Umleitung am Emder Wall Brücke zum Blumenpavillon wird jetzt ersetzt
Statt Abkürzung heißt es jetzt Umweg: eine Direktverbindung zwischen Barenburg und der Innenstadt von Emden ist bald gesperrt. Und das ziemlich lange.
Emden - Jetzt ist es soweit: Die marode, vielgenutzte Geh- und Radweg-Brücke, die die Wallanlagen über den Stadtgraben mit der Bolardusstraße verbindet, wird abgerissen und gegen eine neue getauscht. Rund zweieinhalb Monate lang müssen Fußgänger und Radfahrer dann einen Umweg in Kauf nehmen. Die Sperrung gilt schon ab dem kommenden Montag, 29. Juli 2024. Mitte Oktober soll dann alles fertig sein.
Der Ersatz der Brücke ist von langer Hand geplant. Schließlich gibt es erhebliche Fäulnisschäden an einigen Hauptbauteilen der Holzkonstruktion von 1978. Die neue Brücke soll dagegen langlebiger werden. „Es wird jetzt eine Konstruktion aus Stahl werden“, hatte Wolfgang Fecht, Abteilungsleiter beim Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) für Straßen- und Brückenbau, bereits im Betriebsausschuss Ende 2023 mitgeteilt.
Über eine halbe Million Euro
In der Ausschreibung sind neben der langlebigeren Stahlkonstruktion auch andere Baumaterialien genau vorgegeben, wie beispielsweise die Beplankung mit glasfaserverstärktem Kunststoff, einer relativ kostengünstigen und korrosionsfreien Alternative zu Beton, Stahl, Aluminium oder Holz. Damit würden auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten minimiert, heißt es. Zudem sind im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung unter anderem neue Spundwände und Pfähle aufgeführt. Das Geländer soll ebenfalls aus Stahl gebaut werden.
Gewonnen hat den Auftrag die Firma STH Hüttental GmbH aus Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen). Die Auftragssumme beträgt 508.925,81 Euro. Die Baumaßnahme umfasst den geplanten Ersatzneubau der Geh- und Radwegbrücke über den Emder Stadtgraben in der Bolardusstraße als Zugang zu den Emder Wallanlagen. Die Stahlkonstruktion der Brücke wird jedoch in Emden von der Firma Götze Stahl- und Anlagentechnik GmbH als Subunternehmen ausgeführt, teilte die Stadt jetzt mit.
Einmal drumherum laufen
Und die Stadt nennt auch eine Umleitungsempfehlung während der Bauarbeiten. So wird der Rad- und Gehweg über die Auricher Straße beziehungsweise Bolardusstraße empfohlen. Die Wege am Wall seien weiter nutzbar, jedoch sei gelegentlich mit Behinderungen durch die Baustelle zu rechnen. Am 15. Oktober soll die neue Brücke dann begeh- und befahrbar sein.
Auf der Prioritätenliste der Brückensanierungen in Emden stehen im Übrigen noch weitere Brücken ganz oben. So ist die Fußgänger- und Fahrradbrücke über das Larrelter Tief abgängig. Das Brückengeländer ist seit vielen Monaten nur durch Absperrgitter provisorisch gesichert. Auch hierfür hat es bereits eine Ausschreibung gegeben. Der Austausch der wichtigen und vielgenutzten Verbindung zwischen der Innenstadt und Conrebbersweg ist aber noch nicht terminiert. Zuletzt hieß es, dass der BEE dazu noch Absprachen mit der Bahn treffen müsse, weil die neue Brücke in das angrenzende Bahngelände hineinreicht.
Eines der nächsten Projekte dürfte außerdem die Bahnhofsbrücke sein. Dort sollen die Kappen, also der Geh- und Radwegebereich, neu gemacht werden. 2019 waren dafür die Kosten auf rund eine halbe Million Euro beziffert und auch deshalb zunächst zurückgestellt worden. Was das heute kosten würde, ist offen. Die Kostenschätzungen für alle drei Brücken beliefen sich im Herbst 2022 auf zusammen mehr als eine Million Euro. Jetzt kostet allein die Brücke zum Blumenpavillon bereits die Hälfte dieser Summe.