Emder Liga ist betroffen Oberliga-Vizemeister spielt eine Relegation gegen Viertligisten
Sollte Kickers Zweiter werden, müsste man einen schwierigeren Weg gehen als über eine Aufstiegsrunde. Ein wichtiger und hoher Funktionär spricht von „blöden Spielen“, die er abschaffen will.
Emden - Kickers Emden ist diese Saison ein ganz heißer Kandidat auf den Wiederaufstieg in die Fußball-Regionalliga Nord. Sollte der Wintermeister auch am Ende der Oberliga-Saison die Tabelle anführen, ist der Sprung in Liga vier geglückt. Bei einer Vizemeisterschaft bietet sich noch eine zweite Aufstiegschance. Dann würde es in zwei Relegationsspielen gegen einen Regionalligisten gehen.
„Diese Nachricht haben wir kürzlich auch allen Oberligisten mitgeteilt“, erklärte Oberliga-Staffelleiter Burkhard Walden auf Nachfrage. Vor der Saison waren viele noch davon ausgegangen, dass der niedersächsische Vizemeister wie vor der Corona-Pandemie an einer Aufstiegsrunde mit den Meistern bzw. aufstiegsberechtigten Vertretern der 5. Ligen aus Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein teilnimmt. Aus dieser Runde steigen dann nochmal zwei Teams in die 4. Liga auf.
Regel in der Ausschreibung
Doch offensichtlich gab es diesbezüglich einen Kommunikationsfehler oder ein Missverständnis. „Dazu kann ich nichts sagen. Fakt ist, dass diese Regelung in unserer Regionalliga-Ausschreibung steht und diese natürlich in der Saison nicht geändert wird“, erklärte Jürgen Stebani. Er ist Spielausschussvorsitzender des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV), der für die Regionalliga Nord zuständig ist. Stebani selbst missfällt diese Relegations-Regelung. Er spricht von „blöden Spielen, weil die Vereine wenig planen können“.
Zudem habe die Aufstiegsrunde mit vier Teams eine höhere Attraktivität. „Das zeigen die Zuschauerzahlen der zurückliegenden Jahre“, sagt Stebani. Obendrein gehe es auch um den sportlichen Aspekt. Die Oberliga Niedersachsen als Flächenland-Liga ist wesentlich stärker als die fünften Ligen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Da sei es fair, wenn Niedersachsen auch noch eine bessere Aufstiegschance für seinen Vizemeister hätte. Das erlebte auch Kickers Emden im Sommer 2022, als das Team sich dort mit dem Bremer SV durchsetzte. Concordia Hamburg und SV Todesfelde waren die weiteren Gegner.
Zitterpartie am Saisonende
Die beiden Relegationsspiele gegen einen Regionalligisten dürften wesentlich schwieriger sein. Vergangene Saison setzte sich dort der Bremer SV auch gegen Lupo Martin Wolfsburg aus der Oberliga Niedersachsen durch. Stebani und manch anderer wollen diese Relegationsspiele auch wieder abschaffen, auch um für die Regionalligisten mehr Planungssicherheit zu haben. Momentan ist es so: Drei Mannschaften steigen direkt aus der Regionalliga Nord ab. Die dann erste Mannschaft, die nicht auf einem direkten Abstiegsplatz steht, bestreitet zwei Relegationsspiele gegen den niedersächsischen Vizemeister. Der Sieger erhält den letzten freien Regionalliga-Platz für die Saison 2024/2025.
So weit, so gut? Mitnichten. Denn die Absteigerzahl und auch der Relegationsplatz kann variieren und hängt von zwei Faktoren ab. Setzt sich der Nord-Meister in den Drittliga-Aufstiegsspielen gegen den Süd-Titelträger durch? Und schafft der VfB Lübeck in der 3. Liga den Klassenerhalt oder muss er in die Regionalliga Nord aufgenommen werden?
Im besten Fall kann die Zahl der Regionalliga-Absteiger auf zwei sinken, der Drittletzte spielt dann die Relegation gegen den Oberliga-Vizemeister aus Niedersachsen. Im schlechtesten Fall steigt die Zahl der direkten Absteiger auf vier – und der Fünftletzte muss nachsitzen. Jürgen Stebani macht keinen Hehl daraus, dass er das Relegationsspiel abschaffen will und den Niedersachsen-Vertreter ab der nächsten Saison wieder in die Aufstiegsrunde eingliedern möchte. Das entscheiden letztlich die Landesverbände bzw. das Präsidium des Norddeutschen Fußball-Verbandes.