So ist der Stand  Bestechlichkeit und Pornografie – Polizeibeamter aus Ostfriesland angeklagt

| | 04.07.2024 12:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dem Beamten der PI Leer wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Symbolfoto: dpa
Dem Beamten der PI Leer wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Symbolfoto: dpa
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Ein Polizist aus Ostfriesland soll interne Informationen verkauft und heimlich Sexfilme gedreht haben. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück erhob Anklage.

Aurich/Osnabrück - Noch gibt es keinen Termin für den Strafprozess des Landgerichts Aurich gegen einen Polizeibeamten aus Ostfriesland. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hatte den 29-Jährigen Ende Januar angeklagt. Der Vorwurf: Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses in zwei Fällen. Dem Polizisten wird außerdem Besitz und Verbreitung jugendpornografischer Inhalte vorgeworfen.

Beginn der Hauptverhandlung offen

„Die Hauptverhandlung gegen den Polizeibeamten wurde noch nicht eröffnet und Termine sind ebenfalls noch nicht bekannt“, sagte Gerichtssprecher Richter Drosten auf Nachfrage. Er geht davon aus, dass das Strafverfahren noch im Sommer eröffnet wird. Bei solchen Prozessen bestehe immer die Möglichkeit, dass das Gericht im Zwischenverfahren eigene Ermittlungen anstößt, zudem sei die Terminfindung bei mehreren Beschuldigten und ihren Anwälten immer schwierig.

Gegen Geld Informationen durchgestochen

Der Beamte aus der Polizeiinspektion Leer soll zwischen 2017 und 2022 gegen Geld Datenbanken der Polizei durchsucht haben und mutmaßlich Informationen daraus weitergegeben haben. Polizisten aus einer anderen Inspektion hatten Unregelmäßigkeiten gemeldet. Ein weiterer Vorwurf: Der Beschuldigte hatte Videos auf dem Handy, die ihn beim Sex teilweise in Uniform zeigen könnten. Ob die Frauen der Aufzeichnung zugestimmt haben, gilt als fraglich.

Die Polizeidirektion hat ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet und ihn vorläufig seines Dienstes enthoben. Bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr würde der Polizist aus dem Dienst entfernt werden.

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