XXL-Hallenturnier endete am Sonntag  TiMoNo und Middels sind zwei der vielen Aurich-Cup-Sieger

| | 07.01.2024 23:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Groß war der Jubel bei den Fußballerinnen des SV TiMoNo nach dem Finalsieg gegen Gastgeber Aurich. Foto: Doden/Emden
Groß war der Jubel bei den Fußballerinnen des SV TiMoNo nach dem Finalsieg gegen Gastgeber Aurich. Foto: Doden/Emden
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Die letzten Sieger spät am Abend waren die Männer- und Frauenteams. Zuvor gab es bei dem Nachwuchs den ganzen Tag viel Nervenkitzel, eine Menge Jubel und auch ein paar Tränen. Sogar ein „Diego“ mischte mit.

Aurich - Der Aurich-Cup endete am Sonntag wieder mit viel Spektakel, reichlich Nervenkitzel und einigen ostfriesischen Siegen. Beim mehr als 13-stündigen Finaltag war die Halle immer gut besucht, besonders ab dem Nachmittag füllten sich die Ränge. Im allerletzten Spiel des neuntägigen XXL-Hallenfußballturnieres standen sich mit dem SV Großefehn und TuS Middels zwei Bezirksligisten im Männer-Endspiel gegenüber. Middels siegte mit 4:3 und löste die diesmal nicht teilnehmenden Landesliga-Fußballer aus Firrel als Cupsieger ab. Bei den Frauen konnte der SV TiMoNo seinen Titel verteidigen.

Gegen 22.30 Uhr stemmten die Middelser Bezirksliga-Fußballer den Aurich-Pokal des Männerturniers in die Luft. Sie hatten das Turnier nach einem packenden 4:3--Finalsieg gegen den SV Großefehn gewonnen. Foto: Doden/Emden
Gegen 22.30 Uhr stemmten die Middelser Bezirksliga-Fußballer den Aurich-Pokal des Männerturniers in die Luft. Sie hatten das Turnier nach einem packenden 4:3--Finalsieg gegen den SV Großefehn gewonnen. Foto: Doden/Emden

Der Aurich-Cup ist aber vor allem auch ein Turnier für den Nachwuchs, der den großen Auftritt in der Arena mit Kunstrasen, Rundumbande und vollen Rängen in der schmucken Auricher Sparkassen-Arena vollauf genießt. An den ersten acht Turniertagen ging es in allen Altersklassen darum, sich für die entscheidenden Spiele am Finaltag zu qualifizieren. Bei den E- und D-Junioren, wo insgesamt jeweils 64 Mannschaften teilnahmen, ging es am Sonntag ab dem Viertelfinale weiter. Bei manch anderen ab dem Halbfinale. Da hieß dann das Motto: siegen und ein paar Stündchen auf das nächste Spiel warten – oder fliegen und zuschauen bzw. nach Hause fahren. Es gab viel Jubel, aber nach knappen Niederlagen auch die eine oder andere Träne.

G-Junioren begeistern

In wenigen Altersklassen standen die Finalteilnehmer schon fest. Wie bei dem laut Hallensprecher-Legende Siggi Sneider „größten Ereignis des ganzen Tages“. Um kurz vor 15 Uhr verdunkelte sich zum ersten Mal an diesem Tag die Halle, liefen die Spieler im künstlichen Nebel und unter dem Applaus der Zuschauer in die Arena – es ist das Endspiel-Ritual.

Im G-Junioren-Finale waren die Fans des SV Großefehn aus dem Häuschen. Foto: Doden/Emden
Im G-Junioren-Finale waren die Fans des SV Großefehn aus dem Häuschen. Foto: Doden/Emden

Bei den G-Junioren, den kleinsten Helden dieses großen Tages, war der Applaus am größten. Eine Fangruppe im Publikum skandierte beim Vorlesen der Spielernamen nach dem Vornamen jedes Spielers sogar „Fußballgott“.

Miran Yaser (am Ball) spielte für die G-Junioren des SV Großefehn groß auf, erzielte drei Tore im Endspiel. Foto: Doden/Emden
Miran Yaser (am Ball) spielte für die G-Junioren des SV Großefehn groß auf, erzielte drei Tore im Endspiel. Foto: Doden/Emden

Die Fünf- und Sechsjährigen bekamen das nur bedingt mit. „Unsere Jungs waren angesichts dieser Kulisse natürlich schon sehr nervös“, sagte Holger Aleschus, der die G-Junioren des SV Großefehn zusammen mit Jan Lesemann trainiert. Der SVG und der GVO Oldenburg lieferten ein tolles zwölfminütiges Finale. Das gewann der SVG auch dank Miran Yaser. Der erzielte alle drei Großefehner Treffer und verdiente sich spätestens mit dem Tor zum 3:1 Sekunden vor dem Abpfiff jenen „Spitznamen“, den ihm der Hallensprecher kurzerhand verpasst hatte. Zwischen Miran und Yaser platzierte Sneider ein „Diego“ – wie die frühere Zaubermaus des SV Werder Bremen oder ein gewisser Maradona spazierte der Sechsjährige durch die gegnerischen Reihen zum 3:1.

Die Mädchen-Sieger

Die Kleinsten bei den Mädchen waren die E-Juniorinnen. Dort gewannen die JSG Ostfriesenkicker das Endspiel gegen die SpVg Aurich mit 2:0. Das JSG-Team untermauerte mit diesem Erfolg seine tolle Entwicklung. „Vor einem Jahr haben wir beim Aurich-Cup unser allererstes Turnier gespielt“, sagte Trainer Ingo Nannen. Nun gab es den großen Triumph.

Auch das gehört zum Aurich-Cup. Nach dem Golden-Goal-Gegentor im Endspiel gegen die eigene U15 sinken die U16-Spielerinnen der SpVg Aurich enttäuscht zu Boden. Foto: Doden/Emden
Auch das gehört zum Aurich-Cup. Nach dem Golden-Goal-Gegentor im Endspiel gegen die eigene U15 sinken die U16-Spielerinnen der SpVg Aurich enttäuscht zu Boden. Foto: Doden/Emden

Die weiteren Sieger bei den Mädchenturnieren hießen TuS Esens (D-Mädchen), JSG Gemeinde Hinte (C-Mädchen) und die SpVg Aurich U15 (B-Mädchen). Das Finale der B-Mädchen war dabei an Spannung kaum zu überbieten. 1:1 hieß es nach den zwölf Minuten. Dann ging es mit einem Golden Goal weiter. Wer in der Verlängerung das erste Tor schießt, gewinn. Das gelang dann nach einer „halben Ewigkeit“ und einigen Minuten Jule Manott für die U15.

Nervenkitzel pur

Dramatische Endspiele gab es bei den E- und D-Junioren – jeweils mit einem Happy End für das ostfriesische Team. Bei den E-Junioren hieß es nach der regulären Spielzeit zwischen Rot-Weiß Emden und dem SV Brake 1:1. Dann folgte kein Neunmeterschießen, sondern – wie in allen Wettbewerben bei Remis– ein „Golden Goal“. Wer in der Verlängerung das erste Tor erzielt, gewinnt. Emdens Joel Nguyen wurde der Torheld. Er hatte am beim 3:1-Halbfinalsieg gegen den VfB Oldenburg schon ein atemberaubendes Fallrückziehertor erzielt.

Nicht geringer fiel nach dem Endspielsieg der Jubel bei den D-Junioren der JSG Esens-Dornum aus. Nach zwei packenden 3:2-Siegen gegen die SpVg Aurich im Viertelfinale (Golden Goal) und SV Esterwegen im Halbfinale gab es im Finale gegen den Favoriten Blau-Weiß Papenburg wieder Nervenkitzel pur. Bente Buserath gelang wenige Sekunden vor dem Abpfiff der 2:1-Siegtreffer.

Große Freude bei diesem Großefehner G-Junioren. Foto: Doden/Emden
Große Freude bei diesem Großefehner G-Junioren. Foto: Doden/Emden

Bei den C-Junioren hatte FTC Hollen gleich mit zwei Teams das Halbfinale erreicht. Die „Hollener Jungs“ aus der Bezirksliga waren gegen den VfB Oldenburg (Regionalliga) und Kickers Emden (Landesliga) das klassenniedrigere Team, verloren jeweils knapp mit 0:1 und 1:2. Im Endspiel besiegte der VfB dann Kickers mit 3:0. Auch die Emder B-Junioren mussten eine Finalpleite einstecken (1:2 gegen Bad Laer).

Frauen

Aurich stand mit drei Teams im Halbfinale. Im internen Duell setzten sich die Oberliga-Frauen 3:2 gegen das U17-Bundesligateam durch. Lara-Marie Cordes, Emma Schurwonn und Mareike Assing trafen, Lucy Minne doppelt für die U17. Oberligist SV TiMoNo gab sich beim 5:1 gegen die U16 der SpVg keine Blöße.

Der SV TiMoNo war am Sonntagabend mit einem großen Fan-Anhang angereist. Foto: Doden/Emden
Der SV TiMoNo war am Sonntagabend mit einem großen Fan-Anhang angereist. Foto: Doden/Emden

Im „Traum-Endspiel“ konnte TiMoNo sich dann nach Treffern von Fenna Borde und Hille Baumfalk 2:1 durchsetzen. Lara-Marie Cordes erzielte den Auricher Anschlusstreffer. „Das beste Spiel von uns. Es war eine reife Performance. Nach dem 2:0 sind wir ruhig geblieben. Besonders freut es mich für die Fans, die uns unterstützt haben“, sagte ein euphorischer TiMoNo-Trainer Jan-Henrik Koppelkamm.

Männer

Die beiden Bezirksligisten SV Wallinghausen (3:2 gegen Egels-Popens durch Golden Goal) und SV Großefehn (2:1 gegen die eigene U23) taten sich gegen zwei stark aufspielende A-Klassen-Teams im Viertelfinale schwer.

Im Viertelfinale traf der SV Großefehn I auf die SV Großefehn U23. Foto: Doden/Emden
Im Viertelfinale traf der SV Großefehn I auf die SV Großefehn U23. Foto: Doden/Emden

Überraschend klar fertigten die Hallenspezialisten des TuS Middels (Bezirksliga) den Landesligisten SV Wilhelmshaven mit 6:2 ab. Das 6:0 gegen Medya Oldenburg im Halbfinale war dann keine Überraschung. Im anderen Semifinale am späten Abend besiegte der SV Großefehn den SV Wallinghausen durch einen Treffer von Hauke Booms mit 1:0.

Glen Sokoli erzielte zahlreiche Middelser Tore. Foto: Doden/Emden
Glen Sokoli erzielte zahlreiche Middelser Tore. Foto: Doden/Emden

Das Endspiel bot dann Spektakel pur. Middels führte durch Glen Sokoli und Noah Kübler 2:0. Holger Wulff verkürzte auf 2:1, Sokoli machte das 3:1, Tom Böhling das 3:2, Sokoli das 4:2 und Böling das 4:3 – dann war Schluss.

„Das war ein geiler Sieg und ein super Turnier unserer Mannschaft“, sagte Torjäger Glen Sokoli nach dem letzten Spiel des Neun-Tage-Spektakels.

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