Wohnungsbau Emden Bald Baulückenschluss in der Abdenastraße
Seit mehr als drei Jahren soll auf einem Sahnegrundstück in Emden gebaut werden. Der Bauherr erklärt, warum es so lange dauert.
Emden - Die große Baulücke in der Abdenastraße gleich gegenüber des Chinesentempels sollte längst geschlossen sein. Tatsächlich hatten zwei Bauherren schon vor über drei Jahren angekündigt, dort ein mehrstöckiges Gebäude mit Wohnungen und Gewerberäumen zu bauen. In diesem Jahr soll es nun endlich klappen, wie Tim Alberding auf Anfrage dieser Zeitung sagte. „Sobald wir das Okay der Stadt haben, starten wir.“
Die Alberding und Hamann Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co. KG aus der Krummhörn bekam jetzt im Stadtentwicklungsausschuss für das Vorhaben nochmals eine Fristverlängerung ausgesprochen. Denn die bisherige Baugenehmigung, die im Rahmen der eigens vom Rat genehmigten Bebauungsplanänderung erfolgt war, ist nach drei Jahren abgelaufen. „Schuldlos“, wie die Stadtplanung in der Antragstellung auf Verlängerung der Frist betont. Corona und andere Schwierigkeiten hätten der Umsetzung im Wege gestanden.
Zwei Verkaufs-Versuche gescheitert
Dabei ist die Coronazeit mit ihrer einhergehenden Material- und Arbeitskräfteknappheit in der Baubranche „nur das kleinste Übel“ gewesen, sagte jetzt Alberding. Gleich zweimal sei die Umsetzung am Käufer gescheitert. „Wir hatten schon alles fertig projektiert, dann ist der erste Versuch an der plötzlichen Streichung von KfW-Mitteln durch die Regierung geplatzt“, so Alberding. Der Käufer habe die Finanzmittel einfach nicht mehr aufbringen können.
Im zweiten Versuch seien Alberding und sein Kompagnon Folkmar Hamann einem Emder Bauunternehmer „auf den Leim“ gegangen, der einfach nicht gezahlt habe. Allein die notarielle Rückabwicklung des Grundstücks habe sich schon zeitlich sehr in die Länge gezogen und überdies Nerven gekostet. „Jetzt haben wir uns entschlossen, selbst zu bauen“, so Alberding.
Acht Wohnungen plus Penthouse
Acht Wohnungen und ein Ladengeschäft waren zunächst vom Planungsbüro Nexxia skizziert worden. Ein geplantes Frisörgeschäft im Parterre werde aber nicht mehr gebraucht, da die Frisörin inzwischen ihren bestehenden Salon renoviert und ihr Interesse verloren habe. Die Bauzeit zieht sich doch zu sehr in die Länge, so Alberding. Nun soll der Neubau ein reines Wohnhaus werden, wovon die neunte Wohnung die exklusivste als Penthouse wird. Eine entsprechende Änderung der Baugenehmigung steht noch aus, gilt aber als Formalie.
Andere Widrigkeiten zur Grenzbebauung waren längst aus dem Weg geräumt. So waren schon vor einiger Zeit Balkone am Nachbarhaus abgerissen worden, die dem Neubau buchstäblich im Wege standen. Und geklärt ist auch schon die Parkplatzfrage. Die neuen Bewohner der Abdenastraße sollen dafür hintenrum über die Boltentorstraße und Mühlenwarf Zugang bekommen.
Anders als der gescheiterte Käufer wollen Alberding und Hamann nun so nachhaltig bauen, dass KfW-Fördermittel doch wieder zum Tragen kommen. Dazu streben sie das QNG-Zertifikat an, wonach alle Baumaterialien einer bestimmten Norm entsprechen und dokumentiert werden müssen. „Am Ende soll das Haus mehr Energie bringen, als es verbraucht“, sagt Alberding.