Projekt in der Krummhörn  Bald kann mit der Planung des Bürgerradwegs begonnen werden

| | 14.04.2024 08:58 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Bemühungen des Vereins zeigten bereits Erfolge, nun soll die Planung des Radweges folgen. Foto: Wagenaar/Archiv
Die Bemühungen des Vereins zeigten bereits Erfolge, nun soll die Planung des Radweges folgen. Foto: Wagenaar/Archiv
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Der Verein „Radweglückenschluss an der L4“ hat in einer Mitgliederversammlung den Stand der Entwicklung besprochen. Nach langem Stillstand aufseiten der Politik soll es nun endlich losgehen.

Grimersum/Schoonorth - Es kommt Bewegung in das Bauprojekt des Radweges zwischen Süderneuland (Stadt Norden) und Grimersumer Neuland (Gemeinde Krummhörn). Laut Aussagen des Vereinsvorsitzenden Garrelt Agena beginnt die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) derzeit mit den Planungsvorbereitungen. Mit ersten Ergebnissen könne man dann wahrscheinlich im Jahr 2025 rechnen.

Auf dem etwa zehn Kilometer langen Abschnitt der Landesstraße 4 müssen Radfahrer momentan noch die Straße benutzen. Doch bald soll dort ein einheitlicher Radweg entstehen. Vorangetrieben wird dieses Projekt vorrangig von dem eigens dafür gegründeten Verein „Radweglückenschluss an der L4“.

Bürgerradweg als schnelle Alternative

Momentan plant das Land Niedersachsen auf acht Kilometern dieses Abschnitts, zwischen Süderneuland und Schoonorth, bereits den Bau eines Radwegs. Diese Strecke wurde als Abschnitt mit „vordringlichen Bedarf“ eingestuft, steht also auf der Prioritätenliste des Radwegkonzeptes an oberer Stelle. Die verbleibenden zwei Kilometer zwischen der Kreuzung Friedrichshof und dem Grimersumer Neuland gelten jedoch lediglich als „weiterer Bedarf“ und sind damit niedriger priorisiert.

Yasin Kilic, der stellvertretende Leiter des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Aurich, brachte daraufhin die Idee eines Bürgerradweges ins Spiel. Auf diesem Weg können Straßenabschnitte, die nur als „weiterer Bedarf“ kategorisiert sind, mit Hilfe von Bürgern und Gemeinde schneller umgesetzt werden. Dabei kümmert sich der örtliche Bürgerverein vor allem um die Bereitstellung der notwendigen Grundstücke. Wenn dort das Baurecht vorliegt, kann mit dem Bau begonnen werden. Aus diesem Grund kommen auf den Bürgerverein Kosten von ungefähr 50.000 Euro zu, so Agena.

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Radweglückenschluss an der L4 e.V.“ referierte Yasin Kilic (rechts), der stellvertretende Leiter des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Aurich. Foto: privat
Bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Radweglückenschluss an der L4 e.V.“ referierte Yasin Kilic (rechts), der stellvertretende Leiter des Niedersächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Aurich. Foto: privat

Stillstand in der Planung

Nach der Anerkennung ihres Projektes im Herbst 2022 haben die Vereinsmitglieder damit begonnen, Fördermittel zu sammeln. Sie haben Firmen angeschrieben, nach Sponsoren gesucht, um Spenden gebeten. Mittlerweile sind etwa 30.000 Euro auf dem Vereinskonto eingegangen, rund 20.000 Euro fehlen noch für den Erwerb der Grundstücke. Die reinen Baukosten für den zwei Kilometer langen Abschnitt betragen laut Landesstraßenbaubehörde schätzungsweise zwischen 600.000 und 700.000 Euro. In der Vergangenheit teilte der Verein bereits mit, dass die Stadt Norden sowie die Kommunen Brookmerland und Krummhörn zusammen die Hälfte der Planungskosten übernehmen. Die anderen 50 Prozent will nach Aussagen des Landrates Olaf Meinen der Landkreis Aurich übernehmen.

So weit, so gut. Die eigentliche Planung des Radwegabschnittes lag jedoch weiterhin auf Eis. „Wir hatten viel mit Verzögerungen zu kämpfen“, erklärt Agena. Die Gemeinde Krummhörn hatte die Federführung des Projektes übernommen, wollte sich um die Planung kümmern. „Doch dann passierte irgendwie nichts“, so Agena. Er sieht dafür vor allem personelle Schwierigkeiten als Ursache, sagt, die Gemeinde „hätte so schon alle Hände voll zu tun.“

Straßenseite des Radweges muss noch entschieden werden

Dabei müsste gar nicht so viel passieren. In erster Linie ging es während dieses Stillstands in der Planung vor allem darum, zu entscheiden, auf welcher Straßenseite der zukünftige Radweg entstehen soll. Dabei muss viel beachtet werden, zum Beispiel, an welcher Stelle sich Leitungen oder auch Naturschutzgebiete befinden. „Erst, wenn feststeht, auf welcher Seite der Radweg gebaut werden soll, kann ein externes Planungsbüro mit der Planung beginnen“, sagt Agena. Dieser Schritt sei lange nicht passiert, doch nun gehe es endlich voran. Die Gemeinde Krummhörn habe die NLG damit beauftragt, die passende Straßenseite für den Radweg auszuwählen. Nun hofft Vereinsvorsitzender Agena darauf, dass bei „zügiger Bearbeitung ein Planfeststellungsbeschluss eventuell schon im Jahr 2026 erfolgen könne.“

Der Wunsch nach einem Radweg zwischen Norden und Wirdum bestehe sicher schon seit den Sechzigerjahren, so Agena. Diese Notwendigkeit habe sich insbesondere in den letzten Jahren nochmal gezeigt, denn immerhin werbe die Region Ostfriesland auch fleißig mit Fahrradurlaub. Aus diesem Grund sei es unbedingt erforderlich, dass nun endlich etwas passiert und die Radwege in der Region ausgebaut werden, sagt Agena.

Spenden und neue Mitglieder sind willkommen

Ein solches Bauvorhaben kann äußert viel Zeit beanspruchen, das weiß auch Agena. Der Radweg zwischen Grimersum und Wirdum, zum Beispiel, ist erst vor kurzem fertig geworden. Zwischen den ersten konkreten Forderungen und der tatsächlichen Umsetzung lagen rund 20 Jahre. So viel Zeit möchte der Verein um Agena möglichst nicht wieder ins Land ziehen sehen. Und nun könnte es tatsächlich bald losgehen.

Die konkreten Ziele des Vereins in naher Zukunft sieht Agena darin, bei Anwohnern für Akzeptanz zu sorgen. „Der Verein sieht seine Aufgabe darin, die notwendige Bürgerbeteiligung zu unterstützen, um mögliche Hürden und Hindernisse im Einvernehmen mit den Anwohnern aus dem Weg zu räumen“, heißt es auch in einer aktuellen Mitteilung des Vereins. Dabei geht es insbesondere um jene Anwohner, auf deren Grundstücken in Zukunft ein Teil des Radweges entlangführen könnte. „Da ist Arbeit nötig, die wir als Verein leisten wollen“, zeigt er sich zuversichtlich.

Diese Arbeit besteht in den kommenden Monaten vor allem aus dem Sammeln weiterer Spenden, um auch noch die restlichen 20.000 Euro für den Grundstückserwerb zusammenzubekommen. Auch über weitere Mitglieder würde sich der Verein freuen. Um Aufmerksamkeit für ihr Projekt zu erhalten, sind die Vereinsmitglieder zum Beispiel mit einem Informationsstand in Norden im Rahmen der Maikundgebung am 1. Mai vertreten. Am 2. Juni folgt dann der Radwegtag auf dem Gulfhof Meevenburg, im September das Straßenfest in Norden.

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