Gefährlicher Kreisverkehr Machen neue Schilder Kreisel in Stapelmoor sicherer?
Nach dem tödlichen Unfall am Kreisel in Stapelmoor wurde erste Maßnahmen durchgeführt, die zu mehr Sicherheit beitragen sollen. Doch dort ist noch mehr geplant.
Stapelmoor - Der Stapelmoorer Ortsvorsteher Bernhard Siemons kann es nicht fassen. Mittlerweile seien schon sieben Wochen seit dem tödlichen Fahrradunfall am Kreisel in Stapelmoor vergangen. „Jetzt muss doch endlich mal etwas passieren“, findet Siemons. Bisher seien lediglich die Bäume an der Straße aus Richtung Stapelmoorerheide beschnitten worden. „Aber das kann doch nicht alles sein“, findet der Ortsvorsteher und bekräftigt noch einmal seine Forderung: Damit der Kreisel endlich sicher werde, müsse die Beschilderung geändert werden.
„Es stimmt, die Bäume wurden zurückgeschnitten. Diese Maßnahme wurde von unserem Straßen- und Tiefbauamt veranlasst“, bestätigte Landkreissprecher Philipp Koenen auf Nachfrage. „Bei einem Behördentermin vor Ort am 29. Mai hatte sich gezeigt, dass die Verkehrszeichen für Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Stapelmoorerheide auf den Kreisel zufahren, tatsächlich schwer einsehbar waren.“
Entwurf ist in der Abstimmung
Als weitere Maßnahme ist nach Koenens Worten eine Änderung der Beschilderung im Gespräch. Wie die konkret aussehen könnte, lässt er aber vorerst noch offen „Das Straßenverkehrsamt hat einen Entwurf erarbeitet, der sich gerade in der Abstimmung befindet.“ Die anderen beteiligten Behörden müssten dazu noch Stellung nehmen. „Das ist zum einen unser Straßen- und Tiefbauamt, das für die Kreisstraßen zuständig ist. Zum anderen sind es die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich sowie die Polizei.“
Dass der Kreisel nach der bisherigen Beschilderung in beiden Richtungen befahren werden darf, hält Ortsvorsteher Bernhard Siemons für „lebensgefährlich“. Das habe der tödliche Unfall am 13. Mai 2024 auf tragische Weise gezeigt. Am frühen Montagmorgen war dort beim Kreisel eine Radfahrerin ums Leben gekommen. Ein Lastwagenfahrer hatte die 74-Jährige offenbar auf dem Kreisel übersehen. Die Frau prallte mit dem Lkw zusammen und erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.
Autofahrer sind irritiert
Sie war aus Fahrtrichtung Diele durch den Kreisel gefahren – in entgegengesetzter Fahrbahn. Das ist dort laut Beschilderung aber zulässig. Harm Meinders, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Ortsgruppe Rheiderland, vertritt einen ähnlichen Standpunkt wie der Ortsvorsteher. Das Fahren in beiden Richtungen sei so gefährlich, weil Autofahrer nicht damit rechnen würden, dass Radfahrer aus der verkehrten Richtung kämen.
Bei einem Ortstermin haben sich Vertreter des Straßenverkehrsamts sowie des Straßen- und Tiefbauamts, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und Vertreter der Polizei die Situation vor Ort angesehen. Das Befahren des Kreisels für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen soll nach wie vor erlaubt sein, lautete damals das Fazit nach dem Ortstermin.
Kreisel ist kein Unfallschwerpunkt
Der Landkreis begründete die Entscheidung damals wie folgt: „Auch wenn am Kreisel nur eine Fahrtrichtung erlaubt wäre, würden einige Verkehrsteilnehmer trotzdem den kürzesten Weg nehmen – auch entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung.“ Darüber hinaus würden Autofahrer durch Verkehrsschilder darauf hingewiesen, dass sie aus beiden Fahrtrichtungen mit Fahrradfahrer rechnen müssen. „Sie sind also vorgewarnt“, hatte der Landkreis damals argumentiert.
Die diskutierten Maßnahmen hätten aus Sicht des Landkreises Leer aber nichts mit der eigentlichen Unfallursache zu tun. Vielmehr sei der tödliche Unfall durch eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zurückzuführen. Das Unfallgeschehen am Kreisel sei unauffällig. „Der Kreisverkehr in Stapelmoor ist kein Unfallschwerpunkt“, sagte Hans-Günter Jelting, der bei der Polizeiinspektion Leer-Emden für den Sachbereich Verkehr verantwortlich ist.