Lange war es ruhig um die Bürgerinitiative in Osterhusen, die sich aus Protest gegen den Neubau des Feuerwehrhauses im Ort gegründet hatte. Die Vorstellung der Prioritätenliste für die Straßensanierungen hat die verbliebenen Mitglieder aber wieder auf den Plan gerufen. In einer Mitteilung erheben sie, erneut, Vorwürfe gegen die Gemeinde Hinte.

Was ist der Hintergrund?

Susanne Köster und Else Benjamins, die Sprecherinnen der Bürgerinitiative (BI), stören sich unter anderem an dem Satz „Wir haben mehr kaputte Straßen als Geld im Portemonnaie.“ Das äußerte Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) im November in einer Ausschusssitzung, als es um die neue Prioritätenliste zur Straßensanierung ging.

Hinzu komme die Äußerung, dass die Suurhuser Straße sanierungsbedürftig sei, gerade auch im Bereich der Einmündung zur Straße „Am Goldacker“. Aus Sicht der BI sind hierfür der Neubau des Feuerwehrhauses sowie die Feuerwehr selbst verantwortlich. „Das Feuerwehrhaus befindet sich an einer Klinkerpflasterstraße mit einer Brücke, die nur eine Traglast von 6 t haben. Diese Straße wurde von den Anliegern mitfinanziert“, heißt es in der Mitteilung. Die Feuerwehrfahrzeuge hätten „zum größten Teil ein Gewicht von 16 Tonnen“, die Baufahrzeuge seien noch deutlich schwerer gewesen. Das Feuerwehrhaus wurde 2021 eingeweiht, die Bauarbeiten dauerten rund 1,5 Jahre. In dieser Zeit seien Suurhuser Straße und Brücke täglich über Gebühr belastet „und schwerst beschädigt“ worden, befindet die BI.

Was sagt der Bürgermeister?

Die BI liegt schon seit Jahren, noch vor der Amtszeit von Uwe Redenius, mit der Gemeinde im Streit. Zu den eingangs erwähnten Vorwürfen stellt Redenius auf Nachfrage dieser Zeitung fest: „Die Brücke hat eine Traglast von 16 Tonnen und unterliegt einer regelmäßigen, externen Brückenkontrolle. Der Zustand ist gut - ohne Sicherheitsgefährdung.“

In der Bauphase des Feuerwehrhauses habe es „für die An- und Ablieferungen befristete Auflagen“ gegeben. „Es erfolgten zudem vorher und nachher Beweisaufnahmen zum Zustand der Straße. Kleinere Sanierungsmaßnahmen, die notwendig wurden, sind danach umgesetzt worden.“ Die Schäden im Bereich „Am Goldacker“ hätten zudem nichts mit dem Bau des Feuerwehrhauses oder mit dem Standort des Feuerwehrhauses zu tun. „Im Bereich des Fußweges verlief früher ein Graben“, so der Bürgermeister. „Dort ist ein Teil abgesackt und muss saniert werden.“

Hat die Gemeinde Schäden bewusst in Kauf genommen?

Ein weiterer Vorwurf der BI: Die Zerstörung der Klinkerstraße sei bewusst für den Bau des Feuerwehrhauses in Kauf genommen worden. „Überhaupt nicht!“, entgegnet Redenius gegenüber dieser Zeitung. Auch sei der Bebauungsplan im Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bestätigt worden. „Die Klage der BI wurde in allen Punkten abgewiesen. Revision ist nicht mehr möglich“, so Redenius. Von etwaigen Abwägungsfehlern im Bauleitplan, die die BI jetzt erwähnt, sei Redenius „nichts bekannt“.

Gab es nicht Auflagen für die Feuerwehr?

Obwohl die BI in Lüneburg unterlag, gab und gibt es Auflagen für die Feuerwehr. So darf es pro Jahr maximal drei „Feiern“ im Feuerwehrhaus geben, die bis maximal 2 Uhr nachts gehen dürfen. Zudem ist eine Tagesveranstaltung erlaubt. Ansonsten legt der außergerichtliche Beschluss fest, dass ab 22 Uhr Ruhe sein muss – Einsätze ausgenommen.

Redenius dazu: „Das stimmt und ist allen Beteiligten bekannt.“ Dennoch sei es dazu gekommen, dass die Bauaufsicht wegen Nichteinhaltung eingeschaltet wurde. „Das bauaufsichtliche Einschreiten ist uns bekannt und wir haben dazu entsprechend Stellung bezogen“, so Redenius.

Wie geht es jetzt mit den Straßen weiter?

Neben der Suurhuser Straße steht der „Krumme Weg“ in Hinte ganz oben auf der Liste der Sanierungsprojekte. Weiterhin sehen Politik und Verwaltung unter anderem Am Suurhuser Tief und dessen Fußweg, sowie an der Siedlungsstraße, dem Kleinen Sielweg, dem Longewehrster Weg und der Brücke der Landesstraße 3 über den Kanal besonderen Handlungsbedarf.

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