Irrfahrt durch Wohngebiet  Autofahrer kurven auf Suche nach Abkürzung durch Hesel

| | 03.04.2024 07:58 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hier geht es nicht weiter, oder doch? Die halbseitige Sperrung der Bundesstraße in Hesel wollen offenbar einige Mitmenschen nicht akzeptieren. Foto: Heinig
Hier geht es nicht weiter, oder doch? Die halbseitige Sperrung der Bundesstraße in Hesel wollen offenbar einige Mitmenschen nicht akzeptieren. Foto: Heinig
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Die Sperrung der Hauptstraße in Hesel wollen etliche Fahrer umgehen. Weil dadurch Fußgänger gefährdet werden, reagiert die Samtgemeinde – mit weiteren Sperrungen.

Hesel - Die Bauarbeiten an der Hauptstraße in Hesel haben gerade erst begonnen, da führt die Sperrung in Richtung Aurich zu eigenartigen Szenen. Offenbar wollen zahlreiche Auto- und Lastwagenfahrer die Einschränkungen nicht hinnehmen und suchen stattdessen nach einer Abkürzung durch Wohngebiete. „Es gab zahlreiche Beschwerden bei der Gemeindeverwaltung über Pkw und Lkw die durch die Siedlung irrten“, heißt es in einer Information der Samtgemeinde.

Demnach versuchen diese Leute, von der Bundesstraße 72 (Filsumer Straße) aus an Combi vorbei durch die Mühlenstraße und die Straße Am Timmersberge zur Oldenburger Straße durchzustoßen. Aber das geht nicht. Anders, als diese Verkehrsteilnehmer annehmen, gibt es keine Verbindung zur Oldenburger Straße. „Sie landen dann immer in Höhe Baudi wieder auf der Bundesstraße und müssen dort Richtung Leer fahren – also zurück dahin, woher sie gekommen sind“, beschreibt Joachim Duin, Erster Samtgemeinderat, die Situation.

Straßen halten Belastung nicht aus

Die Bundesstraße kann nämlich während der Bauarbeiten in den nächsten Monaten nur in Richtung Leer befahren werden. Die Umleitung in Richtung Aurich verläuft weiträumig über Lammertsfehn, Schwerinsdorf, Großoldendorf, Neufirrel und Strackholt nach Bagband. Von der Suche nach Schleichwegen ist jedoch nicht nur die Siedlung zwischen Oldenburger Straße und Filsumer Straße betroffen, sondern auch andere. So kurven sogar Lastwagen von Uplengen kommend durch die Friedewaldstraße und die Rathausstraße. Dort, so die Vermutung, wollen sie wieder auf die B 72 in Richtung Aurich fahren.

Diese Straßen seien für diese Belastung nicht ausgelegt, außerdem werde der Verkehr zur Gefahr für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrer. Deshalb habe die Gemeinde in beiden Fällen reagiert: An der Einmündung der Mühlenstraße am Kreisverkehr Im Brink wurde nicht nur ein Sackgassenschild aufgestellt, sondern auch eine Gewichtsbegrenzung auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen.

Karls Padd ist für alle gesperrt

Damit sind Lastwagen dort ebenso ausgeschlossen wie in der Friedewaldstraße und der Rathausstraße, die jetzt ebenfalls auf 5,5 Tonnen beschränkt sind. „Das haben wir mit dem Straßenverkehrsamt in Leer so besprochen“, sagt Duin. Der Linienbusverkehr sei von diesen Beschränkungen ausgenommen. Durch die Maßnahmen habe sich die Lage inzwischen beruhigt, „es hat sich ein wenig eingespielt“, sagt Duin.

Noch härter griff die Gemeinde bei dem Fußweg Karls Padd durch. Dieser kleine Weg ist die einzige Verbindung zwischen der Straße Am Timmersberge auf die Oldenburger Straße. Dort knatterten offenbar immer wieder Motorradfahrer durch. Wie Duin sagt, blieb an dieser Stelle nichts anderes übrig als die komplette Sperrung vom Karls Padd – sogar für Fußgänger. „Das ist ärgerlich für die Anwohner, die müssen nun weiter laufen“, sagt Duin. Aber alles andere sei zu riskant gewesen. Angeblich ist in älteren Navigationsgeräten Karls Padd noch als Durchfahrt ausgewiesen.

Es gibt auch Erleichterungen

„Die Motorradfahrer haben ja schon einen Zeitverlust durch die Fahrt durch das Wohngebiet“, sagt Duin. Zu vermuten sei, dass sie versuchten, diesen wieder aufzuholen, weshalb dann nicht auf das Tempo geachtet werden: „Aber was ist, wenn auf einmal Fußgänger, womöglich Kinder auf dem Weg sind?“ Um solche Begegnungen und Unfälle zu verhindern, sei der Weg nun ganz gesperrt.

Aber es gibt auch Erleichterungen für Autofahrer. Da die Auricher Straße zwischen den Einmündungen Stikelkamper Straße (bei der Sparkasse) und Rathausstraße sowie dem Ortsausgang Richtung Bagband im ersten Bauabschnitt noch nicht von Arbeiten betroffen ist, wird die Fahrbahn hier in Fahrrichtung Aurich wieder freigegeben. Somit könne man von Westen aus über die Stikelkamper Straße und die Blumenstraße wieder in Richtung Aurich fahren. Dies gilt, bis der zweite Bauabschnitt in Arbeit genommen wird, das wird laut Samtgemeinde Mitte Mai sein.

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