Verbindung Wilhelmshaven-Leer  EWE nimmt neue Gasleitung in Betrieb

| | 29.01.2024 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Bauarbeiten für die Gasleitung sind abgeschlossen. Jetzt wurden die Absperrungen aufgedreht. Symbolfoto: Brandt/dpa
Die Bauarbeiten für die Gasleitung sind abgeschlossen. Jetzt wurden die Absperrungen aufgedreht. Symbolfoto: Brandt/dpa
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Nach nur 22 Monaten Planungs- und Bauzeit ist die neue Gasleitung von Wilhelmshaven nach Nüttermoor und Jemgum fertig. Der Betreiber hat sie nun in Betrieb genommen. Die Beteiligten loben das Projekt.

Leer - Die neue Gasanbindung Wilhelmshaven-Leer ist jetzt von GTG Nord, der Ferngasnetzbetreiber im EWE-Konzern, in Betrieb genommen worden. Das teilt der Oldenburger Energiekonzern mit. Vor rund sechs Wochen sei die letzte Schweißnaht der 70 Kilometer langen Pipeline – der sogenannten „Zukunftsleitung“ – hergestellt worden, nach nur 22 Monaten Planungs- und Bauzeit. Jetzt sei die Leitung an das deutsche Gasnetz angebunden worden.

„Die Gasleitung ist ein wesentlicher Baustein, um die deutsche Energieversorgung unabhängiger von russischem Erdgas zu machen und zu einer Diversifizierung der Bezugsquellen beizutragen“, heißt es in der Mitteilung. Die Zukunftsleitung habe die nötige Kapazität, regasifiziertes LNG aus Wilhelmshaven zu den Erdgasspeichern in Nüttermoor und Jemgum im Landkreis Leer zu transportieren und Energie für mehr als vier Millionen Haushalte bereitzustellen. „Steht kurzfristig eine sichere Versorgung mit Erdgas im Fokus, ist bereits ab 2028 der Transport von klimaneutralem Wasserstoff über die H2-ready gebaute Leitung denkbar“, so die EWE.

Freude bei den Verantwortlichen

EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler betont in der Mitteilung die Gemeinschaftsleistung und Zukunftsfähigkeit der in Rekordgeschwindigkeit gebauten Leitung: „Wir haben hier gezeigt, was als EWE in Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Beteiligten möglich ist: Wir haben in enorm kurzer Zeit, in einem Kraftakt, eine zukunftsfähige Leitung gebaut, die kurzfristig Erdgas und mittelfristig grünen Wasserstoff transportieren soll.“ Die Inbetriebnahme der Zukunftsleitung und die Bereitstellung von Transportkapazitäten markiere einen weiteren wichtigen, logischen Schritt auf dem Weg zu einer zuverlässigen und nachhaltigen Energieversorgung.

„Es macht uns stolz, dass die Pipeline nun in unseren Händen als Ferngasnetzbetreiber liegt und wir nach erfolgreichem Testbetrieb neue Kapazitäten vermarkten können“, wird Dr. Tim Olbricht, Geschäftsführer GTG Nord, zitiert. „Mit der offiziellen Inbetriebnahme der Leitung setzen wir ein klares Zeichen für Versorgungssicherheit und für eine zukunftsfähige Transformation des Energiesystems.“

Kapazität von sechs Milliarden Kubikmeter im Jahr

Entlang der Trasse würden noch Rest- und Rückbauarbeiten sowie Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt. Die EWE lege großen Wert darauf, verantwortungsvoll und schonend mit den Böden in der Region umzugehen. „Die Rekultivierung passiert im Einklang mit der Natur, damit die Flächen nach und nach in ihren ursprünglichen Zustand gehen können“, teilt das Unternehmen mit.

Die unterirdisch verlaufende Pipeline hat eine Kapazität von sechs Milliarden Kubikmetern im Jahr - das reicht laut EWE, um rund vier Millionen Haushalte mit Energie zu versorgen. Seit mehr als einem Jahr wird in Wilhelmshaven über das erste schwimmende Importterminal LNG angelandet. Es wird auf dem Spezialschiff „Höegh Esperanza“ wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt und ins Gasnetz eingespeist. Dafür hatte der Gasnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) bereits im vergangenen Jahr eine erste Anbindungsleitung gebaut. An diese Leitung knüpft nun die von der EWE gebaute Leitung Wilhelmshaven-Leer bei Sande an und führt durch die drei Landkreise Friesland, Ammerland und Leer bis zu den Gasspeichern an der Ems. Weitere Informationen gibt es unter www.zukunftsleitung.de.

Mit Material von dpa

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