Verhandlung gestört Prozess-Zuhörer wird Besuch von der Polizei bekommen
Ein Zuhörer des Totschlag-Prozesses um einen Weeneraner wird bald Besuch von der Polizei bekommen. Er hatte gestört und in der Pause Bedenkliches geäußert.
Weener/Aurich - Derzeit steht ein 52-jähriger Weeneraner wegen Totschlags vor dem Landgericht in Aurich. Ihm wird vorgeworfen, einen Mann in dessen Wohnung mit Messerstichen getötet zu haben. Am Freitag, 20. September 2024, waren zum Prozessauftakt unter anderem Zuhörer gekommen, um der Verhandlung beizuwohnen. Der Vorsitzende Richter Björn Raap musste einen von ihnen zurechtweisen, weil der Zuhörer hörbar seinen Unmut äußerte, als der Angeklagte die Auseinandersetzung beschrieb, die sich seiner Aussage nach am 27. Januar zutrug.
Raap wies den Zuhörer freundlich, aber streng darauf hin, Zwischenrufe zu unterlassen: „Wir sind hier nicht bei Barbara Salesch“, sagte er. Sollte er noch einmal auffallen, müsse er den Saal verlassen, auch wenn es eine öffentliche Verhandlung sei.
Polizei wird dem Zuhörer einen Besuch abstatten
Zwar hielt er sich mit Kommentaren während der weiteren Verhandlung zurück, aber nicht während der Pause. Während dieser leistete er sich eine verbale Entgleisung. „Wenn ich eine Waffe hätte, würde ich ihn wegpusten“, habe ihn ein Wachtmeister sagen hören – vermutlich an den Angeklagten gerichtet. Das erklärt Richter Raap, nachdem sich alle Beteiligten nach der Sitzungspause wieder im Gerichtssaal eingefunden haben. „Das lassen wir uns hier nicht gefallen“, so Raap. Er forderte den Mann auf, den Saal zu verlassen, um seine Personalien aufnehmen zu lassen. Die Polizei werde ihm einen Besuch abstatten – eine Gefährderansprache durchführen. „Das ist eine Baustelle, die ich nicht brauche. Das war die sanftere Maßnahme für Sie. Wenn mir noch einmal so etwas zu Ohren kommt, sind Sie draußen“, sagte er zum Zuhörer, als dieser zurückgekehrt war. Der Mann sagte, es sei ihm rausgerutscht, er wolle sich zurückhalten. Für den restlichen Verlauf der Verhandlung hielt er sich daran.
Am Dienstag, 24. September 2024, wird der Prozess vor dem Landgericht in Aurich fortgesetzt. Ein Urteil wird im November erwartet.