Abenteuer im Europapokal Leverkusen-Fan reiste von Moordorf nach Aserbaidschan
Anhänger von Bayer 04 Leverkusen ist Dennis Ennen schon mehr als 20 Jahre und auch oft im Stadion. Nun erlebte der Fußballobmann von Ostfrisia Moordorf sein größtes Abenteuer in Baku.
Moordorf/Baku - 35 Stunden war der Ostfriese Dennis Ennen unterwegs, um seinen Lieblingsverein Bayer 04 Leverkusen 90 Minuten im Europapokal zu erleben. „Es hat sich gelohnt“, sagte der Moordorfer nach der Abenteuer-Reise nach Aserbaidschan. In der Hauptstadt Baku gehörte der Moordorfer am Donnerstag zu den 420 Fans, die den Bundesliga-Tabellenführer in das Zehn-Millionen-Einwohner-Land mit Grenzen zu Russland, Georgien und dem Iran begleitet hatten. Sie freuten sich nach einem 0:2-Rückstand am Ende des Europa-League-Achtelfinals bei Qarabag FK über das Tor zum 2:2 in der Nachspielzeit.
Das ermöglicht für das Rückspiel am kommenden Donnerstag alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale und sorgte dafür, dass die Alonso-Elf in allen Wettbewerben diese Saison weiter ungeschlagen ist. Inzwischen sind es 35 Pflichtspiele. „Nach dem Ausgleich in der Nachspielzeit stand der Fanblock Kopf“, sagte Dennis Ennen nach seiner Rückkehr.
Nur Snickers und Bier
Begonnen hatte das Abenteuer in der Nacht zu Donnerstag. „Um 2 Uhr bin ich aufgestanden.“ Dann ging es mit dem Auto zum Flughafen Köln-Bonn. Eigentlich sollte der Sunair-Flieger um 6 Uhr starten. Doch dann hob die Maschine mit ganz vielen Leverkusen-Fans erst um 10 Uhr deutscher Zeit ab. Die Zeitverzögerung von Deutschland nach Aserbaidschan beträgt drei Stunden. „Der Flug dauerte fünf Stunden. Wir landeten dann um 18 Uhr Ortszeit in Baku.“ Ursprünglich wollte Ennen, der alleine reiste, sich noch etwas die Hauptstadt Baku anschauen. Doch dazu blieb nun keine Zeit mehr. Das Spiel begann um 21.45 Uhr Ortszeit. Um 18.45 Uhr ging es mit dem Bus ins Tofik-Bakhramov-Stadion.
„Ich hatte großen Hunger und wollte da eigentlich etwas essen. Leider gab es nur Snickers und Bier“, erzählt Ennen und lacht. Er nahm es sportlich und mit Humor. Für gute Laune unter den Bayer-Fans sorgte dann Stefan Kießling. Die Leverkusener Stürmer Legende kam persönlich in den Gäste-Block, stand für diverse Fotos zur Verfügung und bedankte sich als Bayer-Repräsentant für die Unterstützung in Vorderasien.
Hexenkessel in Baku
Die mehr als 31.000 Zuschauer sorgten für tolle Stimmung, wie Dennis Ennen erzählt. „Das war ein Hexenkessel.“ Die 2:0-Führung ließ den Lärmpegel weiter steigen. Aber Leverkusen schlug zurück.
Nach der Partie ging es mit den anderen Bayer-Fans zum Flughafen zurück, wo er endlich dann auch essen konnte. „Um 2 Uhr war ich dann bei einem McDonalds, alles andere hatte geschlossen.“ Um 7 Uhr Ortszeit startete der Flieger Richtung Köln-Bonn, wo die müden Leverkusen-Fans dann um 9 Uhr deutscher Zeit landeten. Gegen 13 Uhr war Dennis Ennen, der auch Fußballobmann bei Ostfrisia Moordorf ist, wieder bei seiner Frau Anna und dem zweijährigen Sohn Henri in Moordorf. Seine Liebste bestärkte ihn, die Baku-Reise anzutreten, als er von seinen Plänen erzählt hatte. „,Nimm das mit‘, sagte sie zu mir.“
Nach Berlin und Dublin?
Das ist auch die Saison-Einstellung von Dennis Ennen, der sich im Sommer mal wieder zwei Dauerkarten zugelegt hatte und in dieser historischen Saison alles aufsaugen will. Drei Titel sind möglich. „Für das Europa-League-Finale in Dublin und das DFB-Pokal-Finale in Berlin habe ich vorsorglich schon stornierbare Hotels gebucht.“ Sollte Leverkusen die Finals erreichen, braucht er auch Kartenglück. „Der Hype ist so groß wie noch nie“, sagt der langjährige Leverkusen-Fan, der auch das Rückspiel am 14. März um 21 Uhr in der BayArena sehen wird.
Dafür muss der Volkswagen-Mitarbeiter dann keinen Urlaub nehmen wie für die 35-Stunden-Tour von Moordorf nach Baku und zurück. „Ich habe Tagschicht und um 15.30 Uhr Feierabend, das passt alles.“