Ausblick auf 2024 Die Krummhörn plant einige Bauvorhaben
Viele schöne alte Dörfer bedeuten auch viele Sanierungen. In der Krummhörn soll jetzt einiges passieren. Die Bürgermeisterin gibt einen ersten Einblick in die geplanten Bauvorhaben für dieses Jahr.
Krummhörn - Bauvorhaben müssen von langer Hand geplant werden, das ist nicht nur in der Krummhörn so. Dort sollen einige dieser Sanierungsarbeiten in diesem Jahr endlich realisiert werden, andere werden noch weiter auf sich warten lassen. Die Bürgermeisterin der Gemeinde, Hilke Looden (parteilos), hat sich nun zu den Bauvorhaben und deren Chancen auf baldige Realisierung geäußert.
Dabei geht es vor allem um den historischen Ortskern von Greetsiel mit der maroden Brücke am Pilsumer Weg und der sanierungsbedürftigen Mühlenstraße. Auch in Pewsum besteht Renovierungsbedarf: Dort hatte die Gemeinde bereits vor vier Jahren ein Grundstück erworben, um ein Ärztehaus entstehen zu lassen. Dort hat sich bisher noch nicht viel getan.
Hier ein Überblick über die Bauvorhaben:
Die Brücke am Pilsumer Weg, Greetsiel
Seit 2015 ist die Gemeinde Krummhörn bereits mit dem Sanierungsgebiet „Greetsiel - Historischer Ortskern“ im Städtebau-Förderungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen. Durch bereitgestellte Fördergelder soll so der Charakter des Fischerdorfes erhalten werden. Und die Gemeinde hatte Großes vor: Im Jahr 2022 war eine Neugestaltung des Greetsieler Marktplatzes am Alten Siel geplant. Doch aus der Bevölkerung kam Protest. Besonders die vorgesehene Fällung einiger alter Kastanien am Marktplatz sorgte für Gegenwehr. Letztendlich legte die Gemeinde die Pläne für diese Neu- und Umgestaltung beiseite.
Ein „Problem“ tat sich jedoch auf: Die Fördermittel, immerhin rund 570.000 Euro, waren bereits beantragt, nun mussten sie auch ausgegeben werden. Andernfalls drohte der Verfall der Mittel. Die Gemeinde hatte daraufhin überlegt, die Fördergelder stattdessen in die Brücke am Pilsumer Weg zu investieren. Diese ist schon seit einiger Zeit sanierungsbedürftig. Unter anderem das Geländer soll teilerneuert und saniert werden, auch die Spundwände und Widerlager müssten erneuert werden. Eigentlich sollte dieses Vorhaben bis zum Ende des Jahres 2023 fertig sein. Doch es kam zu Verzögerungen.
In diesem Jahr soll die Brücke jedoch fertig werden, sagte Looden beim Jahrespressegespräch. Die Fördergelder seien fest zugesichert und auch die Planung sei abgeschlossen. „Sobald das Wetter es zulässt, legen wir dort los“, so Looden. Ein Drittel der Gesamtkosten muss die Gemeinde selbst tragen, jeweils ein Drittel kommen von Bund und Land. Die geplante Sanierung kostet die Gemeinde 622.000 Euro.
Mühlenstraße, Greetsiel
Ein weiteres Projekt, welches durch Fördergelder im Rahmen des Stadtbauprogrammes „Greetsiel - Historischer Ortskern“ gestützt wird, ist die Sanierung der Mühlenstraße. Genaue Angaben konnte Looden noch nicht machen, dieses Bauvorhaben befinde sich momentan noch in der Vorplanung. Dementsprechend sind zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine etwaigen Kosten, ein Startdatum der Sanierungsarbeiten oder die Dauer der geplanten Sanierung bekannt.
Looden bestätigte aber bereits, dass die Sanierung einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Bei einem solchen Großprojekt ist eine Sanierung in Teilabschnitten, über mehrere Jahre hinweg notwendig. Looden wies darauf hin, dass der Fokus dieses Bauvorhabens auf einer Sanierung der Mühlenstraße von der Ortsmitte bis zur Brücke über der Binnenmuhde liege. Das bedeutet, der Teil der Mühlenstraße, der sich außerhalb des historischen Ortskerns von Greetsiel befindet, ist vorerst nicht in die Sanierungspläne eingeschlossen.
Ärztehaus, Pewsum
Ein Bauvorhaben, welches schon viel länger in den Startlöchern steckt, ist das geplante Ärztehaus auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes in Pewsum. Nach dem Neubau des Edeka-Marktes stand das Grundstück samt leerem Gebäude zum Verkauf. Die Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Frank Baumann (SPD) nutzte die Möglichkeit und erwarb 2020 das Gelände an der Manningastraße. Das Grundstück hat eine Gesamtfläche von 2800 Quadratmetern und liegt nur wenige Meter neben der Ortsmitte. Die zentrale Lage ist von großer Bedeutung, denn im ehemaligen Edeka soll ein Ärztehaus entstehen. Auf diese Weise soll die medizinische Versorgung im Ort und in der Region ausgebaut werden. Auch von einem Restaurant, Wohnungen und Gewerberäumen war die Rede.
Diese Pläne existieren bereits seit rund vier Jahren. Ein Ärztehaus ist in dieser Zeit noch nicht entstanden, auch sonst hat sich nichts auf dem Gelände getan. Das alte Gebäude steht noch, im vorderen Teil ist über dem ehemaligen Schuhgeschäft noch eine Wohnung vermietet. Hilke Looden begründet das schleppende Vorangehen dieses Projektes vor allem mit fehlenden Investoren. Im letzten Jahr hieß es noch, ein Investor habe bereits Pläne für die Fläche. Doch daraus ist nichts geworden. Und ohne Investoren sieht die Gemeinde keine Möglichkeit, in naher Zukunft mit dem Abriss des Gebäudes und einem eventuellen Neubau eines Ärztehauses voranzuschreiten. „Es ist viel günstiger, wenn ein Privatanbieter das Gebäude abreißt, als wenn die Gemeinde das selbst übernehmen würde“, sagte Looden im Jahrespressegespräch. Das bedeute jedoch nicht, dass die Pläne zur Entstehung eines Ärztehauses auf dem Gelände ad acta gelegt worden seien. „Momentan laufen Gespräche mit Ärzten“, so Looden. Doch die Ärzte bräuchten Zeit, um eine solche Entscheidung zu treffen. In diesem Kalenderjahr ist in Pewsum also nicht mehr mit einem neuen Ärztehaus zu rechnen.