Neue Leitung  Tierheim in Stapelmoor – so geht es weiter

| | 01.10.2024 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mara Schwartz ist gelernte Tierpflegerin und hat eine Ausbildung zur Hundetrainerin gemacht. Die Bernhardiner-Hündin Amy würde sie gerne in ein neues Zuhause vermitteln. Foto: Gettkowski
Mara Schwartz ist gelernte Tierpflegerin und hat eine Ausbildung zur Hundetrainerin gemacht. Die Bernhardiner-Hündin Amy würde sie gerne in ein neues Zuhause vermitteln. Foto: Gettkowski
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Nach der Auflösung des Betreibervereins waren Tierfreunde in großer Sorge: Was passiert mit den Tieren aus dem Tierheim in Stapelmoor? Es gibt Grund zu Optimismus.

Weener - Die Bernhardiner-Hündin Amy ist ganz aus dem Häuschen. Sie bellt und springt vor Freude wild herum als Mara Schwartz in den Zwinger im Tierheim in Stapelmoor geht, um sie anzuleinen. Ruhig und souverän führt die 34-Jährige das Energiebündel nach draußen. Es ist nicht zu übersehen: Mara Schwartz hat ein Händchen für Hunde. Das braucht sie bei ihrer neuen Aufgabe auch. Sie ist seit dem 1. Oktober Leiterin des Tierheims. Am Dienstag hat sie die Nachfolge von Iris Holzapfel angetreten, die sich nun in den Ruhestand verabschieden kann.

Das Tierheim stand zuletzt vor einer ungewissen Zukunft. Der Verein Tierschutz Rheiderland, der das Tierheim im Auftrag der Städte Weener und Papenburg und der Gemeinden Bunde und Jemgum betrieben hatte, wurde offiziell aufgelöst, nachdem sich bei der jüngsten Mitgliederversammlung nicht genügend Vorstandsmitglieder gefunden hatten. Das Tierheim selbst ist mit der Vereinsauflösung in den Besitz der Vertragskommunen übergegangen. Sie müssen den Betrieb sicherstellen. Die Unterbringung von Fundtieren gehört zu den kommunalen Aufgaben.

Die Vertreter der Vertragskommunen des Tierheims Stapelmoor Xenia Nording (links), Matthias Heyen (4. von links) und Jörg Siemering (rechts) stellten das Tierheim-Team Tatjana Hammer, Jenny Potthast, Silke Heilig und die neue Tierheimleiterin Mara Schwartz vor. Foto: Gettkowski
Die Vertreter der Vertragskommunen des Tierheims Stapelmoor Xenia Nording (links), Matthias Heyen (4. von links) und Jörg Siemering (rechts) stellten das Tierheim-Team Tatjana Hammer, Jenny Potthast, Silke Heilig und die neue Tierheimleiterin Mara Schwartz vor. Foto: Gettkowski

Folgt auf den Verein eine gGmbH?

Xenia Nording von der Stadt Weener und Matthias Heyen von der Stadt Papenburg sind als Liquidatoren des Vereins eingesetzt. „Das Verfahren dauert zwölf Monate“, so Heyen. Ziel sei es, ein zukunftsfähiges Konstrukt ausarbeiten, mit dem das Tierheim fortgeführt werden könne. Denkbare Optionen wären beispielsweise ein Eigenbetrieb oder eine gemeinnützige GmbH. „Wir müssen gucken, wie es weitergeht“, so Heyen. Der Verein hat auch eine Immobilie geerbt. „Im Moment haben wir da aber noch keinen Zugriff drauf, weil noch Details mit dem Erbschein geklärt werden müssen.“ Am Tierheim-Standort will man aber festhalten. „Es gibt eine gute Infrastruktur und der Standort ist bekannt“, so Heyen.

Das Tierheim in eine gute Zukunft zu führen, dazu wolle sie mit ihrer Arbeit beitragen, sagt Mara Schwartz. Die neue Tierheimleiterin kommt ursprünglich aus Lörrach in Baden-Württemberg. Egal, ob Hund, Katze, Hamster oder Meerschweinchen – die 34-Jährige hat ein Herz für alle Tiere. „Ich bin mit Tieren aufgewachsen“, sagt sie. Sie machte eine Ausbildung zur Tierpflegerin und zur Hundetrainerin. Vor drei Jahren ist sie aus Süddeutschland ins Emsland gezogen, hat immer mal wieder im Tierheim Stapelmoor geholfen. „Da Iris Holzapfel schon seit Längerem ihren Rückzug aus der Tierheimleitung angekündigt hatte, habe ich mich auf die Stelle beworben“, sagt die 34-Jährige. Und es hat geklappt.

Tierpflegerin und Hundetrainerin

„Frau Schwartz ist als gelernte Tierpflegerin fachlich bestens qualifiziert. Überzeugt hat uns aber insbesondere auch ihre Leidenschaft zu Hunden, die sie als Hundetrainerin mit einer eigenen Hundeschule lebt“, sagt Matthias Heyen. Sie könne einschätzen, ob ein Hund aufgrund seines Wesens durch gutes Training für ein neues Zuhause fit gemacht werden kann.“ Die Vertreter der Vertragskommunen sind froh, „dass sie bereit ist, in dieser speziellen Zeit die Verantwortung für den Tierheimbetrieb zu übernehmen“. Unterstützt wird sie von drei festangestellten Tierheimmitarbeitern und zwei Teilzeitkräften.

Iris Holzapfel möchte „keinen großen Rummel“ um ihre Verabschiedung machen und hat sich leise aus dem Tierheim verabschiedet, das sie seit 2009 geleitet hatte. „Ich gehe zwar leise, aber deshalb bin ich nicht still. Mit 66 Jahren fängt das Leben doch erst an. Die Verantwortung für die Tiere habe ich gerne getragen, jede Tierseele war und ist mir wichtig“, sagt die Rentnerin.

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