Fußball-Bezirksliga  Norden im Aufwind und Großefehn in der Krise

| | 24.03.2024 19:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
SVG-Trainer Bi Le Tran kassierte mit seinem Team die vierte Schlappe in Folge. Archivfoto: Doden/Emden
SVG-Trainer Bi Le Tran kassierte mit seinem Team die vierte Schlappe in Folge. Archivfoto: Doden/Emden
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In der Fußball-Bezirksliga hat der FC Norden aus dem Tabellenkeller seine aufsteigende Form nach der Winterpause bestätigt und am Sonntag den SV Großefehn mit 4:2 besiegt.

Ostfriesland - Für die Fehntjer war es im vierten Spiel des Jahres die vierte Niederlage. So zog in der – zugegeben – schiefen Tabelle der TuS Pewsum am SVG vorbei und sich sogar auf Platz vier vor. Der TuS siegte 2:1 bei der SpVg Aurich. Hage wurde im dritten Kunstrasenspiel seiner Favoritenrolle in Hinte gerecht (4:1), das Auricher Rasen-Derby zwischen Middels und Wallinghausen endete torlos.

FC Norden - SV Großefehn 4:2 (1:0). Der SVG steckt in der Krise. „Die Verunsicherung ist leider zu sehen und zu spüren“, sagte SVG-Trainer Bi-Le Tran. Vor dem Rückrundenstart wurden dem SVG noch Titelchancen eingeräumt – sie sind längst vergeben. Ganz anders die Stimmungslage in Norden. Unter Trainer-Rückkehrer Thomas Jakobs gab es nun schon die Punkte sechs bis acht im fünften Spiel für das Ziel Klassenerhalt. Dabei agierte der FCN wie schon zuletzt aus einer starken Defensive. Großefehn hatte viel Ballbesitz. „Aber da kam wenig bei herum. Uns fehlt die Zielstrebigkeit.“ Anders die Gastgeber. Jens Bakker brachte die Gastgeber früh in Führung (5.), Pascal Holstein legte nach Wiederanpfiff nach. Zuvor war der SVG eigentlich schwungvoll aus der Pause gekommen. Zwar gelang per Kopfball von Tom Böhling der Anschluss, Norden aber mit einem Doppelpack von Holstein/Bakker die Entscheidung. Das 4:2 war nur noch Ergebniskosmetik. Norden besaß noch einige Konterchancen für weitere Treffer. „Norden hat verdient gewonnen“, so Bi Le Tran. Wegen Verletzungen beim Aufwärmen rückten bei den Gastgebern der über 40-Jährige Torwart Nico Meyerhoff und der A-Junior Paul Günther kurzfristig in die Startelf.

Tore: 1:0 Bakker (5.), 2:0 Holstein (53.), 2:1 Böhling (63.), 3:1 Holstein (75.), 4:1 Bakker (78.), 4:2 Böhling (85.).

SpVg Aurich - TuS Pewsum 1:2 (0:2). Nach zwei Siegen in den ersten beiden Spielen gab es nun die erste Niederlage für Aurich unter dem neuen Trainer Claudio Casto. „Die war unnötig. Wir haben den Start ins Spiel verpennt und dann unsere Chancen nicht genutzt.“ Aus einer Pressing-Situation eroberte Pewsum in der siebten Minute den Ball und Jannis Hempelmann traf zur Führung. Beim 0:2 drückte Malte Risto eine schöne Freistoßflanke von Jens Eeten über die Linie (28.). „Wir haben in einem umkämpften Spiel aus einer guten Struktur gespielt“, freute sich TuS-Trainer Jonas Petersen.

Nach dem Wechsel leitete Aurich früh die erhoffte Aufholjagd ein, Luca Ahrens traf in der 48. Minute zum 1:2. „Danach sind wir an uns selber oder dem gegnerischen Torhüter gescheitert“, meinte Claudio Casto. Auf Pewsumer Seite gab der A-Jugend-Torwart Mika Popp sein Bezirksliga-Debüt für das Männerteam. Der Sohn vom langjährigen Erste-Herren-Keeper Andre Popp, der mit Pewsum bis in die 5. Liga aufstieg, kam nicht wegen Personalproblemen zum Einsatz. „Wir wollen Talente fördern. Mika wurde im Januar 18 Jahre und sollte sich jetzt mal zeigen – und er hat das super gemacht“, lobte ihn sein Trainer Petersen. Während er von einem nicht unverdienten Sieg sprach, sah es Casto anders.

Tore: 0:1 Hempelmann (7.), 0:2 Risto (28.), 1:2 Ahrens (48.).

TuS Middels - SV Wallinghausen 0:0. 27 Gegentore in 14 Partien bis zur Winterpause – nun null in drei Begegnungen danach. „Das ist schon sehr ordentlich. Nach der schwierigen Vorbereitung als Verein ohne Kunstrasen ist das auch erstmal die Basis, zumal wir immer in der Lage sind, ein Tor zu erzielen“, sagt TuS-Trainer Tobias Ryl. In Großefehn (1:0) und gegen Westrhauderfehn (2:0) klappte es – im Derby nun nicht. „Auch diesmal war es möglich, auch wenn Wallinghausen es defensiv auch gut gemacht hat.“

Beide Mannschaften mussten auf tiefem Geläuf und nach neuerlichen Regenfällen Schwerstarbeit verrichten. Die größte Chance der Gäste hatte Lukas Günsel in Halbzeit eins, als kurz vor der Linie geklärt wurde. Middels traf durch Amar Karan einmal die Latte und hatte – auch nach Standards – vielversprechende Ansätze oder Möglichkeiten. Doch diesmal stand beim TuS auf beiden Seiten die Null. „Das ist aus meiner Sicht auch so in Ordnung“, sagte SVW-Trainer Ewald Mühlenbrock.

Ein umkämpftes und torloses Derby gab es zwischen Middels und Wallinghausen. Foto: Doden/Blomberg
Ein umkämpftes und torloses Derby gab es zwischen Middels und Wallinghausen. Foto: Doden/Blomberg

TuS Hinte - SV Hage 1:4 (0:2). Ganz klare Angelegenheit für den SV Hage. „Das war von vorne bis hinten eine völlig verdiente Niederlage. Wir konnten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck vermitteln, dass wir etwas mitnehmen können und sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben“, meinte ein enttäuschter TuS-Trainer Matthias Voss. Auch nach dem Anschlusstreffer in der zweiten Halbzeit sei sein Team nicht am Drücker gewesen. „Wenn man im Sport verdient verliert, muss man dem Gegner zum Sieg gratulieren“, so Voss. Sein Gegenüber, Mario Look, freute sich über die Punkte im Hinblick auf die Qualifikation für den Ostfriesland-Cup (Bezirksliga-Plätze 1-8). Überragender Spieler für Mario Look war Innenverteidiger Hendrik Claassen, der zwei Treffer mit gefährlichen Standards vorbereitete und das dritte Tor mit einem Hammer aus 25 Metern sehr sehenswert selber erzielen konnte.

Tore: 0:1 Buck (12.), 0:2 de Vries (28.), 1:2 Klingenberg (61.), 1:3 Claassen (67.), Büscher (76.).

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