Transport von Energie Verbindung von zwei großen Gasnetzen bei Leer genehmigt
Wegen der Folgen des Kriegs in der Ukraine wurde ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven gebaut. Der Ausbau des Gasnetzes läuft noch. Jetzt gibt es eine Genehmigung für einen weiteren Schritt.
Leer - Der Ausbau der Anbindungsleitung vom neuen LNG-Terminal in Wilhelmshaven zu den Kavernen in Leer und Jemgum durch die EWE läuft. Nun wurde ein weiteres Vorhaben in Leer für den Transport des Gases durch Norddeutschland genehmigt. Im Bereich Mooräcker nördlich der Autobahn 31 will die Gascade Gastransport GmbH eine Verbindung zwischen ihrer Erdgasfernleitung „Mitte-Deutschland Anbindungs-Leitung“ (MIDAL) und dem Gasnetz der EWE-Tochter Gastransport Nord GmbH (GTG-Nord) bauen.
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Neubau der entsprechenden Absperrstation („AS Leer-Nord“) und der 250 Meter langen Anschlussleitung („AL Leer-Nord“) genehmigt. Zuvor hatte die Landesbehörde ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Der Beschluss und die zugelassenen Planunterlagen können vom 23. Januar bis 6. Februar 2024 auf der Internetseite des LBEG eingesehen werden. Darüber hinaus liegen die Unterlagen im Rathaus der Stadt Leer aus.
Die neue Erdgas-Pipeline
Die EWE baut auf der ostfriesischen Halbinsel eine gut 70 Kilometer lange Erdgas-Pipeline für den im Dezember 2022 gestarteten Import von LNG (englisch: liquified natural gas). Vom Terminal in Wilhelmshaven wird es durch die neu gebaute Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL) Richtung Kavernenspeicher in Etzel befördert. Dort dockt die Pipeline außerdem an die Norddeutsche Erdgastransversale (NETRA) an, eine weitere Pipeline, die das Erdgas in den Osten des Landes weiterleitet. Erdgasleitungen durchziehen Deutschland in einer Tiefe von etwa zwei Metern; ein Kreislaufsystem, das Industriebetriebe und Haushalte mit Gas versorgt.
Damit das in Wilhelmshaven anlandende LNG auch in den Speichern auf der westlichen Seite der Halbinsel eingelagert werden kann, baut die EWE diese neue Leitung einmal quer durch Ostfriesland. Sie dockt bei Sande (Kreis Friesland) an die WAL an und endet bei den Erdgasspeichern in Nüttermoor und Jemgum (Kreis Leer). Die EWE nennt ihre neue Pipeline „Zukunftsleitung“ – wohl auch, weil die Rohre so gebaut wurden, dass sie in absehbarer Zeit auch Wasserstoff werden transportieren können. Denn das ist die von der Politik ausgegebene Marschrichtung: Über die jetzigen LNG-Terminals und -Leitungen soll künftig Wasserstoff fließen; wenn der Markt so weit ist. Technisch lautet der Name der „Zukunftsleitung“ übrigens ganz lapidar „Gasanbindung Wilhelmshaven-Leer“, kurz GWL. Die Strecke zwischen Westerstede und Leer folgt in etwa der Autobahntrasse. Mal sieht man die Leitungen rechts und mal links von der A 28.