Ortsrat sagt Nein Könnte die Kurbelfähre am Fehntjer Tief doch scheitern?
Endlich schien die Lösung für die Kurbelfähre zwischen Moormerland und Ihlow gefunden zu sein. Nur ein Satz im Beschluss stößt auf Widerstand. Wieso?
Hatshausen - Seit mehr als zwei Jahrzehnten soll eine kleine Fähre für Radfahrer und Wanderer am Fehntjer Tief gebaut werden. Immer wieder scheiterte dieser Plan an Bedenken der Behörden. Vor wenigen Wochen schien die Lösung gefunden zu sein, es wurde ein Bauantrag gestellt. Doch jetzt gibt es Widerstand von anderer Seite. Auslöser ist ein Satz in der Beschlussvorlage.
Konkret geht es in den Sitzungen in Moormerland zurzeit um die Nutzung von drei Wegen in der Nähe der geplanten Kurbelfähre. Der Landkreis Leer besteht darauf, dass Teile des Leidsweges, des Heikelandsweges und des Strangeweges innerhalb des Naturschutzgebiets in der Zeit vom 15. März bis 15. Juli nicht befahren werden sollen. Diese zeitweise Sperrung hat der Ortsrat Hatshausen abgelehnt.
Landkreis Leer stellt Bedingungen
Der Grund ist folgende Formulierung: „Sofern die Widmungsbeschränkung nicht erfolgt, wird eine wasserrechtliche Genehmigung zur Errichtung der Kurbelfähre nicht erteilt.“ Mit anderen Worten: Werden die Wegabschnitte nicht von März bis Juli gesperrt, kann die Kurbelfähre doch nicht gebaut werden. Ortsbürgermeister Martin Janßen ist eigentlich für die Fähre, die Moormerland und Ihlow verbinden soll. „Aber wir lassen uns vom Landkreis Leer nicht erpressen“, sagt er.
Der Heikelandsweg und der Leidsweg seien für Hatshausen und Tergast von hoher Bedeutung, argumentiert der Ortsrat Hatshausen. Sie seien die Zufahrt von vielen Flächen, aber auch „eine wunderschöne Route um die ostfriesische Landschaft zu genießen“. Mit den geplanten Einschränkungen sei die Kurbelfähre für Hatshausen wertlos, denn der direkte Weg vom Standort der Fähre am Ippenwarfer Weg in Richtung Hatshausen/Timmel bliebe gerade in einer Zeit verwehrt, in der viele Radfahrer unterwegs seien.
Wie geht es weiter?
Laut dem Moormerländer Bürgermeister Hendrik Schulz wurde für die Sitzungsvorlage die Wortwahl des Landkreises Leer eins zu eins übernommen. Ohne diese Umwidmung der Gemeindestraßen werde der Landkreis die Genehmigung nicht geben, die Kurbelfähre könne dann nicht gebaut werden. „Das müssen wir so umsetzen“, bestätigt der Erste Gemeinderat Jörg Lorenz.
Wie geht es nun weiter? Am 20. Februar 2024 tagt der Bauausschuss der Gemeinde Moormerland ab 19 Uhr öffentlich im Rathaus und wird über die gleiche Vorlage beschließen. Abschließend werden der Verwaltungsausschuss (nichtöffentlich) und der Gemeinderat (öffentlich) beraten. Sie können gegen den Beschluss des Ortsrates der gewünschten Sperrung zustimmen – oder ebenfalls ablehnen.