Senioren, Schüler, Shoppen  Druckampel in Weener ist ein Gewinn für alle

| | 12.01.2024 17:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Per Knopfdruck kommt man jetzt schnell und sicher über die Mühlenstraße in Weener. Foto: Gettkowski
Per Knopfdruck kommt man jetzt schnell und sicher über die Mühlenstraße in Weener. Foto: Gettkowski
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Zehn Jahre lang wurde in Weener über eine Ampel an der stark befahrenen Mühlenstraße (Landesstraße 15) diskutiert. Nun ist sie endlich in Betrieb. Hat sich die Verkehrssicherheit verbessert?

Weener - Die Bewohner des Altenzentrums Rheiderland haben nicht locker gelassen. Zehn lange Jahre haben sie dafür gekämpft, sicherer über die stark befahrene Mühlenstraße (Landesstraße 15) zu kommen. Sie haben demonstriert und Unterschriften gesammelt. Ihre Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Es hat zwar langwierige Verzögerungen gegeben, doch seit Herbst vergangenen Jahres ist die Bedarfsampel in Betrieb. Wie kommt sie an? Bringt sie wirklich mehr Sicherheit? Wir fragen nach.

Die Ampel wurde von vielen sehnlich erwartet. Denn die Straße ist die Hauptverbindung zwischen Weener und Papenburg und wird vom Schwerlastverkehr stark frequentiert. Gefahren werden darf dort Tempo 50. Gehbehinderte Heimbewohner oder Senioren, die altersbedingt nicht mehr so gut zu Fuß sind, hatten Angst die Straße zu überqueren. „Mein persönlicher Eindruck ist, dass viele Seniorinnen und Senioren froh sind, dass die Ampel endlich in Betrieb ist“, sagt Johann Dieter Hilbrands, 1. Vorsitzender des Seniorenrats der Stadt Weener.

Die Ampel an der Mühlenstraße steht nun eine Weile. Zeit, zu schauen, ob sie sich bewährt hat. Foto: Gettkowski
Die Ampel an der Mühlenstraße steht nun eine Weile. Zeit, zu schauen, ob sie sich bewährt hat. Foto: Gettkowski

Standort hat sich bewährt

Der Standort direkt vor dem Altenzentrum, den sich die Bewohner gewünscht hatten, wurde nach langer Diskussion allerdings verworfen. Verkehrsexperten und Politik waren zu dem Schluss gekommen, dass ein Standort für die Druckampel in Höhe des Friedhofs und der Felta-Tankstelle für die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicherer und besser geeignet ist. Und der Standort auch hat noch einen anderen Vorteil: Der Schulweg wird künftig für viele Kinder und Jugendliche, die die vielbefahrene Mühlenstraße auf dem Weg zu den Schulen an der Wiesenstraße queren müssen, sicherer.

Dasselbe gilt für Kunden, die aus Richtung Rathausstraße zum Einkaufzentrum rund um den Combi-Markt gelangen wollen. „Der Standort bei der Felta-Tankstelle ist gar nicht so schlecht“, so das Fazit von Johann Dieter Hilbrands. Allerdings sei er darauf hingewiesen worden, dass es im Bereich der Ampel Versackungen gebe. „Nachdem dort eine Seniorin gestürzt ist, habe ich die Stadt darauf hingewiesen“, berichtet der Vorsitzende des Seniorenbereits.

Gefährliche Stolperfalle

Andreas Cramer, Leiter des Altenzentrums Rheiderland, nutzt die Ampel nach eigenen Worten selbst täglich zweimal: auf dem Weg zur Arbeit und zurück nach Hause. „Die Bewohner sind dankbar, dass sie jetzt die Möglichkeit haben, die Straße sicher zu überqueren.“ Auch mit dem Standort hätten sie sich angefreundet. Heimbewohnerin Engeline Boer, die auf einen E-Rollstuhl angewiesen ist, und seit Beginn an für die Ampel gekämpft hat, habe aktuell aber noch Probleme mit ihrem E-Mobil die Querungshilfe zu nutzen. „Weil es dort Rillen und eine Stufe in Höhe von 3,5 Zentimetern gibt, hat sie Angst mit dem E-Mobil zu kippen“, so Cramer. Nach seinen Worten soll die Schadstelle in der Fahrbahn beseitigt werden, wenn in der Straße die Kanalisation und Fahrbahn erneuert werden.

Bereits im Jahr 2013 gingen Bewohner des Altenzentrums Rheiderland auf die Straße, um ihrer Forderung nach einer Querungshilfe für die L 15 Ausdruck zu verleihen. Es dauerte zehn Jahre bis eine Ampel aufgestellt wurde. Viele Mitstreiter haben das nicht mehr erlebt. Foto: Gettkowski/Archiv
Bereits im Jahr 2013 gingen Bewohner des Altenzentrums Rheiderland auf die Straße, um ihrer Forderung nach einer Querungshilfe für die L 15 Ausdruck zu verleihen. Es dauerte zehn Jahre bis eine Ampel aufgestellt wurde. Viele Mitstreiter haben das nicht mehr erlebt. Foto: Gettkowski/Archiv

Wie hat sich die Druckampel an der Bahnhofstraße nach Einschätzung des Bürgermeisters bewährt? „Bisher sind der Stadt Weener hierzu noch keine Beschwerden mitgeteilt worden“, so Abbas. Wie die Ampel von den Senioren angenommen werde, dazu lägen der Stadt Weener aktuell keine Erkenntnisse vor. Ob die Ampel auch Akzeptanz bei Kindern und Jugendlichen findet, die die Bahnhofstraße auf dem Weg in die Schulen an der Wiesenstraße überqueren müsse, konnte die Verwaltung nicht sagen. „Auch hierzu gibt es keine aktuellen Rückmeldungen.“

Keine Probleme aus polizeilicher Sicht

Allerdings seien der Verwaltung Schadstellen im Bereich der Ampel gemeldet worden. „Darauf hat die Verwaltung die zuständige niedersächsische Behörde für Straßenbau und Verkehr bereits hingewiesen. Allerdings ist nach unserer Kenntnis hier noch keine grundlegende Verbesserung eingetreten“, so Abbas weiter.

Adrian Vogel ist seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres Chef der Polizeistation Weener. „Aus polizeilicher Sicht ist die neue Ampel unauffällig“, sagt der Polizeibeamte. Nach seinen Worten sei der Kreuzungsbereich aber auch vor dem Bau der Anlage kein Unfallbrennpunkt gewesen. Seit die Druckampel in Betrieb ist, hat es laut Vogel aber auch weder Unfälle noch Beschwerden gegeben. Negative Auswirkungen auf den Verkehrsfluss, wie einige Politiker im Zuge der langwierigen Standortdebatte befürchtet hatten, hat es durch die Bedarfsampel nach Beobachtung der Polizei bislang nicht gegeben. Im Gegenteil. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ampel einen positiven Effekt auf die Schulwegsicherheit hat“, so Adrian Vogel.

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