„Meine Woche“  Bauernproteste – mehr Emotionen gehen nicht

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Ein Kommentar von Lars Reckermann
| 13.01.2024 09:33 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ende der Woche trafen sich Landwirte aus der Region für ein Protestcamp in Emden. Foto: Ortgies
Ende der Woche trafen sich Landwirte aus der Region für ein Protestcamp in Emden. Foto: Ortgies
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Die Bauernproteste in der Region bewegen viele Gemüter. Welche Aufgabe haben Medien in dieser Gemengelage, nach welchen Grundsätzen wird berichtet?

Diese Woche war vor allem eins: emotional. Landwirte, Handwerker und viele weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gingen (und gehen noch) auf die Straße, um ihren Unmut über die Regierung zu äußern. Auch für Menschen, die diese Aktionen für überzogen halten, war es eine emotionale Woche. Viele fühlten sich in Geiselhaft genommen. Wir Reporterinnen und Reporter haben beide Seiten beleuchtet.

Die Reaktionen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Von „ihr habt was gegen Landwirte“ bis zu „gehört ihr schon zu Bauernlobby...“ war alles dabei.

Dabei haben wir uns nur an den journalistischen Grundsatz gehalten: „Schreiben, was ist.“ Das heißt eben nicht, dass wir ausschließlich das aufschreiben sollten, was gerade der ein oder anderen Gruppe gefällt.

Wir haben in dieser Woche ganz viel erklärt. Worum es den Landwirten geht. Warum so viele Menschen mitmachen. Wir haben berichtet, dass es nicht immer mit der Rettungsgasse geklappt hat und dass manche politische Gruppierungen auf den Protestwagen mit aufgesprungen sind. Das ist unser Job.

Wir müssen in alle Ecken leuchten, auch in die, in die aktuell nicht so viel Licht fällt. Wenn wir anfangen, wegzuschauen, weil es unbequem wird, nehmen wir unsere Aufgabe nicht mehr wahr.

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