Tödlicher Fahrradunfall Gefährlicher Kreisel in Stapelmoor – Landkreis Leer reagiert
Nach dem tödlichen Fahrradunfall in Stapelmoor haben Verkehrsexperten die Situation analysiert. Die vom Ortsvorsteher kritisierte Beschilderung soll bleiben, trotzdem soll es Veränderungen geben.
Stapelmoor - Nach dem tödlichen Fahrradunfall beim Kreisel in Stapelmoor fordert Ortsvorsteher Bernhard Siemons, dass endlich die Beschilderung geändert wird. Die Beschilderung, die Radfahrern das Befahren des Kreisels in beiden Fahrtrichtungen erlaubt, findet er „lebensgefährlich und grob fahrlässig“. Harm Meinders, erster Vorsitzender der Ortsgruppe Rheiderland des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), stimmt dem Stapelmoorer Ortsvorsteher zu. Die Verkehrsexperten bewerten die Situation allerdings anders.
Am frühen Morgen des 13. Mai war in Stapelmoor eine 74-jährige Frau bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Ein Lastwagen-Fahrer hatte die Fahrradfahrerin auf dem Kreisel offenbar übersehen. Nach Zeugenaussagen hat die Polizei neue Erkenntnisse zum Unfallhergang. Ein 68 Jahre alter Lastwagenfahrer, der aus Richtung Stapelmoorerheide kam, soll zunächst gestanden haben. Just im Moment des Anfahrens, kam offenbar die Fahrradfahrerin und prallte mit dem Lastwagen zusammen.
Ortstermin mit Verkehrsexperten
Am Mittwoch gab es einen Ortstermin am Kreisel in Stapelmoor. Daran haben Vertreter des Landkreises Leer (Straßenverkehrsamt sowie Straßen- und Tiefbauamt), Mitarbeiter der Landesstraßenbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich und Vertreter der Polizei teilgenommen. „Gemeinsam haben sie die Situation vor Ort begutachtet, den Unfall besprochen und analysiert“, teilt der Landkreis Leer auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Die Verkehrsexperten waren einer Meinung: Das Befahren des Kreisels für den Radverkehr in beide Richtungen ist auch weiterhin erlaubt. „Wenn eine Regelung so ein Gefahrenpotenzial birgt, wieso wird sie dann angeordnet und in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kommen?“, fragt sich der ADFC-Vorsitzende Harm Meinders.
„Aus langjähriger Erfahrung weiß man: Auch wenn am Kreisel nur eine Fahrtrichtung erlaubt wäre, würden einige Verkehrsteilnehmer trotzdem den kürzesten Weg nehmen – auch gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung“, teilt Landkreissprecherin Maike Kuch auf Anfrage mit. „Am Kreisel weisen Verkehrsschilder Autofahrer darauf hin, dass Radfahrer aus beiden Richtungen kommen können. Sie sind also vorgewarnt.“
Kreisel ist kein Unfallschwerpunkt
Auch wenn die Wegeführung nicht geändert wird – Veränderungen sollen trotzdem vorgenommen werden. „Es sollen weitere Verkehrsschilder angebracht werden, um die Situation am Kreisel besser zu verdeutlichen“, kündigt Kuch an. Eine genaue Aufarbeitung laufe derzeit noch. Außerdem sollen die Bäume im Anfahrtsbereich zum Kreisel auf der Kreisstraße 27 zurückgeschnitten werden. Damit Verkehrsteilnehmer das Verkehrszeichen frühzeitig sehen können.
All diese möglichen Maßnahmen hätten aus Sicht des Landkreises aber nichts mit der Unfallursache zu tun. Das Unfallgeschehen am Kreisel sei seit Jahren unauffällig. „Es handelt sich um einen Unfall, der auf die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zurückzuführen ist“, so die Landkreissprecherin abschließend.