Großes Endspiel am Samstag  Firrel will mit dem Bezirkspokal nach Mallorca fliegen

| | 07.06.2024 19:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Lasse Härtel (vorne) wird heute letztmals für Grün-Weiß Firrel auflaufen. Der langjährige GW-Spieler will sich mit dem Pokalsieg verabschieden. Foto: Doden/Emden
Lasse Härtel (vorne) wird heute letztmals für Grün-Weiß Firrel auflaufen. Der langjährige GW-Spieler will sich mit dem Pokalsieg verabschieden. Foto: Doden/Emden
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Bevor in einigen Tagen die Mannschaftsfahrt startet, steht das Finale gegen den SV Holthausen-Biene an. Bei den Gastgebern ist es ein emotional letztes Spiel für einen „Firreler Jungen“.

Firrel - Die Landesliga-Fußballer von Grün-Weiß Firrel beenden die Saison mit einem Knaller. Sie können am Samstag einen prestigeträchtigen Titel gewinnen und Bezirkspokalsieger werden. „Ich hoffe es so sehr, dass wir es schaffen“, sagt Lasse Härtel. Der „Firreler Junge“, wie Trainer Bernd Grotlüschen ihn nennt, bestreitet im Finale gegen den Ligakonkurrenten und Vizemeister SV Holthausen-Biene sein letztes Spiel für die Ostfriesen. Nach fünf Jahren der Pendelei zwischen Berufsort Bremen und Fußball-Lieblingsort Firrel sucht sich der pfeilschnelle Außenspieler einen neuen Verein in der Nähe seines Wohnortes Ganderkesee.

Auf dem Weg ins Finale schaltete GW Firrel (links Sebastian Bloem) auch den SV Wilhelmshaven aus. Foto: Doden/Emden
Auf dem Weg ins Finale schaltete GW Firrel (links Sebastian Bloem) auch den SV Wilhelmshaven aus. Foto: Doden/Emden

Zum Endspiel auf heimischer Sportanlage ab 16 Uhr hofft Firrels Klubchef Johannes Poppen auf mindestens 500 Zuschauer. Darunter werden auf jeden Fall die Freundin und die Eltern (aus Remels) von Lasse Härtel sein. „Meine Eltern waren schon länger nicht mehr da, wollen bei diesem besonderen Spiel aber dabei sein.“

Bock auf Pokal

Ihnen und auch seinen Mitspielern möchte der 24-Jährige gerne den Pokalsieg zum Abschied schenken. „Mir ist die Wechselentscheidung nicht leicht gefallen. Aber die Pendelei kostet auf Dauer Kraft. Ich habe mich hier immer unheimlich wohlgefühlt. Ich konnte wegen meiner Ausbildung und Arbeit in der Ferne die letzten Jahre kaum trainieren, habe trotzdem große sportliche Wertschätzung erfahren.“ Beim 2:1-Sieg im Halbfinale am Dienstag in Damme spielte der Offensivakteur 90 Minuten und bereitete einen Treffer vor. „Das hätte ja auch schon mein Abschiedsspiel sein können. Das war vor der Partie ein komisches Gefühl“, so Härtel.

Der Weg in ein Pokalfinale im Bezirk ist oft mühsam, steinig und mit einigen Wochentags- und Feiertagsspielen verbunden. Doch seit einigen Tagen schon herrscht im Firreler Kader kein Pokal-Zwang, sondern große Pokallust. „Wir haben alle noch mal richtig Bock. Als wir am Dienstag nach Damme gefahren sind, war das Ziel mit dem Finale am Samstag ja auch ganz nah“, so Trainer Bernd Grotlüschen.

Gäste mit Wut im Bauch?

Er ist einer von wenigen Firrelern, die schon einmal ein Pokalfinale erleben durften. Zweimal stand er als Spieler mit Kickers Emden im Verbandspokalfinale. Einmal hielt er den Pokal hoch, einmal der Gegner. Als Lohn gab es jeweils DFB-Pokal-Spiele gegen den 1. FC Köln (0:3) und den FSV Frankfurt (1:5 nach Verlängerung). DFB-Pokal-Träume sind im Ostfriesen-Lager natürlich noch weit weg. Aber wenn man den Bezirkspokal gewinnen würde, hätte man sich für den Verbandspokal der Amateure qualifiziert. Ligakonkurrent SC Melle kam dort in diesem Jahr immerhin bis ins Halbfinale, zwei Siege fehlten zur Sensation.

Andre Lücht (links) ist der einzige Spieler, der auch schon beim Finaleinzug 2015 dabei war. Das Bild zeigt ihn beim damaligen Halbfinalsieg gegen GVO Oldenburg. Archivfoto: Barth
Andre Lücht (links) ist der einzige Spieler, der auch schon beim Finaleinzug 2015 dabei war. Das Bild zeigt ihn beim damaligen Halbfinalsieg gegen GVO Oldenburg. Archivfoto: Barth

„Wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zum SV Holthausen-Biene. Sie reisen aber sicherlich auch mit etwas Wut im Bauch an“, meint Firrels Klubchef Johannes Poppen. Im Saisonendspurt, in dem Firrel einige Heimspiele verlor, gelang ausgerechnet gegen den Titelanwärter ein 3:1-Sieg. Punkte, die den Emsländern am Ende im Titelrennen mit Konkurrent und Meister SV Wilhelmshaven fehlten.

Kleiner Kinostar bei „Biene“

Aber Henrik Bemboom, Sportlicher Leiter, hat da keinerlei „Rachegelüste“: „Wir haben an dem Abend sicherlich nicht die Meisterschaft verspielt, da gab es andere Partien, denen wir noch mehr hinterhertrauern. Gegen Gesmold haben wir zum Beispiel in zwei Spielen keinen Punkt geholt.“

Der 44-Jährige war selbst ein starker Oberliga-Fußballer bei diversen Vereinen und sogar ein kleiner Kinostar. Beim deutschen Kinohit „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann spielte er in einer Nebenrolle Ferenc Puskas, den Filigrantechniker und Mannschaftskapitän der ungarischen Nationalmannschaft, die im WM-Finale gegen Deutschland 2:3 verlor. Die Film-Premiere ist mehr als 20 Jahre her.

Vier Spieler gehen

Auf ein filmreifes Saisonende mit Happy End hoffen beide Mannschaften. Die Gäste wollen eine gute Saison zumindest mit einem Titel krönen, nachdem sie nun zweimal in Folge den Oberliga-Aufstieg am letzten Spieltag knapp verpasst hatten. Und der Gastgeber könnte der erste ostfriesische sportliche Bezirkspokalsieger seit 19 Jahren werden. In der Titelliste taucht der SV Wallinghausen zwar als offizieller Sieger für das Jahr 2021 auf – doch im Corona-Frühsommer wurden die letzten Runden einfach gelost. Letztmalig auf dem grünen Rasen siegte der TuS Pewsum als ostfriesisches Team 2005.

Nach dem verlorenen Finale 2015 gegen Haselünne herrschte natürlich Enttäuschung bei den Firrelern (Foto Ex-Spieler Marcel Saathoff). Archivfoto: Ortgies
Nach dem verlorenen Finale 2015 gegen Haselünne herrschte natürlich Enttäuschung bei den Firrelern (Foto Ex-Spieler Marcel Saathoff). Archivfoto: Ortgies

Zehn Jahre später war Grün-Weiß Firrel schon kurz davor, es auch zu schaffen. „Da haben wir das Finale gegen Haselünne zu Hause leider 0:2 verloren“, erinnert sich Johannes Poppen. Er wird heute neben Lasse Härtel auch Sebastian Bloem (GVO Oldenburg), Jan Grotlüschen (Ziel noch nicht offiziell bekannt) und Steef Borgman (Pause) verabschieden. Am liebsten natürlich mit dem Pokalsieg. „Die Favoritenrolle liegt beim Gast, der für mich das stärkste Team der Liga ist“, sagt Bernd Grotlüschen. „Aber wir haben den Meister Wilhelmshaven im Elfmeterschießen besiegt, Biene in der Liga geschlagen – warum sollte uns das nicht noch mal gelingen können?“ Dann wäre die ohnehin schon spaßige Mannschaftsfahrt nach Mallorca ab Freitag sicherlich nochmals feuchtfröhlicher.

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