Weg für Sanierung ist frei Kräftige Finanzspritze für den Umbau der Emder Nordseehalle
Der Bund fördert die geplante Sanierung der Nordseehalle in Emden mit sechs Millionen Euro. Andere Projekte in Ostfriesland gehen leer aus.
Emden - Gute Nachricht für Emden: Die Stadt erhält vom Bund eine kräftige Finanzspritze für die geplante Sanierung und den Umbau der Nordseehalle. Wie der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (Pewsum) am Mittwoch, 13. März 2024, mitteilte, fördert Berlin das Vorhaben mit sechs Millionen Euro.
Das Geld kommt nach Angaben des SPD-Politikers aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Aus diesem Topf ist auch die noch laufende Sanierung des Freibades Borssum in Emden bezuschusst worden.
„Ein Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit“
Die Nordseehalle sei das größte Projekt, das von dem Programm profitiere. „Das ist wirklich ein dicker Brocken, schließlich wurden wegen der angespannten Haushaltslage die Mittel für das Programm gekürzt“, schreibt Saathoff in der Mitteilung. Seinen Angaben zufolge hat der Haushaltsausschuss des Bundestages keinen weiteren Antrag aus Ostfriesland berücksichtigt. Er sei sich aber sicher, dass diese Projekte in den kommenden Antragsrunden Chancen hätten, so der Abgeordnete.
Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) reagierte hocherfreut über die Zusage aus der Hauptstadt. Die Sanierung der Nordseehalle und der Umbau der größten Mehrzweckhalle ihrer Art in Ostfriesland zu einem Kultur-, Freizeit- und Sportzentrum sei „ein weiterer guter Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit der Stadt“, sagte Kruithoff dieser Zeitung in einer ersten Reaktion. Mit Blick auf den Klimaschutz, das gesamtstädtische Veranstaltungsprogramm sowie den Breiten- und Schulsport bringe das Emden „einen Riesenschritt nach vorne“.
Dank an die erfolgreichen Antragschreiber
Kruithoff dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Bundestagsabgeordneten Saathoff und Julian Pahlke (Bündnis 90/Die Grünen). Saathoff habe den Impuls dafür gegeben, sich auf das besondere Förderprogramm beim Bund zu bewerben. Die Zeit war dann äußerst knapp, und trotzdem hat es geklappt. „Herzlichen Dank auch an die Stadtbaurätin, das Team vom Gebäudemanagment und dem zentralen Projektförderbüro der Stadt Emden rund um Martin Schabler, die in kürzester Zeit einen spitzenmäßigen Antrag geschrieben haben“, so Kruithoff.
Die Stadt könne jetzt den Planungsauftrag vorbereiten, so der Oberbürgermeister. Bislang gebe es nur eine Projektskizze. An dem Planungsprozess nach seinen Angaben unter anderem auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kulturevents, die Schulen, der Sport, die Anlieger sowie andere Interessengruppen beteiligt werden, kündigte der Rathaus-Chef an.
Umbau soll 13,5 Millionen Euro kosten
Die Gesamtkosten der Sanierung samt Umbau zu einer Multifunktionshalle hat die Stadt mit 13,5 Millionen Euro veranschlagt. 7,5 Millionen Euro muss die Stadt also aus eigenen Mitteln beisteuern. Der Rat der Stadt hatte im Oktober des vergangenen Jahres einstimmig grünes Licht für das Projekt gegeben.
Anlass für das große Umbauvorhaben seien zum einen zu geringe Hallen-Kapazitäten für den Schul- und Breitensport im gesamten Stadtgebiet. Zum anderen würden die zuletzt bekannt gewordenen Schäden im Dachbereich zu einer umfangreichen Sanierung zwingen, wie Stadtbaurätin Irina Krantz vor der Ratsentscheidung erläutert hatte. Insbesondere die Leimbinder der 51 Jahre alten Halle müssten statisch ertüchtigt werden. Anderenfalls drohe die Schließung der Halle. Mit der Förderzusage ist dieses Szenario nun erst einmal vom Tisch.
Mit einer großen Bautätigkeit ist im Übrigen nicht vor 2025 zu rechnen, hieß es. Und auch während des Umbaus soll die Nordseehalle in Teilen weiter nutzbar bleiben. Für viele Veranstaltungen steht derweil auch das Festspielhaus am Wall zur Verfügung. Das wird am 19. April 2024 nach langer Umbauphase eröffnet.